Rechte Plakat-Aktion im Stadtpark läuft anders als geplant

Hamburg

1000 Gegendemonstranten: Rechte blasen Aktion im Stadtpark ab und weichen auf Markt aus

Rund 1000 Menschen demonstrieren nach Polizeiangaben im Hamburger Stadtpark gegen eine Veranstaltung einer rechtsextremen Initiative.
Marcus Golejewski/dpa

Europäische „Patrioten“ wollten vor dem Planetarium ein riesiges Banner entrollen – das hat nicht geklappt. Stattdessen wichen die Rechten auf Langenhorn aus.

Die selbsternannte „erste patriotische europäische Bürgerinitiative“ wollte auf ihrer Foto-Tour durch Europa am Sonntag Halt in Hamburg machen. Das Ziel von „Save Europe Act“ (SEA), ein eindrucksvolles Foto ihres Riesen-Transparents vor dem Planetarium zu machen, haben rund 1000 „antifaschistische Spaziergänger“ verhindert. Da der Protest nicht angemeldet war, wollte die Polizei die Teilnehmer zunächst von der Fläche vertreiben. Kurz darauf räumten die Rechten das Feld – und wichen auf den Langenhorner Markt aus.

In Hamburg sollte das Planetarium den Hintergrund für das Riesenplakat der Rechtsextremen bilden. Das „Hamburger Bündnis gegen Rechts“ rief per Social Media zu dem „antifaschistischen Spaziergang“ durch den Stadtpark auf – und hat die Banneraktion erfolgreich verhindert.

Große Menschenmenge steht an einem von Bäumen gesäumten Teich in einer Parkanlage.
Mehrere hundert Teilnehmer sind dem Aufruf zu einem „antifaschistischen Spaziergang“ gefolgt.
Privat/hfr

Der Spaziergang war keine angemeldete Demonstration, weswegen die Polizei zunächst versucht hatte, die Teilnehmer von der Fläche zu vertreiben. Die Menschen hatten sich daraufhin in Bewegung gesetzt und waren singend um die Absperrung gezogen.

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Die wenigen „Patrioten“ wurden mit Polizeischutz vom Stadtpark weg eskortiert, weil ein sicherer Zugang zu der von ihnen angemeldeten Fläche vor dem Planetarium nicht gewährleistet werden konnte.

Rechte ziehen ab: Banner-Aktion in Hamburg zunächst gescheitert

Es sei zu keinen körperlichen Auseinandersetzungen gekommen, hieß es aus der Leitstelle der Polizei zunächst. Später meldete die Polizei eine körperliche Auseinandersetzung. Es habe auch eine Sachbeschädigung an einem Fahrzeug gegeben.

Zwei Busse mit roten LED-Anzeigen warnen vor einer nicht angemeldeten Versammlung.
Die Polizei fordert die Teilnehmer auf, den Bereich zu verlassen.
privat /hfr

Die kleine SEA-Truppe durfte nach Kooperationsgesprächen mit der Polizei zum menschenleeren Langenhorner Markt ausweichen und dort für die eigenen Social-Media-Kanäle eine Erklärung verlesen. Anschließend rollten die Teilnehmenden ihr Banner aus und riefen mehrmals im Chor „Remigration!“. Gegen 15.15 Uhr war die Versammlung beendet.

Uniformierte Einsatzkräfte stehen neben einem schwarzen Wagen und einem Polizeitransporter an einer bewaldeten Straße.
Uniformierte Einsatzkräfte stehen neben einem Wagen der rechten Initiative, die ein Banner entrollen wollte.
HamburgNews

Gegründet wurde die Initiative „Save Europe Act“ unter anderem von dem österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner. Das Ziel der Initiative steht auf einem gigantischen Transparent, das für Social Media in möglichst vielen Städten fotografiert werden soll: „Remigration saves Europe“.

EU hat die Initiative „Save Europe Act“ abgeleht

Die sogenannten „Eliten“, so der Gedanke dahinter, sollen die „Ersetzungsmigration“ stoppen, also den angeblichen Austausch der heimischen europäischen Bevölkerung durch Migranten. Die EU-Kommission hat die Zulassung der Bürgerinitiative „Save Europe Act“ (SEA) im Juli 2026 abgelehnt, weil sie fundamentale Werte der EU verletze. In den französischen Städten Lille und Lyon haben die örtlichen Behörden den Auftritt der „Save-Europe-Act“-Aktivisten verboten.