16-jährige Fabienne vermisst: Polizei bittet um Hinweise
Stand: 18.07.2026, 13:31 Uhr
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Seit Freitag fehlt von der 16-jährigen Fabienne aus Erfurt jede Spur. Nun wendet sich die Polizei an die Bevölkerung und bittet um Hinweise.
Erfurt – Mitten in den Sommerferien verliert eine Familie in Erfurt den Kontakt zu ihrer Tochter. Die 16-jährige Fabienne Sury Dannenberg wurde zuletzt am Freitag, dem 17. Juli 2026, gegen 12.30 Uhr gesehen – seitdem fehlt von ihr jede Spur. Als sie in der Nacht nicht nach Hause zurückkehrte, wandte sich die Familie an die Polizei. Die Beamten leiteten eine öffentliche Fahndung ein.

Mit einem Screenshot aus den sozialen Netzwerken wendet sich die Landespolizeiinspektion Erfurt nun an die Öffentlichkeit und hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung.
Vermisste Fabienne Dannenberg: Polizei Erfurt sucht mit TikTok-Bild nach der 16-Jährigen aus Thüringen
Fabienne ist laut Polizeiangaben etwa 160 Zentimeter groß und von sehr schlanker Statur. Ihre rotbraunen, schulterlangen Haare sowie die markanten Sommersprossen im Gesicht gelten als besonders auffällige Merkmale. Die Polizei weist jedoch darauf hin, dass sie die Sommersprossen möglicherweise überschminkt hat. Außerdem hat sie Narben an beiden Armen sowie ein Tattoo mit dem Schriftzug „Zaki“ auf einer Hand. Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens trug sie ein graues T-Shirt und eine weiße Baggy-Jogginghose. Vermutlich trägt sie zudem einen Verband am linken Arm.
Nach bisherigem Ermittlungsstand hält sich Fabienne möglicherweise in Begleitung einer gleichaltrigen Freundin auf. Wer Fabienne Sury Dannenberg gesehen hat oder Hinweise zu ihrem Aufenthaltsort geben kann, soll sich beim Inspektionsdienst Nord der Landespolizeiinspektion Erfurt unter der Telefonnummer 0361/574322100 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle melden. Dabei ist die Vorgangsnummer 0180117/2026 anzugeben. Auch eine Jugendliche aus Frankfurt am Main gilt aktuell als vermisst.
Täglich bis zu 300 neue Vermisstenfälle: So groß ist das Problem in Deutschland wirklich
Laut Bundeskriminalamt (BKA) gehen täglich zwischen 200 und 300 neue Fahndungen nach vermissten Personen bei der Polizei ein. Zum Stichtag 1. Januar 2026 waren im polizeilichen Informationssystem INPOL insgesamt noch rund 9100 Vermisstenfälle bundesweit registriert. Darunter befanden sich rund 2100 ungeklärte Fälle vermisster Kinder unter 14 Jahren.
Besonders hoch ist der Anteil junger Menschen: Allein im Jahr 2025 wurden rund 108.900 Vermisstenfälle registriert, die Kinder und Jugendliche betrafen. Die Aufklärungsquote liegt insgesamt bei rund 98 Prozent – rund die Hälfte aller Fälle löst sich bereits innerhalb der ersten Woche auf. Dennoch bleiben jährlich einige Fälle über Monate oder sogar Jahre hinweg offen.
Warum verschwinden Kinder und Jugendliche? 98 Prozent der Kinder sind typische ,Ausreißer‘
Die Ursachen für das Verschwinden von Menschen sind vielschichtig und unterscheiden sich je nach Altersgruppe erheblich. Bei Kindern und Jugendlichen liegt der mit Abstand häufigste Grund im freiwilligen Verlassen des gewohnten Umfelds: Bis zu 98 Prozent der Fälle in dieser Altersgruppe gehen auf einen solchen Schritt zurück, wie die Initiative Vermisste Kinder auf Basis langjähriger Erfahrungswerte beschreibt. Die Beweggründe reichen dabei von Konflikten in der Familie über Mobbing und Liebeskummer bis zu persönlichen Krisen oder dem Einfluss älterer Bezugspersonen, denen sich junge Menschen emotional verbunden fühlen.
Bei Erwachsenen hingegen spielen laut Landeskriminalämtern häufig gesundheitliche, finanzielle oder familiäre Belastungen eine zentrale Rolle. Menschen mit psychischen Erkrankungen, Demenz oder in akuten Lebenskrisen sind besonders gefährdet, ihren gewohnten Aufenthaltsort ohne Ankündigung zu verlassen. In selteneren Fällen steckt hinter dem Verschwinden ein Unglücksfall oder – noch seltener – ein Verbrechen.
Soziale Medien als Fahndungsmittel: TikTok wird zum Instrument der Polizeiarbeit
Dass die Polizei im Fall Fabienne auf einen Screenshot aus einem TikTok-Video zurückgreift, ist kein Zufall. Behörden setzen zunehmend auf Plattformen, die besonders bei jungen Menschen reichweitenstark sind. Öffentliche Fahndungsaufrufe über soziale Netzwerke erreichen innerhalb kurzer Zeit ein Millionenpublikum – und damit auch Personengruppen, die klassische Medienkanäle kaum noch nutzen.
Das BKA setzt ebenfalls auf digitale Verbreitung: Mit der Kampagne „Spurlos Verschwunden“ rief die Behörde im Mai 2026 gezielt dazu auf, Fahndungsaufrufe in sozialen Netzwerken zu teilen, um die Aufmerksamkeit für ungeklärte Vermisstenfälle zu erhöhen. Im Mittelpunkt standen dabei sechs Kinder und Jugendliche, die zwischen 1985 und 2021 verschwanden und bis heute nicht gefunden wurden.