1860-Coach Kayabunar dämpft die Erwartungen: „Nie über die Meisterschaft gesprochen“

Stand: 27.07.2026, 21:22 Uhr

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Die Löwen haben eine Topvorbereitung hingelegt – und jetzt kommt auch noch Mittelfeldmotor Dressel. Doch Kayabunar will nichts vom Favoriten-Status wissen.

Beeindruckende Vorbereitung, die Konkurrenz voller Ehrfurcht – da werden aus Löwen-Sicht Erinnerungen wach. Nur ein Gegentor hatte es in der Sommerpause 2025 unter Patrick Glöckner gegeben, sämtliche Trainer der 3. Liga sahen das Promi-Team um Kevin Volland ganz weit vorne. Der Aufstieg? Nur eine Frage der Zeit! So zumindest klang es vor einem Jahr beim TSV 1860 München – trotz des Wirbels um den angeblichen Verkauf der Ismaik-Anteile.

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Absolut Sechzig – absolut hautnah! Unsere Reporter sind für euch hinter den Kulissen der Münchner Löwen unterwegs. Videos, Analysen, Interviews und viele weitere exklusive Inhalte bekommt ihr im Web, in der App und auf Social Media. © Absolut Fussball

Und heute? Ähnliche Ausgangslage, nur eine Etage tiefer. Erneut sorgte Hasan Ismaik für Schlagzeilen – diesmal als Auslöser des Zwangsabstiegs. Trotzdem entwickeln sich die neuen Löwen zu einer Attraktion. Sieben Testspiele, sieben Siege. Oder sogar neun, wenn man die beiden 5:1-Erfolge des Regionalliga-Kaders im Bayernliga-Gewand gegen Geretsried und Schwabmünchen mitrechnet.

Der verlorene Sohn Dressel kehrt zu 1860 München zurück

Die Stars heißen jetzt Vitus Eicher, Felix Weber und – immer noch – Florian Niederlechner. Seit Montag gehört auch Dennis Dressel wieder dazu, der nächste Promi-Rückkehrer: Der Urlöwe kehrt nach vier Jahren mit Stationen in Rostock, Graz und Ulm zu seinem Ausbildungsverein zurück. „Nach Giesing zu fahren, fühlt sich jedes Mal an, als würde ich nach Hause kommen“, sagt der 27-Jährige. Unterstützt werden die Routiniers von einem homogenen Junglöwenrudel, das Alper Kayabunar schon vergangene Saison an die Spitze der Bayernliga Süd geführt hatte.

Willkommen zu Hause: Dennis Dressel (l.) mit GmbH-Boss Thomas Probst.

Willkommen zu Hause: Dennis Dressel (l.) mit GmbH-Boss Thomas Probst. © TSV München von 1860 Spielbetriebs-GmbH

Damit nicht genug: Auch Deniz Haimerl läuft ab sofort für die Münchner Löwen auf, trainierte am Montagnachmittag bereits mit. Fraglich, wieso der Club den Transfer bislang nicht bestätigte, den Verteidiger allerdings bereits beim Bayerischen Fußball-Verband registrierte. Haimerl trainierte bei Türkgücü München bereits unter Kayabunar und durchlief in der Jugend die NLZs von Haching und dem FC Bayern. Es gibt definitiv schlechtere Adressen.

Nach Giesing zu fahren, fühlt sich jedes Mal an, als würde ich nach Hause kommen.

Kein Wunder also, dass die Konkurrenz Respekt zeigt. Bei einer Umfrage erklärten 15 der 19 Regionalliga-Trainer den TSV 1860 zum Topfavoriten. Kayabunar registriert die Vorschusslorbeeren – mehr aber auch nicht. „Ich glaube, das gibt einfach der Verein her. Der Name TSV 1860 ist in der Regionalliga einfach ein sehr großer. Für mich ist es selbstverständlich, dass die Trainer das so benennen.“

1860 München: Kayabunar will gute Vorbereitung nicht überbewerten

Der 40-Jährige weiß genau, wie trügerisch eine glatt verlaufene Vorbereitung sein kann. „Wir sind jetzt seit vier, fünf Wochen zusammen, haben neun Spiele hintereinander gewonnen. Klar ist aber auch, dass viele Gegner unterklassig waren.“ Selbst die Bayernligisten seien kein verlässlicher Maßstab für den Auftakt in Schweinfurt. Das 1:5 der Unterfranken in Aubstadt? „Die Höhe darf man nicht überbewerten. Da wird etwas ganz anderes auf uns zukommen als in den vergangenen Wochen.“

Trotz des Vorbereitungs-Hypes sieht Kayabunar viel Arbeit vor sich und seinem Team. „Im letzten Drittel wollen wir noch torgefährlicher und gieriger werden.“ Gleichzeitig lobt er die Defensivarbeit: „Wir arbeiten gut gegen den Ball, lassen wenig zu und machen – egal, wie es steht – immer weiter.“ Auch als Mannschaft wachse sein Team immer besser zusammen. „Die neuen Spieler, die immer wieder dazustoßen, müssen wir noch integrieren.“

Von vollmundigen Ansagen hält Kayabunar ohnehin nichts. „Wir haben nie über die Meisterschaft gesprochen. Für mich zählt immer nur das nächste Spiel.“ Daran werde sich auch jetzt nichts ändern: „Die Spieler wissen das. Wir konzentrieren uns nur auf Schweinfurt.“

Wir konzentrieren uns nur auf Schweinfurt

Die Rollen sind damit verteilt. Die Konkurrenz hat 1860 den Favoritenstempel aufgedrückt – aus guten Gründen. Für Rückkehrer Dressel steht fest, dass er im zweiten Anlauf mit seinen Löwen eine gute Zeit erleben will. „Ich bin glücklich, jetzt wieder im gewohnten Umfeld zu sein, und werde alles dafür geben, dass der TSV 1860 erfolgreich ist.“