25 kg schwer: Usinger baut Lkw-Modelle für bis zu 3000 Euro das Stück

Stand: 13.09.2026, 08:13 Uhr

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25 Kilogramm wiegt der Muldenkipper, nur ein Prachtstück aus dem Fuhrpark von Jose Jimenez, RC-Modelle im Maßstab 1:14.

25 Kilogramm wiegt der Muldenkipper, nur ein Prachtstück aus dem Fuhrpark von Jose Jimenez, RC-Modelle im Maßstab 1:14. © Saltenberger

Jose Jimenez aus Usingen baut seit 25 Jahren ferngesteuerte Lkw-Modelle im Maßstab 1:14. Für seinen gesamten Fuhrpark hätte er sich nach eigenen Angaben einen Mittelklassewagen leisten können.

Usingen – Einen Lkw-Führerschein hat er, schließlich war er auf dem Bauhof der Stadt Usingen beschäftigt, da mussten noch ganz andere Fahrzeuge bewegt werden. Jetzt hat er selbst einen riesigen Fuhrpark samt Lkw und Monstertruck, aber um sie zu fahren, braucht er ihn nicht, denn sie sind weder zugelassen noch versichert. Im Saal oder im Hof dürfen sie dagegen fahren, dabei sind sie zum Teil geländegängig mit entsprechender Akkuleistung. Und es sind Selbstfahrer, sofern Jose Jimenez an den zwei Steuerknüppeln steht. Der 64-jährige Usinger hat ein Hobby, das immer mehr Modellbauer und Technik-Freaks begeistert: Er baut Lkw und andere Baustellenfahrzeuge vorwiegend im Maßstab 1:14 beziehungsweise 1:14,5.

Das hört sich klein an, aber der Muldenkipper, der gerade auf seinem Esszimmertisch steht, wiegt 25 Kilogramm. Den muss man schon mal die Treppe herauftragen können. Eine Garage braucht er auch nicht, seine Lieblingsstücke stehen in einer mehrstöckigen Vitrine, ein Blickfang in der Wohnung. Den Modellen liegen zwar Bausätze zugrunde, aber der Bastler aus dem Westerfelder Weg baut sie um, baut selbst gefertigte Bauteile an, rüstet die Technik nach und dies nur vom Feinsten. „Das hier habe ich gerade selbst gemacht“, hält er eine kastenähnliche Abdeckung in der Hand: Edelstahl, geschweißt, mit angesetzten Scharnieren, die allein eine Filigranarbeit sind: eine nadeldünne Stange mit Gewinde und aufgeschraubten Hutmuttern im Miniaturformat, wie fast alle Schrauben und Muttern, die er verbaut.

Per Funk oder Konsole ansteuerbar

Kunststoff kommt bei ihm nicht in die Tüte, damit habe er zwar einmal angefangen, aber als aufgeklebte Teile abgefallen waren, war‘s das. Jetzt sind die Fahrzeugtüren, die er auch gerade da liegen hat aus Aluminium. „Das hier ist ein Servo“, sagt er und hat ein Ring mit Spule und dünnen Kabeln in der Hand. Die Fahrzeuge sind nicht nur per Funk steuerbar, was das Fahren betrifft, sondern alle möglichen Bauteile sind per Konsole ansteuerbar, Beleuchtung inklusive. Beispielsweise lassen sich Ladeaufsätze oder Mulden aufziehen, beispielsweise für Langholz, Kipper werden hydraulisch aufgestellt.

Jüngst war Jimenez mit Gleichgesinnten auf dem Schlepperfest der Anspacher Schlepperfreunde und hat dort vor vielen Schaulustigen seine Modelle im Einsatz präsentiert: Sand war aufgehäuft, Bagger beluden damit die Lastwagen, die rückwärts zur Ladestelle fuhren, wieder abfuhren und die Ladung an anderer Stelle abkippten. Alles sah täuschend echt aus, nur eben ein Vielfaches kleiner.

Seit 25 Jahren ist Jimenez seinem Hobby verfallen und vor allem im Winter meist in seinem Arbeitszimmer zu finden, das einer kleinen Werkstatt gleicht: Werkbank, darüber alle erdenklichen Werkzeuge, wohl sortiert und griffbereit, Schachteln, Schräubchen und Untersetzböcke wie in einer großen Werkstatt. Einer seiner Modellbaufreunde ist in Oberkleen zu Hause, der habe eine größere Werkstatt, dort stehe auch zurzeit der Bagger. Und die beiden Bastler aus dem Usinger Land tauschen sich mit Gleichgesinnten quer durch die Republik aus. 35 RC-Modellbauer (RC steht für Radio Controlled oder Remote Controlled) seien es und einmal im Jahr treffe man sich, wobei auch die Frauen dabei sind, so zuletzt in Österreich.

Das Hobby ist übrigens alles andere als billig. Für alles in allem hätte er sich einen hübschen Mittelklassewagen leisten können. Kinderspielzeug seien die technisch hochgerüsteten Modellfahrzeuge, bis 3000 Euro das Stück, zwar nicht, aber ein lehrreiches Hobby für Jugendliche. Geduld sei auch gefragt, ein Jahr benötige er schon für ein neues Fahrzeug, im Winter wie gesagt, ist Bastelzeit. Im Sommer setzt er sich dagegen lieber mal auf seine BMW 1200 GS.