Wie könnte man dieses Jubiläum besser feiern als mit einem Festival? Rund 20 Konzerte finden in und vor dem Stadtgarten statt. Der Eintritt ist frei, und im Anschluss steigt eine große Party. "Wir feiern bis in die Morgenstunden.", sagt die künstlerische Geschäftsführerin Kornelia Vossebein.
Spielort verweifelt gesucht
Angefangen hat die Geschichte des Stadtgartens Ende der 70er Jahre. Damals dümpelte die Kölner Jazzszene vor sich hin. Einen eigenständigen Studiengang für improvisierte Musik gab es noch nicht, die großen Zeiten des legendären Kurt-Edelhagen-Orchesters waren vorbei, und die Clubszene: sehr überschaubar.
Dabei war die Stadt voller Musikerinnen und Musiker. Was ihnen allerdings fehlte, war ein Ort, an dem sie spielen konnten. Deswegen schlossen sie sich damals zur Initiative Kölner Jazzhaus zusammen. Ohne sie hätte es den Stadtgarten nie gegeben, erinnert sich Gründungsmitglied und Saxophonist Joachim Ullrich.
Grundstein Deutscher Jazzpreis
Anfangs haben sie mit der Initiative Festivals organisiert. Der Erfolg hat sie überrascht, und schließlich gab es sogar den deutschen Jazzpreis. Das war der Anfang des heutigen Stadtgartens, der damals noch ein leerstehendes Restaurant war.
"Dann haben wir den Deutschen Jazzpreis bekommen und den haben wir symbolisch auf den Tisch gelegt und haben gesagt: 'So, das ist der Anfang des Stadtgartens.' Der stand unbenutzt herum, wir möchten den haben." Joachim Ullrich, Saxophonist
Es folgte der für Köln typische, lange Weg durch die Institutionen. Aber am Ende hat es doch noch geklappt: 1986 wurde der Grundstein für den neuen Saal gelegt. Damit ging das Rennen los.
Gegenentwurf zur Philharmonie
Die Verantwortlichen hatten den Ehrgeiz, vor der Philharmonie zu eröffnen. Am 4. September 1986 war es soweit: Der Stadtgarten startete mit einem zehntägigen Festival, das am 14. September endete - pünktlich zur Eröffnung der Philharmonie. Die wurde damals im Stadtgarten live übertragen.
Engagier mich, ich bin arm
Ende der 80er beginnt der damalige Chef Rainer Michalke das Show-Konzept zu erweitern. Helge Schneider schreibt in einem Brief: "Bitte engagieren sie mich, ich bin arm.", und er bekommt eine Show. Dazu gibt es neue Partyreihen und Club-Events. 400 Shows pro Jahr, querfinanziert unter anderem durch das angrenzende Restaurant und Fördermittel von Stadt und Land.
Es hagelt Preise und Ehrungen: Spielstätte des Jahres, Deutscher Jazzpreis, und dann 2017, die Ernennung zum europäischen Zentrum für Jazz und aktuelle Musik. Mittlerweile steht der Stadtgarten als fixer Posten in den städtischen Haushaltsplänen. Das gibt eine gewisse Sicherheit, aber in diesen Zeiten kann man ja nie wissen.
Stadt trägt Verantwortung
"Wir hoffen auf eine kluge Kulturpolitik, die weiß, was sie hat.", sagt Kornelia Vossebein. Damit meint sie nicht nur den Stadtgarten, sondern auch Spielorte wie das "Loft" und natürlich die Cologne Jazzweek. Sie machen Köln zur renommierten Jazzstadt. Dieses Konstrukt nicht zu gefährden, das sei Aufgabe der Kulturpolitik.