950-Jahre erst 2037: Fischbachau feiert neun Jahre später als zunächst gedacht

Stand: 13.07.2026, 18:00 Uhr

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950 Jahre Bayrischzell, unter den Festgästen waren auch v.r. Herzog Max in Bayern, Ilse Aigner Präsidentin des Bayerischen Landtags, Landrat Jens Zangenfeind mit Ehefrau Alexia, Georg Kittenrainer, 1. Bürgermeister von Bayrischzell u.a.

Unter den Ehrengästen in Bayrischzell: Fischbachaus Bürgermeister Stefan Deingruber (3.v.l.). © Martin Weidringer

Die Gemeinde Fischbachau wurde 1078 erstmals erwähnt. Trotzdem feiert sie ihr 950-jähriges Bestehen erst 2037 – ebenfalls aus historischen Gründen.

Fischbachau – Nur zwei Jahre nach der Gründung eines Benediktinerklosters in Bayrischzell 1076 wurde es Gräfin Haziga zwischen den hohen Bergen zu eng. Sie ertauschte sich 1078 vom Freisinger Bischof Menigward die Hofmark „Viscpachisowa“. Aus der „Au am fischreichen Bach“ wurde das heutige Fischbachau. Nachdem nun also Bayrischzell kürzlich sein 950-Jähriges gefeiert hat, wäre Fischbachau folgerichtig in zwei Jahren dran. Stimmt nicht, hat Bürgermeister Stefan Deingruber herausgefunden. Im Interview erklärt er, warum seine Gemeinde erst in elf Jahren ihren nächsten Runden feiern kann.

Herr Deingruber, Sie waren unter den Gästen bei der 950-Jahr-Feier in Bayrischzell. Konnten Sie sich schon was abschauen, wenn es in Fischbachau so weit ist?

Es war auf jeden Fall ein sehr gelungenes Fest in Bayrischzell. Besonders beeindruckt hat mich, wie die Benediktiner des Klosters Scheyern das Jubiläum begleitet haben. Weltoffen, persönlich und charmant. Auch die Predigt von Abt Markus Eller war großartig.

Haben Sie ihn gleich gebucht fürs Fischbachauer Jubiläum?

So weit sind wir noch nicht. Wir mussten ja erstmal ermitteln, wann wir überhaupt 950 Jahre alt werden.

Die Ersterwähnung war 1078, dann müsste es nach Adam Riese also in zwei Jahren so weit sein.

Nach dieser Rechnung schon. Es gibt aber noch eine andere. Demnach gilt als Gründungsjahr Fischbachaus die Weihe der von Gräfin Haziga erbauten Heilig-Blut-Kirche im Jahr 1087. Wie unsere Gemeindearchivarin Monika Eham herausgefunden hat, ist das auch die korrekte Version.

Inwiefern?

Weil 1087 auch ausschlaggebend war für unsere 900-Jahr-Feier. Die hat nämlich 1987 stattgefunden und nicht schon 1978. Recherchen im Bayerischen Staatsarchiv haben diese Jahreszahl damals als die richtige für unsere Gründung bestätigt. Ehrlicherweise bin ich da aber auch erst über meine Nachbarin draufgestoßen.

Wie das?

Wir sind über die Feierlichkeiten in Bayrischzell zum Reden gekommen, und da habe ich gemeint, dass es bei uns in zwei Jahren auch so weit ist. Meine Nachbarin aber konnte sich erinnern, dass sie bei der 900-Jahr-Feier zusammen mit unserem Heimatforscher Andreas Estner als Grundschülerin einen Auftritt hatte. So sind wir dann gemeinsam draufgekommen, dass es erst sehr viel später wieder so weit ist mit dem Jubiläum in Fischbachau.

Was haben Sie denn über die Feierlichkeiten zum 900-Jährigen noch herausgefunden?

Anhand der Festschrift und des Programms kann ich sagen, dass damals eine ganze Woche Ende Mai gefeiert wurde. Allerdings war das Jubiläum damals sehr geistlich geprägt mit Maiandachten, Festgottesdiensten und einem Pfarrfest. Das Kloster Scheyern war aber auch schon stark eingebunden.

Ein gutes Vorbild für 2037?

Ich denke, es ist deutlich zu früh, sich jetzt bereits darüber Gedanken zu machen. Dass wir Fischbachauer aber gern und gut feiern, beweisen ja regelmäßig unsere Vereine und die Feuerwehren bei ihren Jahrtagen.

Ist es so gesehen nicht doch ein bisschen schade, dass die Gemeinde jetzt noch elf Jahre warten muss?

Ich denke, wir überbrücken die Zeit ganz gut. Wir Fischbachauer feiern, wie die Feste fallen. Und wenn mal keins fällt, lassen wir eben eins fallen (lacht).