Am Münchner Flughafen kann der Bau eines Abschiebeterminals weiter vorbereitet werden. Der Aufsichtsrat stimmte den Plänen zu.
Quelle: DIE ZEIT, dpa,
akm
Aktualisiert am 14. Juli 2026, 18:19 Uhr
Das geplante Abschiebeterminal am Münchner Flughafen kann weiter vorbereitet werden. Der Aufsichtsrat der Flughafen München GmbH hat dem Bau des Terminals zugestimmt. Mit dem eigenen Terminal möchte der Bund künftig mehr Abschiebungen durchführen können. Flüchtlings- und andere Hilfsorganisationen lehnen das Vorhaben entschieden ab.
Das neue Gebäude soll von der Flughafen München GmbH gebaut und anschließend an den Bund vermietet werden. Die Flughafengesellschaft teilte mit, dass das Terminal ausschließlich von der Bundespolizei genutzt werden soll. Die Flughafen München GmbH stelle somit lediglich die Infrastruktur zur Verfügung. »Die Durchführung von Rückführungsflügen liegt ausschließlich in der Zuständigkeit der Bundespolizei«, teilte die Flughafengesellschaft nach der Aufsichtsratsentscheidung mit.
Oberbürgermeister spricht sich gegen Pläne aus
Die erforderlichen Beschlüsse seien in der Aufsichtsratssitzung mehrheitlich gefasst worden. »Hierzu gehören sowohl die Zustimmung zur Erteilung eines Bauauftrags als auch die Zustimmung zum Abschluss eines entsprechend langfristigen Mietvertrags mit dem Bund.«
Der neue Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hatte zuletzt öffentlich angekündigt, im Aufsichtsrat gegen das Projekt zu stimmen. »Abschiebungen im großen Stil sollten nicht Teil des Geschäftsmodells des Münchner Flughafens sein«, sagte er der Abendzeitung.
Gesellschafter des Flughafens sind der Freistaat Bayern mit einem Anteil von 51 Prozent, die Bundesrepublik Deutschland mit 26 Prozent und die Landeshauptstadt München mit 23 Prozent. Bund und Freistaat haben also hier eine klare Mehrheit. Im Aufsichtsrat des Flughafens, der größere Projekte absegnen muss, sitzen indes auch mehrere Arbeitnehmervertreter.