Zwischenmiete in Zürich: Wohnung im Kreis 4 für eine Woche ab 570 Franken

Publiziert11. Juli 2026, 19:37

Während Ferien«Absurd»: Zürcherin vermietet Wohnung für eine Woche

Ein Flatfox-Inserat aus Zürich sorgt für Stirnrunzeln. Eine Zürcherin vermietet ihre Wohnung für eine Woche. Rechtlich ist das Angebot zulässig, ungewöhnlich bleibt es trotzdem.

Josephine Schertenleib

Darum gehts

  • Eine Zürcherin vermietet ihre 2,5-Zimmer-Wohnung an der Badenerstrasse im Kreis 4 für eine Woche zur Zwischenmiete.
  • Die vollständig möblierte Wohnung mit Balkon ist vom 11. bis 17. Juli für 570 Franken verfügbar.
  • Handtücher und WLAN sind nicht inbegriffen; zudem wird eine Kaution von 500 Franken verlangt.

Es ist ein ungewöhnliches Inserat auf der Wohnungsplattform Flatfox. Eine Zürcherin vermietet ihre vollständig möblierte 2,5-Zimmer-Wohnung an der Badenerstrasse im Kreis 4 – allerdings nur für eine Woche: «Da ich vom 11. bis 17. Juli verreist bin, vermiete ich meine gemütliche und vollständig möblierte 2,5-Zimmer-Wohnung», heisst es im Inserat.

Die Wohnung verfüge über alles, was es für einen angenehmen Aufenthalt brauche. Ein gemütliches Wohnzimmer, ein separates Schlafzimmer mit einem 160 Zentimeter breiten Doppelbett, eine voll ausgestattete Küche sowie einen Balkon. Zusätzlich wirbt die Vermieterin mit Yoga-Ausstattung wie Bolster, Blackroll, Matte und Fitnessbändern. Auf WLAN sowie Dusch- und Handtücher müssen die Untermieterinnen und Untermieter allerdings verzichten.

570 Franken Miete plus 500 Franken Kaution

Die Fotos im Inserat zeigen eine helle und moderne Wohnung. Für die sechs Nächte verlangt die Vermieterin 570 Franken. Im Vergleich zu vielen Kurzzeitunterkünften in Zürich, die oft mehrere Hundert Franken pro Nacht kosten, wirkt der Preis auf den ersten Blick moderat.

Zusätzlich wird jedoch eine Kaution von 500 Franken verlangt. Diese werde im Rahmen eines Untermietvertrags hinterlegt und nach der Rückgabe der Wohnung vollständig zurückerstattet, sofern keine Schäden entstanden seien, heisst es im Inserat.

Mietverband: «Absurdes Geschäftsmodell»

Für Walter Angst, Mediensprecher des Mieterinnen- und Mieterverbands Zürich, ist das Inserat ungewöhnlich. «Es ist ein sehr spezielles Geschäftsmodell», sagt er. Weshalb jemand seine Wohnung für lediglich sechs Tage untervermiete, erschliesse sich ihm nicht. «Ich bezweifle, dass die Wohnung für diesen kurzen Zeitraum vermietet wird, damit dort Yoga gemacht werden kann.»

Seine Vermutung: Die Vermieterin wolle während ihrer Ferien einen Teil ihrer Wohnkosten decken, indem sie die Wohnung vorübergehend untervermiete. Den Preis hält Angst zwar für eher hoch, aber nicht für übertrieben: «Die 570 Franken orientieren sich vermutlich an den Preisen vergleichbarer Kurzzeitunterkünfte in der Umgebung. Hochgerechnet auf einen Monat ergibt das rund 2850 Franken – für diese Lage ist das noch im Rahmen.»

Was hältst du von solchen Kurzzeit-Mietangeboten in Schweizer Städten?

Superpraktisch, wenn man flexibel eine Unterkunft braucht.

Der Preis ist in Ordnung für eine Woche in einer Grossstadt wie Zürich.

Ohne WLAN und Handtücher ist das für mich keine Option.

Viel zu teuer für eine Woche, da buche ich lieber ein Hotel.

Ich würde lieber ein Airbnb oder eine andere Plattform nutzen.

Ich habe dazu keine Meinung.

Rechtlich sieht Angst weder bei der kurzen Dauer der Untervermietung noch bei der verlangten Kaution ein Problem. Beides sei grundsätzlich zulässig. Die Kaution von 500 Franken wirke für lediglich sechs Tage zwar zunächst hoch, sei angesichts möglicher Schäden an der Wohnung jedoch eher tief bemessen.

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Josephine Schertenleib

Josephine Schertenleib (jos), Jahrgang 2001, arbeitet seit September 2024 für 20 Minuten und ist Teil des Regionen-Teams.

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