Stand: 30.08.2026, 14:03 Uhr
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Der Auftaktsieg des FC Bayern gegen Stuttgart war eine echte Duftmarke. Während die Liga sich vor Langeweile fürchtet, kündigt Dreesen an: „Haben was vor!“
München – Dass die Fans in der Südkurve am Freitagabend nicht mal bis zum Abpfiff gewartet hatten, um zu skandieren, was Millionen Fußballfans in Deutschland sofort unterschreiben würden, war auch den Bossen des FC Bayern auf der VIP-Tribüne nicht entgangen. Und so war die Evergreen-Zeile „Wir holen die Meisterschaft und den Europacup und den Pokal, den holen wir noch einmal“ für den beschwingten CEO Jan-Christian Dreesen und seine Kollegen auch ein herrlicher Ohrwurm für das erste Bundesliga-Wochenende. Wer eine „Duftmarke“ gesetzt hat, wie Sportvorstand Max Eberl nach dem ebenso beeindruckenden wie desillusionierenden 5:1 (1:0) gegen den VfB Stuttgart sagte, kann sich die übrigen acht Spiele ganz in Ruhe ansehen. Und genau das ist der Plan der Überbayern für die restlichen 33 Runden: einmal oben, immer oben.
Dreesen: „Wir haben noch einiges vor“
„Wir haben noch einiges vor“, bestätigte Dreesen nach dem Traum-Einstand in die 64. Spielzeit und strahlte aus, was auch auf dem Platz schon in den ersten 90 Minuten sichtbar geworden war. Diese Bayern müssen (zumindest national) auf niemand anderen als sich selbst schauen. Zwar war das Eröffnungsspiel in der vergangenen Saison – das 6:0 gegen RB Leipzig – auf dem Papier noch beeindruckender, dennoch ist das Team von Vincent Kompany als amtierender Double-Sieger schon viel weiter als zum selben Zeitpunkt 2025. Die taktische „Evolution“, von der der Coach vorab gesprochen hatte, mussten die deprimierten Schwaben als erste Opfer über sich ergehen lassen. Noch variabler, noch intensiver, noch gieriger und dank der Neuzugänge Nathaniel Brown und Ismael Saibari noch kreativer. Die Worte von Harry Kane klangen wie eine Drohung: „Es geht darum, uns als Mannschaft weiterzuentwickeln, die Messlatte höher zu legen, die Grenzen zu verschieben.“

Zu messen sind sie an diversen Parametern. Aber es ist nur logisch, dass Marken wie 122 Bundesliga-Tore und 91 -Punkte weit in den Hintergrund gedrängt werden, wenn es im Frühjahr international in die heiße Phase geht. Dass die Liga langweilig ist, könne man nicht ändern, sagte Dreesen: „Ich kann auch nicht für die anderen 17 Vereine sprechen.“ Der CEO aber kündigte bereits an: „Wir haben noch einiges vor.“ Wie sehr Kompany gewillt ist, jeden Tag dafür zu nutzen, um in Topform auch endlich international den letzten Schritt gehen zu können, wurde schon in den Minuten nach dem Schlusspfiff deutlich. Noch in der Kabine schwor der 40-Jährige sein Team auf die nächste Aufgabe ein. Eberl: „Auch wenn es lapidar klingt – jetzt geht‘s an die Bremer Brücke.“

Am Mittwoch (20.45 Uhr) wartet der VfL Osnabrück in der ersten Pokalrunde, ein ganz anderes Spiel. Daher war es sicher auch kein Zufall, dass Eberl auf das „Fundament“ aus „Laufintensität, Verteidigen und Bereitschaft“ hinwies: „Uns fällt nichts in den Schoß.“ Am Freitag war es ein Standard und Torschütze Dayot Upamecano, der den Knoten platzen ließ und die Offensiv-Power entfesselte. Aber genau aufgrund der ersten halben Stunde wisse man nur zu gut, betonte Joshua Kimmich, „dass wir noch ein Stück von unserem besten Level entfernt sind“.
Mantraartig wiederholt auch Kompany: „Perfekt ist es nie und es geht immer wieder bei null los.“ Und selbst der Ober-Boss weiß, dass man auf den Belgier lieber hört. Dreesens Wort zum Wochenende: „Wenn wir schon zufrieden wären, dann wäre Vincent nicht zufrieden, dass wir zufrieden sind.“ Also den Ohrwurm lieber noch nicht laut singen! (hlr/bok)