AfD-Chef im Sommerinterview: Chrupalla greift Merz an – „beschimpft die Ostdeutschen“

Stand: 01.09.2026, 21:09 Uhr

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Im Sat.1-Sommerinterview geht AfD-Co-Chef Tino Chrupalla Bundeskanzler Friedrich Merz an – und zeigt sich kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt siegessicher.

Berlin – Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat AfD-Co-Chef Tino Chrupalla Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Wählerbeschimpfung vorgeworfen. Merz hatte zuvor bei seiner Wahlkampftour in der Kleinstadt Quedlinburg vor einem Wahlsieg der AfD gewarnt und erklärt, Sachsen-Anhalt dürfe kein „Experimentierfeld für Wutbürger“ werden.

Tino Chrupalla, AfD-Bundes- und Fraktionsvorsitzender, spricht im Sat.1:newstime Sommerinterview.

Tino Chrupalla, AfD-Bundes- und Fraktionsvorsitzender, spricht im Sat.1:newstime Sommerinterview. © Kay Nietfeld/dpa

„Ich denke, damit macht er eher Wahlkampf für uns. Das freut mich auf die Art, wenn er weiter die Ostdeutschen beschimpft“, sagte Chrupalla im Sommerinterview der Sat.1-Sendung „newstime“. Dem Kanzler warf er laut Bericht der Deutschen Presse-Agentur vor, „knapp 40 Prozent oder vielleicht über 40 Prozent der Wahlberechtigten“ auszugrenzen und sein Amt verfehlt zu haben.

Kurz vor Sachsen-Anhalt-Wahl: Sommerinterview mit AfD-Chef Tino – auf SAT.1 und im Livestream

In den „:newstime Sommerinterviews“ stellten sich die Vorsitzenden von SPD, Linke, Bündnis 90/Die Grünen und AfD Fragen zu Themen wie Wirtschaft, Rente, Migration und Bildung. Nach Finanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil, Linken-Parteichefin Ines Schwerdtner und der Grünen-Vorsitzenden Franziska Brantner war Chrupalla am 1. September der Letzte in der Interview-Reihe. Das Interview mit dem AfD-Co-Chef ist am Dienstagabend um 19:45 Uhr auf SAT.1 und im Livestream auf Joyn zu sehen.

Das Sommerinterview mit AfD-Chef Chrupalla fand nur wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September statt. In aktuellen Umfragen liegt die AfD dort deutlich vorn. Damit könnte die in Teilen als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei erstmals in einem Bundesland Chancen auf eine absolute Mehrheit haben. Zuletzt deuteten die Umfragewerte allerdings eher auf schwierige Mehrheitsverhältnisse hin.

Wie die dpa vor Ausstrahlung des Sommerinterviews am Dienstagabend berichtet, bekräftigt Chrupalla im Gespräch den Anspruch seiner Partei, in Regierungsverantwortung zu kommen. Bereits im ARD-Sommerinterview am Sonntag (23. August) hatte sich der Parteivorsitzende der AfD siegessicher gegeben. Mit Blick auf Sachsen-Anhalt sagte er, die Machtfrage sei in dem Flächenland „wirklich greifbar“.

Im Sommerinterview: Chrupalla kritisiert Forderungen nach AfD-Verbotsverfahren

Chrupalla wies zudem Forderungen nach einem AfD-Verbotsverfahren zurück: Man schließe Wähler aus und spalte weiter die Gesellschaft, sagte er und verwies auf die bundesweiten Umfragewerte seiner Partei. Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hatten sich jüngst Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) in einem Gastbeitrag in der FAS für ein AfD-Verbotsverfahren ausgesprochen. Der Fokus solle dabei auf die „eindeutig völkischen Landesverbände der AfD“ in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg gerichtet werden. (Quelle: newstime, dpa, ARD, Tagesschau) (pav)