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Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist entschieden. Auch, wenn die Auszählung der Stimmen noch läuft, ist bereits jetzt klar: Die AfD ist der große Wahlsieger. Wird sie Sachsen-Anhalt in Zukunft regieren? Oder reicht es doch für ein Bündnis von CDU, Grünen und SPD – unter Duldung der Linken? Den aktuellen Stand der Auszählungen finden Sie hier.
Wie erwartet ist die AfD im neuen Landtag in Magdeburg mit Abstand stärkste Kraft. Die in Teilen rechtsextreme Partei konnte ihr Ergebnis im Vergleich zur Landtagswahl 2021 in etwa verdoppeln. Deutlich abgeschlagen liegt dahinter die CDU, die schlechter abschneidet, als die letzten Umfragen vermuten ließen. Überraschend stark sind laut der aktuellen Hochrechnung die Grünen. Zum Zünglein an der Waage könnte das BSW werden, das um den Einzug in den Landtag bangt.
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Hochrechnungen und Ergebnisse auf einer interaktiven Karte
Im Laufe des Abends werden immer weitere Hochrechnungen veröffentlicht, in denen die bereits ausgezählten Ergebnisse einfließen. Die Daten nähern sich dem Ergebnis also immer weiter an.
Auf unserer interaktiven Wahlkarte finden Sie den aktuellen Stand der Auszählung. Die Farbe der Wahlgebiete zeigt an, welche Partei dort vorn liegt. Dabei geht es um die Zweitstimme, die darüber entscheidet, nach welchem Verhältnis die Parteien in den Landtag in Magdeburg einziehen.
Mögliche Koalitionen: Wer kann mit wem?
Der Koalitionsrechner zeigt die Mehrheitsverhältnisse im Landtag in Magdeburg an, basierend auf dem aktuellen Stand der Auszählungen. Wer könnte – zumindest theoretisch – mit wem regieren? Tatsächlich dürfte die Regierungsbildung nach der Wahl kompliziert werden. Denn keine der anderen Parteien will mit der AfD koalieren. Damit scheint eine Minderheitsregierung wahrscheinlich. Einzig andere Möglichkeit wäre eine aktuell noch nicht auszuschließende absolute Mehrheit für die AfD.
Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: So geht es weiter
Wer auch immer Sachsen-Anhalt in Zukunft regiert: Für den neuen Landtag gibt es klare Fristen. Die erste Sitzung des neuen Parlaments muss spätestens am 30. Tag nach dem Wahltag stattfinden. Der 6. Oktober wäre damit der letztmögliche Termin.
Zunächst wird ein Landtagspräsident oder eine -präsidentin gewählt. Die stärkste Fraktion hat das Vorschlagsrecht. Scheitert der Kandidat im ersten Anlauf, können auch alle anderen Fraktionen Bewerber ins Rennen schicken. Das regelt eine noch im April von CDU, SPD, FDP, Linkspartei und Grünen beschlossene Parlamentsreform, mit der verhindert werden soll, dass die AfD den Landtagspräsidenten stellt.
Hintergründe zur Wahl in Sachsen-Anhalt – für Sie recherchiert
Bei der Wahl des Ministerpräsidenten gibt es dagegen keinen Zeitdruck. Nach einer bereits 2020 beschlossenen Parlamentsreform wurde die bis dahin geltende Frist von zwei Wochen für die Wahl des Ministerpräsidenten gekippt. Die Landesverfassung schreibt nun lediglich vor, dass der Landtag den Ministerpräsidenten ohne Aussprache in geheimer Abstimmung wählt.
Im ersten Wahlgang sind dafür die Stimmen der Mehrheit der Mitglieder des Landtags nötig. Erhält niemand auf Anhieb diese Mehrheit, wird innerhalb von sieben Tagen noch einmal abgestimmt. Kommt im zweiten Wahlgang wieder keine Mehrheit der Mitglieder zustande, muss der Landtag innerhalb von weiteren 14 Tagen zunächst über seine eigene Auflösung entscheiden. Lehnt der Landtag dies ab, findet unverzüglich ein weiterer Wahlgang statt. Gewählt ist dann, wer die Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhält.
Von André Pätzold, Jeremias Volker, Sebastian Vollnhals und Sebastian Lammers. Weitere Anwendungen des Teams finden Sie auf der Interaktiv-Übersichtsseite.
anp