Das Premium-Mountainbike von Amflow will mit seiner Motorleistung überzeugen. Auch sonst fehlt es an nichts, manchmal ist es aber zu viel.
19. September 2026 um 07:30 Uhr / Ein Test von Mario Petzold
- Amflow E-Bike mit 1.300 Watt: Bergauf eine Rakete, bergab etwas zäh
- Fahrleistung jenseits der Erwartungen
- Tempo verlangt gerade bergauf Vorsicht
- Amflow PX Carbon Pro: Fazit und Verfügbarkeit
150 Newtonmeter und 1.300 Watt sind die Spitzenwerte, die der Motor des Elektro-Mountainbikes Amflow PX Carbon Pro erreicht. Das allein ist Grund genug für einen ausführlichen Test. Trotz deutlich mehr als der zulässigen 250 Watt Leistung handelt es sich um ein ganz normales E-Bike, es gibt weder eine Versicherungs- noch eine Helmpflicht. Ein freiwilliges Tragen ist aber dringend anzuraten.
Die eigentliche Begrenzung auf 250 Watt Motorleistung ist hier nur im Durchschnitt erfüllt. Muss es dagegen schnell bergan gehen, schiebt der Motor in der höchsten Unterstützung mit 130 Newton und 900 Watt an. Ein zusätzlicher Turbomodus erhöht die Werte noch einmal.
Die höchste Stufe hält 30 Sekunden lang an, bevor der Motor zurück in die ohnehin sehr hohen Unterstützungswerte fällt. In unserem Test war der Motor nach diesen kurzzeitigen Maximalbelastungen spürbar warm geworden. Die Begrenzung hat also Gründe.
Ausstattung harmoniert mit dem Preis
Der starke Motor und der passend gewählte Akku mit 700 Wattstunden, der bei unseren vielen, teils auch unnötigen Beschleunigungsmanövern sowie den zahlreichen steilen Anstiegen immerhin noch für eine Reichweite von 60 bis 70 km genügte, erklären den stolzen Preis von 10.000 Euro allenfalls zur Hälfte. In der Maximalausstattung, die Golem von Amflow zur Verfügung gestellt wurde, wurde auch darüber hinaus an kaum einem Detail gespart.
Nachlesen lässt sich das am besten im Datenblatt des Herstellers(öffnet im neuen Fenster). Zusammengefasst lässt sich sagen, dass das Bremssystem Magura Gustav Pro, die Federung Fox 36 Factory und das elektronische Schaltsystem Sram X0 Eagle stets der besten verfügbaren Komponente entsprechen, die die jeweiligen Hersteller anbieten. Die Dämpfer allein verteuern das Rad um 1.500 Euro.

Hinzu kommen Fahrradteile, die von Amflow selbst stammen. Die Elektronik wiederum liefert Avinox, deren App sich unter anderem mit Komoot und Strava verbinden lässt. An dieser Stelle kommt jedoch auch ein wenig Ernüchterung auf. Die Navigation befindet sich noch in der Betaphase und immer wieder finden sich chinesische Schriftzeichen in Menüs.
Routen trackt das Rad zudem selbstständig, ohne Smartphone-Unterstützung. Wird die App gekoppelt, lassen sich Routen in Form von Rohdaten synchronisieren, später erneut fahren und analysieren.
Display perfekt für ein Mountainbike
Glücklicherweise wird die App außer für die Routenplanung und Navigation, sofern sie in der App freigeschaltet ist, nicht benötigt. Sämtliche Einstellungen gelingen über das eingebaute OLED-Display. Es wird per Touchfunktion gesteuert, was auch bei Regen fehlerfrei funktioniert. Zudem ist es hell genug, um selbst in strahlendem Sonnenschein und mit Sonnenbrille auf der Nase gut abgelesen zu werden.
Geschwindigkeit und Akkustand sind in allen Anzeigemodi zu sehen, die von einem reinen Tachometer bis zu ausführlichen Informationen zur Motorleistung oder der Routengestaltung sinnvolle Informationen liefern. Für das Licht, das selbst bei nächtlichen Fahrten im Wald mehr als genug Leistung bietet, wäre ein separater Knopf allerdings die bessere Wahl gewesen.
Zum Ein- sowie dem Umschalten zwischen Auf- und Abblenden führt der Weg zunächst ins Einstellungsuntermenü, was sehr undurchdacht wirkt, zumal an dem großen Scheinwerfer oder den beiden Schaltflächen links und rechts neben den Griffen mehr als genug Platz für einen physischen Knopf gewesen wäre.
In Summe lässt sich an der Ausstattung nichts bemängeln. Technik, Elektronik und Zusatzausstattung sind vom Feinsten. Mit zwei zu verschmerzenden Ausnahmen: Der Flaschenhalter ist viel zu klein, was an einem vollgefederten Rahmen aber erwartbar ist. Zudem liegt ein kleines Rücklicht bei, das eher in das Regal für Fahrradzubehör des nächsten Supermarkts passt, aber nicht an ein Premiumrad für eine fünfstellige Summe. Dafür stimmt die weitere Ausstattung. Vom passenden Montagewerkzeug bis zur Hochdruckpumpe für die Federung liegt alles bei.
Jetzt aber Schluss mit Zubehör und technischen Details. Wie fährt es sich mit bis zu 1.300 Watt, die jederzeit zusätzlich greifen können? Immerhin schaffen halbwegs trainierte Hobbyradler allenfalls 500 Watt, und auch das nicht lange.
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