Annäherung bei Gaza-VerhandlungNetanjahu und Kushner verständigen sich wohl auf ersten Schritt
17.08.2026, 18:32 Uhr
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In die Verhandlungen über die Zukunft Gazas kommt Bewegung: Bei Gesprächen über den US-Friedensplan nähern sich der US-Sondergesandte Kushner und Israels Ministerpräsident Netanjahu an. Zumindest über den ersten Schritt soll Einigkeit herrschen.
Im Ringen um die Umsetzung des US-Friedensplans für den Gazastreifen haben sich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der US-Sondergesandte Jared Kushner Regierungskreisen zufolge angenähert. Beide Seiten einigten sich darauf, "dass der erste Schritt zur Entmilitarisierung des Gazastreifens darin bestehen soll, die Hamas zur Übergabe ihrer Waffen zu verpflichten", wie es aus israelischen Regierungskreisen heißt. Diesen Schritt soll demnach ein US-General beaufsichtigen. Von US-Seite wurde eine solche Vereinbarung zunächst nicht bestätigt.
Das Treffen des Sondergesandten und Schwiegersohns von US-Präsident Donald Trump mit Netanjahu hatte laut Diplomatenkreisen am Vormittag begonnen. Es wurde erwartet, dass Netanjahu auch mit Nickolay Mladenov, dem Gaza-Gesandten des von Trump ins Leben gerufenen "Friedensrats", zusammentreffen würde. Diesen hatte Kushner bereits am Sonntag in Ägypten getroffen. Israelischen Medien zufolge sollte zudem der ehemalige britische Premierminister Tony Blair an den Gesprächen beteiligt sein.
Ein Hamas-Vertreter sagte, die islamistische Palästinenserorganisation habe Kushner mitgeteilt, dass Druck auf Netanjahu ausgeübt werden solle. Dessen Regierung solle sich an die getroffenen Vereinbarungen halten und diese umsetzen.
Am Sonntag war Kushner in Ägypten mit führenden Hamas-Vertretern zusammengetroffen. Dabei forderte er die Hamas erneut zu einer überprüfbaren Entwaffnung auf, wie aus mit den Gesprächen vertrauten Quellen verlautete. Eine Rolle der Hamas in einer künftigen Regierung des Gazastreifens schloss Kushner demnach weiterhin aus. Zudem habe er betont, dass der Gazastreifen "nie wieder eine Quelle des Terrors gegen Israel" werden dürfe.
Der von Trump vorangetriebene Gaza-Friedensplan sieht vor, dass die Hamas schrittweise ihre Waffen abgibt, während sich die israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen zurückziehen. Eine internationale Stabilisierungstruppe und eine neue palästinensische Polizei sollen die Verantwortung in dem Küstenstreifen übernehmen.
Trump hatte seine Pläne für eine Entwaffnung der Hamas und ihrer Verbündeten sowie einen Rückzug der israelischen Armee Ende Juli vorgestellt und als "Meilenstein" bezeichnet. Die Hamas, die weiterhin große Teile des Gazastreifens kontrolliert, hatte dem Trump-Plan nach eigenen Angaben zugestimmt. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.
Netanjahu lehnt den Plan dagegen ab. Er fordert vor einem Rückzug Israels aus dem Gazastreifen nicht nur eine Entwaffnung der Islamisten, sondern auch die Vernichtung aller im Gazastreifen befindlichen Waffen.
Die Hamas und ihre Verbündeten hatten am 7. Oktober 2023 Israel überfallen. Bei dem Großangriff wurden mehr als 1200 Menschen getötet, 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Israel reagierte mit massiven Angriffen auf den Gazastreifen, bei denen nach nicht überprüfbaren Hamas-Angaben seither mehr als 70.000 Menschen getötet wurden. Trotz einer im Oktober vereinbarten Waffenruhe griff die israelische Armee zwischenzeitlich nahezu täglich Ziele im Gazastreifen an.
Quelle: ntv.de, jki/AFP