Ob Förster, Fischer, Landwirt oder Rentnerin – die Hitze lässt niemanden kalt. In der «Arena» stellen Direktbetroffene nun Forderungen an die Politik. Doch in Bern ist man sich keineswegs einig darüber, welche Lehren aus dem Hitzesommer 2026 gezogen werden sollen.
21.08.2026, 23:21
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«Es war schlimm. Wir haben wirklich gelitten», berichtet Rentnerin Monika Rellstab vom Hitzesommer. Im Altersheim habe man mangels Klimaanlagen zu unkonventionelleren Lösungen gegriffen und beispielsweise Babybäder benutzt, um immerhin die Füsse zu kühlen. «Es ist höchste Zeit, dass die Politik etwas macht», so Rellstab.
Die Gäste in der «Arena»:
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- Lisa Mazzone, Präsidentin Grüne
- Ernst Wandfluh, Nationalrat SVP/BE
- Corina Gredig, Fraktionspräsidentin GLP und Nationalrätin GLP/ZH
- Hanspeter Hilfiker, Präsident Schweizerischer Städteverband und Stadtpräsident Aarau/FDP
Publikumsgäste:
- Martin Flury, Landwirt und Präsident Verband Schweizer Zuckerrübenpflanzer
- Monika Rellstab, Rentnerin
- Thomas Kuhn, Förster und Präsident Zürcher Forstpersonal
- David Bittner, Geschäftsführer Schweizerischer Fischerei-Verband
Ausserdem im Studio:
- Gaudenz Flury, Redaktionsleiter SRF Meteo
Doch nicht nur die Rentnerin blickt auf einen aussergewöhnlichen Hitzesommer zurück. In der Schweiz leidet auch die Natur und mit ihr die Wirtschaft.
Hitzesommer 2026: Betroffene erzählen
«Alle wünschen sich eine Klimaanlage. Der Wald ist eine Klimaanlage», so Förster Thomas Kuhn in der «Arena». Um aber die Wälder pflegen zu können, brauche es eine gewisse Sicherheit – vor allem in Bezug auf die finanziellen Mittel. Doch just für klimataugliche Aufforstung will der Bundesrat Gelder streichen. Selbst Ernst Wandfluh ist mit dieser geplanten Kürzung nicht einverstanden. Der SVP-Nationalrat präsidiert den Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verband und kennt die prekäre Situation in der Forst- und Landwirtschaft aus erster Hand. Genauso Zuckerrübenpflanzer Martin Flury. Bei seiner Ernte ist in diesem Jahr mit erheblichen Einbussen zu rechnen, wie er sagt: «Es ist ein Trauerspiel.»
Auch viele Gewässer hierzulande darben – mit erheblichen Folgen für Fauna und Flora. «Wir gehen von Millionen toten Fischen, Krebsen und anderen Wassertieren aus», erzählt David Bittner, Geschäftsführer des Schweizerischen Fischerei-Verbands.
Jetzt ist die Politik gefordert
Es brauche eine Wasser- und eine Kältestrategie, findet GLP-Fraktionspräsidentin Corina Gredig. «Wir dürfen aber den Klimaschutz nicht vergessen», mahnt sie. Die Schweiz könne dabei eine Vorreiterrolle einnehmen: «Wir sind eines der reichsten Länder der Welt. Wir sind Innovationsweltmeisterin. Wer, wenn nicht die Schweiz, geht voran?»
Eine Kuh kann man nicht elektrifizieren.
Allein könne die Schweiz das Klima nicht retten, findet indes Ernst Wandfluh. Ausserdem mache die Schweiz bereits viel gegen den Klimawandel. Doch gerade in der Landwirtschaft sei der nächste Schritt oftmals nicht so einfach: «Eine Kuh kann man nicht elektrifizieren».
Wenn es nach Grünen-Präsidentin Lisa Mazzone geht, unternimmt die Schweiz in puncto Klimaschutz viel zu wenig. Der gegenwärtige Hitzesommer zeige: «Die Klimakrise ist voll in unserem Alltag angekommen.» Nachdem die Genferin kürzlich den Departementswechsel von UVEK-Vorsteher Albert Rösti forderte, zeigt sie sich heute noch immer enttäuscht vom Bundesrat. Auch kritisiert sie die SVP: «Die Position der SVP ist nicht haltbar. Nur Anpassung reicht nicht. Wir müssen jedes Grad der Erwärmung bekämpfen.»
Corina Gredig bejaht, nimmt auch die FDP in die Pflicht: «Wir haben einen Bundesrat mit SVP- und FDP-Mehrheit, der in den letzten Jahren wahnsinnig wenig für den Klimaschutz gemacht hat.»
Hanspeter Hilfiker, Aarauer FDP-Stadtpräsident, nimmt die FDP in Schutz – die Partei unterstütze die Klimastrategie 2050 klar. Hilfiker präsidiert den Schweizerischen Städteverband. Dort wolle man nicht die Parteikeule schwingen, sondern über die Parteigrenzen hinweg Lösungen finden. Schliesslich treffe die Hitze die Städte ganz besonders. «Wir brauchen einen nationalen Aktionsplan, um die Anpassungen an die klimatischen Verhältnisse zu koordinieren», fordert Hilfiker.
«Arena», 21. August 2026, 22.25 Uhr