Stand: 03.09.2026, 08:30 Uhr
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Tradition und Familie – dafür steht die Augustiner Festhalle auf der Wiesn. Ein Vater-Sohn-Duo schmeißt hier die Schänke 4 – und erklärt, was das Bier aus dem Holzfass so süffig macht.
München – Jürgen Zirch schenkt sein halbes Leben lang in der Augustiner Festhalle auf der Wiesn aus. Der 62-Jährige steht an der Schänke 4 am Zapfhahn. In 2,5 Sekunden füllt der Landschaftsgärtner aus Dießen am Ammersee den Liter Bier aus dem Holzfass ins Glasl. Seine Hände sind so groß, dass die Mass nur mehr wie ein Krügerl wirkt. Seit vier Jahren steht hier sein Sohn Johannes neben ihm. Der 20-Jährige, ebenfalls Landschaftsgärtner, nimmt sich wie der Papa extra frei für die Wiesn.

Dass das Vater-Sohn-Duo die Schänke 4 schmeißt und die 22-jährige Helena, Tochter beziehungsweise Schwester, im Büro arbeitet, freut Wirt Thomas und seine Schwester Melanie Vollmer besonders. „Das ist exemplarisch für unser Festzelt“, sagt der 54‑Jährige. „Nicht nur wir selbst helfen hier als Familie zusammen, sondern auch viele unserer Leute in der Belegschaft.“
Die Wirtsfamilie:

Die Augustiner Festhalle wird von der Familie Vollmer geführt. 2012 hat Thomas Vollmer (54) das Zelt von seinem Vater Manfred (83) übernommen. Dieser wurde 1988 Wiesn-Wirt. Inzwischen führen seine Kinder die Geschäfte – und seit 2023 bekommt Thomas Vollmer Unterstützung von seiner jüngeren Schwester Melanie (32). Sie kümmert sich vor allem um die Hausbox. Thomas Vollmer leitet außerdem das Augustiner Stammhaus an der Neuhauser Straße in der Münchner Altstadt.
Väter und Kinder, Tanten und Nichten, Ehepaare – so gut wie jede Verwandtschaftskonstellation kann die Festhalle vorweisen. „Unter unseren Gästen sitzen ebenfalls oft mehrere Generationen gemeinsam am Tisch“, sagt Vollmer. „Dieses familiäre Gefühl macht uns einfach aus.“
Augustiner: Das Holzfass als Wahrzeichen für Tradition und Gemütlichkeit
Noch ein Detail unter diesem hopfengrünen Zelthimmel ist ein Wahrzeichen der Gemütlichkeit und Tradition: das Holzfass. Es braucht nur einen Blick von Schankkellner Jürgen Zirch, dann rollt sein Helfer ein neues heran. Aus dem Kühllager über die leicht abschüssige Plattform, die sich „Ganter“ nennt. Zirch steht unterhalb der Rampe und legt den Wechsel an. Gekonnt treibt er ihn mit dem Schlegel ins Fass und läutet die Glocke an der Wand: „Jetzt wissen alle, dass hier frisch angezapft ist!“

Im Kühllager warten gut 50 Hirschen. Jedes dieser Fässer hat ein Leergewicht von 80 Kilogramm und fasst 200 Liter Bier. Die Zirchs arbeiten damit wie vor 100 Jahren. In anderen Zelten gibt‘s Metalltanks und Rohrleitungen. Hier zählt Muskelkraft. Nur die Augustiner-Brauerei schenkt auf der großen Wiesn aus dem Holzfass aus.
Traditionelles Handwerk trifft moderne Technik: Jedes Holzfass ist gechipt
Jürgen Zirch zieht das „Pfeiferl“, ein Luftventil, aus dem Spundloch auf der Fass-Oberseite und kontrolliert die kleine Messingkugel im Inneren. So kann während des Zapfens Luft nachziehen. Das Pfeiferl verhindert ein Vakuum. Traditionelles Handwerk braucht physikalisches Know-how, innen drin aber steckt inzwischen moderne Technik: Durch einen RFID-Chip lässt sich jedes Fass orten.
Die Augustiner Festhalle

Bierpreis: 14,90 Euro
Brauerei: Augustiner
Halbes Hendl: 17,20 Euro
Schmankerl: Saures Lüngerl „Münchner Art“ in brauner Einbrenne mit Semmelknödel für 13,50 Euro
Günstig essen: Am Familientag gibt‘s Hits for Kids: Nudeln mit Tomatensoße, Parmesan, Fruchtsaftgetränk und eine Wundertüte für 7,50 Euro. Die Großen kriegen Krautwickerl mit Speckscheibe und Kartoffelpüree für 17,20 Euro.
Sitzplätze: 6000 innen, 2500 im Biergarten
Musik: Ab 12 Uhr spielt die Augustiner Festkapelle (Leitung Reinhard Hagitte). An den Wochenenden und am Feiertag spielen ab 10 Uhr verschiedene Jugendkapellen zum Frühschoppen auf (nicht am Eröffnungstag).
Groß pausieren kann Familie Vollmer freilich nicht. Aber ein schneller Schluck von der Schaumigen zaubert dem Wirt ein Lächeln ins Gesicht: „Das Holzfass ist die DNA unseres Festzelts.“

Augustiner: Das macht Bier aus dem Holzfass so süffig
Dass das Holz Geschmack ans Bier abgibt, sei übrigens ein Irrglaube, erklärt Vollmer. Beides komme nie in Berührung: Die Fässer werden gepicht und mit einer Harzschicht versehen, die die Holzporen und Fugen bedeckt und verhindert, dass Kohlensäure austreibt. Mit 2,3 Grad kommt das frischgezapfte Bier zum Gast. Bei null Grad wird es hinter dem Ganter gelagert. „Wegen der Kälte ist die Kohlensäure stark gebunden“, erklärt Zapfkoryphäe Jürgen Zirch. „Genau das macht das frische Bier so süffig.“ Und zur DNA einer Zelt-Legende auf der Theresienwiese. (sco)
Große Verlosung: So gewinnen Sie!
Hier lassen wir ein Stückerl Wiesn-Glück für die Leserinnen und Leser von tz und Münchner Merkur springen: Wir spendieren Ihnen in Kooperation mit den Wirtinnen und Wirten des Oktoberfestes insgesamt 3200 Freimarken. Pro Festzelt sind das 100 Mass und 100 halbe Hendl! Täglich gewinnen 25 tz-Leser und 25 Merkur-Leser je zwei halbe Hendl und zwei Bier.
Getreu dem Motto „Mein schönstes Wiesn-Selfie“ nehmen uns die Wirte heuer exklusiv mit hinter die Kulissen. Heute sind wir zu Besuch in der Augustiner Festhalle bei Familie Vollmer. Hier wird das Bier noch wie vor Jahrhunderten aus dem Holzfass ausgeschenkt.
Machen Sie mit: Rufen Sie heute, am 3. September 2026, unter der Nummer 01378/ 80 66 42 (Telemedia Interactive GmbH, 50 Cent aus Mobil- und Festnetz) an und sprechen Sie das Kennwort Augustiner, Ihren vollen Namen und Ihre Adresse auf das Band. Den Gewinnern schicken wir die Freimarken gerne zu. Viel Glück!