Ford und Geely kooperieren: Wirtschaftliche Vernunft schlägt Populismus

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Ford öffnet seine Fabrik im spanischen Valencia für den chinesischen Autobauer Geely. Man könnte sagen, diese Nachricht sei der nächste Schritt einer zutiefst bedrohlichen Entwicklung: Chinas übermächtige E-Auto-Industrie greift nach Europa.

So betreibt E-Auto-Marktführer BYD ein neues, hochmodernes Werk in Ungarn. Xpeng lässt Fahrzeuge in der österreichischen Fabrik von  Magna Steyr montieren. Chery nutzt ein ehemaliges Nissan-Werk in Barcelona. Leapmotor und Dongfeng produzieren zusammen mit Stellantis. Und nun auch noch Ford und Geely: Im kommenden Jahr sollen die Chinesen bei den Amerikanern einziehen.

Man könnte also sagen, diese Entwicklung sei womöglich der Anfang vom Ende der europäischen Autoindustrie, weil China als Dominator bei den wirklich entscheidenden Technologien – Vernetzung, KI, Batterien – über kurz oder lang jeden vermeintlichen Partner an die Wand spielen wird. Oder man könnte sagen: Das ist Marktwirtschaft. Das ist Globalisierung, wie sie sein soll.

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In Europa gibt es seit Jahrzehnten große Überkapazitäten in den Autofabriken und aufgeblähte Managementstrukturen in den Verwaltungen der Autokonzerne. Das wurde kaschiert durch Gewinne aus dem hochprofitablen China-Geschäft. Nun aber ist die Tünche ab: Weil westliche Hersteller in China dramatisch Boden verloren haben, können sie sich die europäische Schwäche nicht länger leisten und diskutieren landauf, landab schmerzhafte Sparprogramme.

Chinas Hersteller wiederum werden technisch immer stärker, leiden aber unter Überkapazitäten im Heimatland – drängen also auf neue Absatzmärkte. Der eine will schrumpfen, der andere wachsen. Es gibt ein Fabrikangebot und eine Fabriknachfrage. Es findet zusammen, was zusammengehört. Genau so soll es sein, marktwirtschaftlich gesehen.

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Das Gleiche gilt auf der technischen Ebene. Chinesische Hersteller sind da führend, wo Stellantis oder Ford besonders schwach sind: bei E-Auto-Technologien. Wen wundert es, dass gerade hier die interessierten Player zusammenrücken?

Und natürlich sind es auch die EU-Zölle auf chinesische Autos, die Chinas Hersteller dazu bewegen, sich in Europa anzusiedeln. Aber auch das ist Globalisierung, wie sie sein soll. Chinas Regierung subventioniert die eigenen Hersteller allzu üppig. Die EU schöpft diese exzessive Förderung mit den Zöllen ab – nicht willkürlich und aggressiv wie die USA unter Präsident Donald Trump, sondern differenziert und mit Augenmaß.

Die Zölle bewegen Chinas Hersteller zur Produktion in Europa. Nun müssen sie sich hier behaupten, unter unseren Bedingungen, bei unseren Lohn- und Energiekosten, auch beliefert von unseren Zulieferern.

So muss Globalisierung sein. Wirklich schön, dass es das noch gibt, in Zeiten, in denen die USA unter Präsident Donald Trump dem Isolationismus und dem Protektionismus huldigen. Am Mittwoch gab ein Ausschuss des US-Senats grünes Licht für einen Gesetzentwurf, der Autos mit bestimmten chinesischen Bauteilen oder Autos von Herstellern mit chinesischen Investoren verbieten würde. Es geht bei diesem Manöver vor allem um eines: den amerikanischen Autobauern die chinesische Konkurrenz vom Hals zu halten.

Gut, dass wir die Dinge in Europa anders lösen.