Badeschiff für Frankfurt: Stadt winkt nach 20 Jahren Diskussion ab

Stand: 27.07.2026, 06:00 Uhr

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Badeschiff am Donaukanal, Wien, Österreich

Schon seit 20 Jahren gibt es in der österreichischen Hauptstadt ein Badeschiff am Donaukanal. © Gredler-Oxenbauer Willfried / CH/picture-alliance

Mainz schreibt eine Machbarkeitsstudie für ein Badeschiff auf dem Rhein aus. In Frankfurt wird das Projekt seit zwei Jahrzehnten diskutiert – doch die Stadt nennt es „politisch nicht gewollt".

Frankfurt – Die Nachricht dürfte bei manchen Frankfurtern Erinnerungen wecken: Kürzlich wurde bekannt, dass die Stadt Mainz eine Ausschreibung auf den Weg gebracht hat, in der es um die Machbarkeitsstudie für ein Badeschiff auf dem Rhein geht. Ein Projekt also, das seit rund zwei Jahrzehnten in schöner Regelmäßigkeit auch für den Main in Frankfurt diskutiert wird – nach dem Vorbild der Badeschiffe in Berlin und Wien. Allerdings ohne greifbares Ergebnis.

Vor allem der Frankfurter Projektentwickler Eckart von Schwanenflug hat das Vorhaben jahrelang verfolgt. Hat immer wieder Vorstöße bei der Stadt unternommen und auch Pläne vorgelegt, wie ein solches Badeschiff aussehen könnte. Von einem 50 Meter langen Becken mit vier Bahnen ist die Rede gewesen, ebenso von Sauna, Wellness, Fitnessstudio und Bistro.

Heute blickt er einigermaßen frustriert darauf zurück. Er habe sich „komplett rausgezogen“ aus dem Projekt, für das er so viel Vorarbeit geleistet habe, sagt er. Denn seitens der Stadt Frankfurt habe es „null Unterstützung“ gegeben: „Die Stadt hat keine Energie, um das zu verfolgen. Es ist politisch nicht gewollt.“

Zwar keimte vor drei Jahren noch einmal Hoffnung auf. Der Magistrat hatte bekannt gegeben, dass man in Zusammenhang mit der Mainkai-Sperrung das „Urban Land Institute“ mit der Durchführung eines Expertenworkshops beauftragt habe, bei dem es unter anderem um ein Badeboot auf dem Main gehen solle. Doch auch das ging offenbar sang- und klanglos unter.

Jedenfalls liege der Stadt derzeit keine Anfrage für ein Badeschiff auf dem Main vor, teilt eine Sprecherin des Umweltdezernats mit. Es gebe auch keine konkreten Planungen oder Beschlüsse zur Umsetzung eines solchen Vorhabens. In den vergangenen Jahren habe sich die Stadtverwaltung mehrfach mit entsprechenden Überlegungen befasst. „Dabei wurden sowohl Gespräche mit einem Projektinitiator als auch verwaltungsinterne Abstimmungen unter Beteiligung verschiedener Fachämter geführt.“

Die Prüfungen hätten aber gezeigt, „dass ein solches Vorhaben eine Vielzahl komplexer Fragen aufwirft“, so die Sprecherin. Etwa im Hinblick auf die Einbindung in den sensiblen Uferbereich, die Auswirkungen auf das Erscheinungsbild der Flusslandschaft sowie auf das Stadtbild.

Grundsätzlich sei ein Badeschiff samt Steg „eine wasserrechtliche Anlage“. Aus diesem Grund seien unter anderem die Anforderungen des Hochwasserschutzes, der Schutz des Gewässerrandstreifens sowie wasserrechtliche Vorgaben zu beachten. „Darüber hinaus wären Belange der Bundeswasserstraße Main, Fragen der Ver- und Entsorgung sowie weitere rechtliche und tatsächliche Rahmenbedingungen mit den jeweils zuständigen Stellen zu prüfen“, informiert die Sprecherin. Dabei gehe es auch um ökologische Belange. Vor diesem Hintergrund habe sich die bislang kritische fachliche Einschätzung des Umwelt- und Grünflächenamtes nicht verändert.