Die Alba-Basketballer sind nach einem Totalumbruch völlig überraschen Meister geworden. In dieser Saison gehen die Berliner mit einem „Wunschkader“ in die neue Spielzeit, wie Geschäftsführer Marco Baldi sagte. Ist der Titelverteidiger, der am Freitag gegen die Niners Chemnitz (20.00 Uhr/Dyn) in die neue Spielzeit startet, also ein Meisterschaftskandidat?
„Natürlich ist jetzt auch eine Erwartungshaltung da“, sagte Baldi. Aufsichtsrat Axel Schweitzer versucht die aber auch gleich wieder zu drosseln. „Wir dürfen das nicht als Normalität nehmen. Deshalb gibt es für uns auch nichts zu verteidigen“, sagte er. Das sieht auch Sportdirektor Himar Ojeda so: „Die Meisterschaft war eine Belohnung für die harte Arbeit. Das heißt aber nicht, dass uns das jetzt jedes Jahr gelingt.“
Alba konnte Leistungsträger halten
Dennoch hoffen sie, dass dieser Titel dem Team ein neues Selbstverständnis geben kann. „Das, was uns letzte Saison stark gemacht hat, müssen wir in unsere DNA aufnehmen“, sagte Baldi. Das war vor allem der Teamspirit. Umso wichtiger war es deshalb, dass mit Leistungsträgern wie Point Guard Martin Hermannsson oder Final-MVP Justin Bean verlängert werden konnte.
Der Kern des Teams konnte gehalten werden. „Die wichtigsten Puzzleteile sind weiter da. Das ist enorm wichtig“, sagte Hermannsson. Ein besonderer Coup gelang auch, als Talent Jack Kayil einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieb. Denn eigentlich war der 20-jährige gebürtige Berliner im Sommer vom NBA-Club New York Knicks gedraftet worden. „Es war vielleicht auch ein bisschen Pech dabei. Aber es wurde klar kommuniziert, dass es für mich aktuell keinen Platz bei den Knicks gibt“, berichtete er.
Kayil träumt weiter von der NBA
Und da er nicht in der US-amerikanischen Nachwuchsliga G-League spielen wollte, gab es für ihn nur eine wirkliche Option. „Da musste ich nicht lange nachdenken, dass ich wieder zu einem Vertrauensstandort wie Alba zurückkehre“, sagte er. Auch, wenn sein NBA-Traum weiter erhalten bleibt. „Er verschiebt sich nur um ein, zwei, drei Jahre“, ergänzte er.
Auch, wenn Alba wieder mehr Konstanz im Kader hat. Mit Jordan Ford (Bahçeşehir/Türkei) Brandon Angel (Hapoel B'er Sheva/Israel), Julius Böhmer (BG Göttingen) und Joe Wieskamp (Science City Jena) gibt es trotzdem vier Neuzugänge, die integriert werden müssen. Alles Spieler, „die wir schon lange auf dem Zettel hatten“, wie Baldi hervorhob. Für Hermannsson aber auch eine Herausforderung. „Vier neue Leute in einem 12-Mann-Kader sind immer noch viel“, so der Isländer.
Alba-Sportdirektor sucht noch einen Center
Dennoch scheinen die Voraussetzungen besser zu sein als letztes Jahr. Aber nach einer holprigen Vorbereitung wird es erneut Zeit und Geduld brauchen - wie im letzten Jahr. „Jetzt sind wir die Champions und jeder wird gegen uns besonders motiviert sein. Die Erwartungen sollten deshalb nicht durch das Dach gehen“, sagte Hermannsson. Zumal der Titelfavorit FC Bayern München wieder mächtig aufgerüstet hat. „Und sie dieses Jahr erneut überraschen, wird schwer“, so Ojeda
Zumal der Berliner Kader auch noch nicht komplett ist. Gesucht wird noch ein Center. Die scheinen aber gerade auf dem Markt rar zu sein. „Wir haben eine Liste mit Kandidaten. Aber das sind ehrlicherweise nicht sehr viele“, berichtete Ojeda.
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