Bayern und Südtirol machen gemeinsame Sache: Variable Maut soll Brenner-Chaos beenden
Stand: 23.07.2026, 20:55 Uhr
Kommentare
Bayern und Südtirol wollen den Brenner-Stau beenden: Eine variable Maut soll den Transit auf der A22 effizienter, sicherer und nachhaltiger machen.
Die Provinzen Trient und Bozen bilden gemeinsam mit dem Freistaat Bayern eine Linie, um das Verkehrsproblem entlang der A22-Achse anzugehen und eine Studie zur technischen und rechtlichen Machbarkeit der Einführung einer „variablen Maut“ je nach Umweltklasse der Fahrzeuge und Durchfahrtszeit zu starten. Das Vorhaben soll einen neuen Ansatz im Umgang mit den zunehmenden Verkehrsströmen auf dieser zentralen Transitroute eröffnen.
Content-Partnerschaft
Dieser Artikel von Marika Giovannini entstand in Kooperation mit Corriere della Sera
Der Entwurf eines „Memorandum of Understanding“ lag am 17. Juli auf dem Tisch der Landesregierung, die das Verfahren billigte. „Die Verwaltung der A22“, erklärte Landesrat Mattia Gottardi, „kann nicht länger ohne eine weitreichende Digitalisierung und eine intelligente Steuerung der Verkehrsflüsse auskommen, insbesondere in einer Phase, in der einseitige Verbote an der Grenze erhebliche Beeinträchtigungen verursachen.“ In diesem Zusammenhang bündeln die beteiligten Gebiete ihre Kräfte, um eine erste Studie zur variablen Maut zu starten.

Diese variable Maut ist als „Schlüsselelement“ innerhalb eines umfassenderen Maßnahmenpakets gedacht, das darauf abzielt, Verkehrsstauungen zu vermeiden und den Transit effizienter zu gestalten. „Ziel ist es“, fügte der Landesrat hinzu, „nicht, den Sektor zu bestrafen, sondern die grenzüberschreitenden Konflikte zu überwinden und sicherzustellen, dass der Verkehr entlang der Brennerachse für unsere Gebiete flüssig, sicher und nachhaltig verläuft.“ Die Initiative soll somit auch zur Entschärfung politischer Spannungen rund um den Brenner beitragen.
Neue Investitionen in die forstliche Infrastruktur
Ebenfalls in der gestrigen Sitzung gab die Landesregierung grünes Licht für eine neue Ausschreibung, die von Landesrat Roberto Failoni vorgelegt wurde und die Finanzierung von Maßnahmen zur Errichtung und Anpassung von Forststraßen und Forstplätzen vorsieht. Insgesamt stellt die Exekutive hierfür 1,25 Millionen Euro bereit. Die Mittel sollen gezielt eingesetzt werden, um bestehende Infrastrukturen zu modernisieren und neue Verbindungen in sensiblen Gebieten zu schaffen.
„Dabei handelt es sich“, so Failoni, „um die erste Ausschreibung überhaupt für die forstliche Erschließung, die vollständig aus direkten Mitteln des Landeshaushalts finanziert wird.“ Eine effiziente forstliche Straßeninfrastruktur sei schließlich eine zentrale gemeinschaftliche Ressource, um den Wald sicher nutzbar zu machen. Sie diene nicht nur der Forstwirtschaft, sondern auch dem Katastrophenschutz, der Instandhaltung sowie der geordneten touristischen Nutzung.