Bei Hochland rollen die Bagger an: Fußgängerbrücke über B17 geplant – Straße muss gesperrt werden

Stand: 29.08.2026, 21:00 Uhr

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Die Firma Hochland investiert weiter kräftig in den Standort Schongau. Der neue Parkplatz für die Belegschaft (im Bild rechts)  ist nun mit einer PV-Anlage überdacht. Noch heuer soll eine Fußgängerbrücke über die B17 gebaut und ein Bauantrag für eine Erweiterung eingereicht werden.

Die Firma Hochland investiert weiter kräftig in den Standort Schongau. Der neue Parkplatz für die Belegschaft (im Bild rechts) ist nun mit einer PV-Anlage überdacht. Noch heuer soll eine Fußgängerbrücke über die B17 gebaut und ein Bauantrag für eine Erweiterung eingereicht werden. © Hans-Helmut Herold

Im Schongauer Werk von Hochland stehen viele Baustellen an. Über die B17 wird eine Fußgängerbrücke für die Mitarbeiter gebaut. Außerdem ist ein Anbau für die Sozialbereiche geplant.

Schongau – Bei Hochland kann heuer noch gefeiert werden: Vor 30 Jahren wurde erstmals am neuen Standort in Schongau produziert. Nachdem 1988 die Feinkäserei Hochland die beiden Käsereien des Ersten Bayerischen Butterwerks in Schongau und Steingaden übernommen hatte, war im November 1996 in der Lechstadt der erste Tropfen Milch für Hochland verarbeitet worden. 1997 gingen dann die Weiß- und die Frischkäserei in Betrieb. Seitdem ist viel passiert. Das Werk hat heute eine Größe von 68.000 Quadratmetern. Hinzu kommen 20.000 Quadratmeter für die werkeigene Kläranlage. Erweiterungsflächen im Osten, Parkplätze im Westen und Grünland beim Umspannwerk umgeben die Produktion.

Für Hüttenkäse-Produktion wurde Platz geschaffen

Der Ausbau in Schongau erfolgte nach und nach. Immer wieder wurden Gebäudeteile angebaut und vergrößert. Zuletzt wurde etwa Platz geschaffen für die Hüttenkäse-Produktion in Schongau – ursprünglich von Danone in Rosenheim produziert. „Das löste eine Art Kettenreaktion aus“, erinnert sich Martin Strommer, seit 2023 Werksleiter in Schongau und schon seit 19 Jahren bei Hochland. 2023 ging auch das neue Hochregallager in Betrieb (wir berichteten).

TPB-Elektriker Jan Blockhaus (blaue Kleidung) und Matthias Höpfl,  Anlagenbediener der Hüttenkäserei, kontrollieren den gesamten Ablauf der Gervais-Abfüllung.

Sie kontrollieren den gesamten Ablauf der Gervais-Abfüllung: TPB-Elektriker Jan Blockhaus (blaue Kleidung) und Matthias Höpfl, Anlagenbediener der Hüttenkäserei. © Hans-Helmut Herold

Der Frischkäse macht den größten Teil des Absatzes aus, dann folgt der Weißkäse. Und beim Hüttenkäse steige die Nachfrage, „Gervais ist Marktführer im Hüttenkäsebereich“, so Strommer. Neben den Marken Almette, Patros und Gervais werden seit 2025 auch einige Produkte der Marke SimplyV in Schongau produziert. Der Werkleiter rechnet damit, dass dieses Jahr in Schongau insgesamt 70.000 Tonnen Käse hergestellt werden, das sind umgerechnet 70 Millionen Kilogramm.

Vorbereitungen für Bau der Fußgängerbrücke über B17 laufen – Straße muss für Arbeiten gesperrt werden

Und in Schongau gibt es noch Kapazitäten. „Deshalb sind wir auch so daran interessiert, unsere Infrastruktur stetig weiter auszubauen“, so Strommer. Im Frühjahr vergangenen Jahres wurde die Werkskanalisation auf den neuesten Stand gebracht. Der eben fertig gewordene Mitarbeiterparkplatz war im Vorfeld mehrfach Thema in Sitzungen der Stadt, ist dieser doch kein gewöhnlicher. Die Parkfläche für die Pkw wird von einer Photovoltaiküberdachung überspannt. Die erzeugte Energie wird vollständig im Werk genutzt. Was noch fehlt, ist eine Fußgängerbrücke über die Bundesstraße, ähnlich dem Vorbild von Hoerbiger. Für den Bau etwa sechs Meter nördlich der bisherigen reinen Versorgungsbrücke von Hochland über die B17 laufen schon seit einigen Wochen die Vorbereitungen. Nach den Sommerferien soll ein Fertigbauteil auf die derzeit eingebrachten Fundamente gesetzt werden. Das bekommen dann sicherlich alle Bürger in Schongau und Umgebung mit, denn hierfür muss die B17 komplett gesperrt werden.

Sozialräume und Umkleiden sollen energetisch saniert werden

Damit enden bei weitem nicht die Pläne für Schongau: Da das Werk an seine Grenzen stößt, würden derzeit Konzepte zur Erweiterung der Sozialbereiche entwickelt. Der entsprechende Bauantrag soll bis Ende des Jahres zur Genehmigung eingereicht werden. Auf der durch die neuen Mitarbeiterparkplätze nicht mehr benötigten Fläche soll ein Neubau entstehen, der bisherige Bau für Sozialräume wie Umkleiden soll im Anschluss energetisch saniert werden. „Insgesamt werden wir in den kommenden drei Jahren, 2027 bis 2029, im Bereich Um- und Erweiterungsbau gut beschäftigt sein“, schätzt der Werkleiter. „Dann sind wir für die Zukunft gut aufgestellt, und das ist auch ein klares Statement: Der Standort Schongau ist uns wichtig.“ Über die Höhe der Investitionssumme macht Hochland keine Angaben.

In der anschließenden Werksführung zeigt sich, wie weit die Automation in der Produktion des Hüttenkäses Einzug gehalten hat. Von der Befüllung der Gervais-Becher bis zum Transport der fertig gepackten Paletten ins Hochregallager – jeder Arbeitsschritt wird automatisch gesteuert. Sogar der Gabelstapler bewegt sich scheinbar frei im Raum, ohne sichtbare Steuerung. Ein auf den Boden projiziertes Lichtband zeigt dem Mitarbeiter an, wie der Roboter einparkt, um seine Ladung aufzunehmen.

2027 wird 100-jähriges Bestehen gefeiert

Immer acht Becher werden gleichzeitig maschinell bearbeitet, die Kontrolle und Überwachung der einzelnen Schritte obliegt jedoch der Hand und dem Auge der Mitarbeiter. Hochland hat in Schongau derzeit mehr als 660 Beschäftigte. Deutschlandweit arbeiteten 2025 über 2300 Mitarbeiter, weltweit waren es 6300 Mitarbeiter an 19 Standorten. Mit Hauptsitz in Heimenkirch im Allgäu zählt das Familienunternehmen eigenen Angaben zufolge zu den größten privaten Käseherstellern Europas bei einem Umsatz von 2,54 Milliarden Euro im vergangenen Jahr und insgesamt 438.000 Tonnen Käseabsatz. 2027 kann 100-jähriges Bestehen gefeiert werden.