Waffen, Munition, Panzer – das Armeematerial soll besser geschützt und deshalb weniger zentral gelagert werden. Diese Neuorganisation hat strategische Gründe, ist aber teuer. Deshalb fordert die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) eine sehr genaue Überwachung der Ausgaben.
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Im Kriegsfall ist die Ausrüstung einer Armee wichtig – etwa eine funktionierende Luftabwehr, genügend Munition oder moderne Kommunikationsmittel. Aber mindestens so bedeutend ist die Logistik im Hintergrund: Sie sorgt dafür, dass das richtige Material und die richtige Ausrüstung zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.
Um das sicherzustellen, hat die Armee in den letzten Jahren auf Zentralisierung gesetzt: Das Armeematerial ist darum heute an wenigen Standorten aufbewahrt, was kostengünstiger ist. Nur: Kosteneffizient heisst nicht unbedingt kriegstauglicher.
Andere Bedrohungslage erfordert andere Logistik
Wegen der neuen Bedrohungslage will die Armee ihr Logistikkonzept wieder umkrempeln, hin zu einer kriegstauglichen, dezentralen Einsatzlogistik. Diese «Gesamtkonzeption Armeelogistik» hat jetzt die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) unter die Lupe genommen und attestiert der neuen Strategie, sie sei im Grossen und Ganzen auf Kurs.
Allerdings empfiehlt die EFK angesichts der geschätzten Kosten von bis zu zehn Milliarden Franken eine engmaschige Überwachung der Ausgaben für das neue Logistikkonzept.
SRF-Bundeshausredaktor: «Armeematerial soll wieder in die Bunker»
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Kurzeinschätzung von SRF-Bundeshausredaktor
Andy Müller
Seit dem Ende des Kalten Krieges holte die Armee das Material aus den vielen kleinen Bunkern und lagerte es zentral ein. Das war viel kostengünstiger. Doch die ukrainischen Angriffe auf Warenlager von russischen Online-Händlern haben es in den letzten Wochen deutlich vor Augen geführt: Solche grossen zentralen Lager sind verwundbar und schnell zerstört.
Die heutigen Lager der Schweizer Armee gleichen denen von privaten Logistikfirmen und sind kaum gegen militärische Bedrohungen geschützt. Trotzdem wollte die Armee eigentlich in den nächsten Jahren noch mehr automatisierte Lager bauen, doch das soll nun nochmals überprüft werden.
Sicherheitspolitiker im Parlament fordern, auf den weiteren Bau von zentralen Lagern zu verzichten. Die neue Logistikstrategie der Armee gleicht damit der alten aus dem Kalten Krieg: Im Krisenfall soll das wichtigste Armeematerial wieder geschützt in Bunkern eingelagert werden, verteilt über das ganze Land.
Das Geld soll nun kaum mehr in neue Lager fliessen, sondern in die alten Bunker. Um diese beispielsweise zu entfeuchten und wieder fit für die Einlagerung von Munition und besonders wichtigem Kriegsmaterial zu machen. Mit hohem finanziellen Aufwand holte man das Armeematerial in den letzten Jahrzehnten aus den Bunkern, nun soll es wegen der veränderten Bedrohungslage wieder in die alten Festungen zurück.
Pragmatisch angesichts knapper Finanzen
Beim Verteidigungsdepartement stossen die Empfehlungen der EFK auf offene Ohren. Ein dezentraleres Konzept sei wichtig, nur so könne die Logistik weg von betriebswirtschaftlichen Denkmustern hin zu einer durchhaltefähigen Kriegslogistik überführt werden, betonten die Armeeverantwortlichen an einem Mediengespräch. Angesichts der aktuellen Finanzlage wolle man aber pragmatisch vorgehen. Angestrebt werde eine Grunddezentralisierung, aber nicht ein Vollausbau, der bis zu zehn Milliarden Franken kosten würde.
Michael Nussli, stellvertretender Chef der Logistikbasis der Armee, am Mediengespräch über das Logistik-Gesamtkonzept der Armee. (05.08.2026)
Keystone/Peter Schneider
Ein wesentliches Element der angestrebten Dezentralisierung betrifft die Infrastruktur. «Ziel ist es, unterirdisch die wichtigsten Systeme einzulagern», sagt Michael Nussli, der stellvertretende Chef der Logistikbasis der Armee. Diese Anlagen seien jedoch nicht alle in «tüchtigem Zustand».
Dauerbaustelle IT-Infrastruktur
Eine zentrale Herausforderung bleibt auch die IT-Infrastruktur. Zwar läuft das SAP-Standardsystem seit Anfang 2025 im Alltagsbetrieb stabil, wie die Verantwortlichen festhielten. Im Ernstfall aber – etwa bei Cyberangriffen oder gekappten Leitungen – stosse das System an seine Grenzen, da die Rechenzentren nicht ausreichend geschützt seien und das System nicht autonom betrieben werden könne.
Die Armeelogistik soll besser auf den Kriegsfall ausgerichtet werden. Das bedeutet mehr unterirdische Standorte.
Keystone/Urs Flüeler
Die ursprünglich geplante Lösung für den autonomen Betrieb erwies sich als nicht machbar und wurde verworfen. Nun wird wieder verstärkt auf geschützte, autonome SAP-Architekturen gesetzt, was aber Zeit braucht. Diese Verzögerung kritisiert die EFK in ihrem Bericht.
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HeuteMorgen, 06.08.2026, 6:00 Uhr ; sda/mula/vinc;fulu