Stand: 09.09.2026, 21:12 Uhr
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Die BG Göttingen startet mit einem Budget von 3 bis 3,5 Millionen Euro in die ProA-Saison. Geld für Nachverpflichtungen ist laut Geschäftsführer Meinertshagen nicht eingeplant.
Göttingen – Mit deutlich reduzierten Zielen und Ansprüchen starten die Basketballer der BG Göttingen in die kommende Saison in der 2. Liga ProA. Bei der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz nannte Geschäftsführer Frank Meinertshagen den Einzug in die Playoffs (die ersten acht Plätze) als Vorgabe. Von einer Platzierung unter den Top-4 wie noch in der Vorsaison, als die Veilchen als Dritte in die Playoffs einzogen, ist derzeit nicht die Rede.
Nichts hilft so sehr wie gewinnen.
Das Budget für die momentan aus elf Spielern bestehende Mannschaft sei nochmals reduziert worden, weil es weniger Sponsoring-Einnahmen gebe und auch der Zuschauerschnitt gesunken sei. Vergangene Serie war die BG mit 2462 Fans im Schnitt Zweiter hinter BBL-Aufsteiger Hagen. Meinertshagen räumte aber ein, dass die Ziele von Geschäftsführung und Team und Trainer differieren. Der Veilchen-Chef: „Letzte Saison haben wir um den BBL-Aufstieg mitgespielt, diese Haltung ist nun nicht zu erwarten. Wir planen konservativer, wollen in die Playoffs kommen. Unser Etat bewegt sich zwischen 3 und 3,5 Millionen Euro. Wir sind konkurrenzfähig. In der vergangenen Saison haben wir ein leichtes Minus gemacht, das von den Gesellschaftern aufgefangen werden musste.“ Mit dem aktuellen Etat liegen die Göttinger in der Geld-Rangliste wohl klar hinter den Zweitliga-Favoriten Heidelberg, Crailsheim und Gießen.
Das Gesamtbudget scheint offenbar ausgereizt, denn Geld für eventuelle Nachverpflichtungen sei nicht eingeplant. Mit Zac Watson (Muskelfaserriss beim Test in Aalst/Belgien) hat die BG schon den ersten Verletzten. Wann der US-Boy zurückkommt – offen! Eventuell zum Startspiel gegen seinen Ex-Klub Köln. Gegen den MBC am Samstag (20 Uhr, live auf Dyn) im BBL-Pokal auf keinen Fall.
BG-Kapitän und Rekordspieler Mattis Mönninghoff (504 Erstligaspiele) sieht das Thema Aufstieg etwas anders. Er geht in seine elfte BG-Saison. „Jeder will aufsteigen, aber es ist wohl nicht so realistisch wie letzte Saison.“ Spielt er seine letzte BG-Saison? „Es ist fifty-fifty“, sagt Mönninghoff (34), der mit Coach Gulbis eine „andere Mentalität“ eingekehrt sieht. „Eine Ostblock-Mentalität“, nennt er sie. Unter Gulbis’ Vorgänger Fabian Strauß habe manchmal „die Strenge gefehlt“.
Jetzt würden viele „Standards eingeprügelt“. Von ihm selbst werde gesagt, er sei so stark wie noch nie. „Seit fünf Jahren war es die härteste Vorbereitung für mich. Ich hoffe, das zahlt sich aus.“ Man habe jetzt „ein charakterlich besseres Team, die Jungs haben alle Bock.“ Das Minimalziel seien die Playoffs, am besten sei, ins Finale zu kommen, so seine Wunschvorstellung.
Von Göttingen habe er nicht viel gesehen, verriet Coach Gulbis. Als Wandel im Team sieht er, dass Rollenspieler der vergangenen Saison nun zu Gewinnern werden. Er habe Vertrauen in die Spieler: „Sie geben ihr Bestes. Wir wollen schnell spielen, müssen auch im Kopf schnell sein. Die Atmosphäre in unserem Team gefällt mir.“
Die vergangene Woche mit dem Belgien-Trip und den beiden Niederlagen sei nicht die beste gewesen. Man habe zu viel gedacht und nicht instinktiv genug gespielt. „Wir sind auf dem richtigen Weg, müssen geduldig sein“, sagt Gulbis. Die 1. Liga sei auch für ihn Anspruch und Ziel. Wo BG-Chef Meinertshagen noch einmal einhakt: „Göttingen ist ein Erstliga-Standort, der in die Bundesliga gehört.“ Für die bevorstehende Spielzeit seien zurzeit knapp mehr als 1000 Dauerkarten verkauft worden. (Helmut Anschütz und Walter Gleitze/gsd)