Bill Clinton geht auf Trump los: „Manches davon kann man sich wirklich kaum ausdenken“
Stand: 23.09.2026, 14:07 Uhr
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Bill Clinton kritisiert Trump ungewöhnlich scharf – und spottet über dessen Triumphbogen.
Washington – Bill Clinton hat US-Präsident Donald Trump ungewöhnlich scharf angegriffen. Ohne dessen Namen zu nennen, warf der frühere Präsident der Regierung Machtmissbrauch, politische Vergeltung und Eigennutz vor – und machte sich zugleich über Trumps geplanten Triumphbogen in Washington lustig.
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Bei der Eröffnung des Gipfels der Clinton Global Initiative, einer von Bill Clinton gegründeten internationalen Plattform für Hilfs- und Entwicklungsprojekte, nutzte der frühere US-Präsident seine Rede am Dienstag (22. September) für eine seiner deutlichsten Attacken auf Trump seit dessen Rückkehr ins Weiße Haus, wie ABC News berichtet.

Gleich zu Beginn nahm er sich dem Bericht zufolge Trumps geplanten Triumphbogen vor. Der Präsident hatte zuletzt erklärt, das Bauwerk solle auch als Standort für Drohnen und Scharfschützen dienen.
Clinton spottet über Trumps Triumphbogen
„Ich könnte vermutlich meine ganze Redezeit damit verbringen, über die offensichtliche Weisheit zu sprechen, in Washington einen Triumphbogen für all unsere Drohnen zu bauen“, sagte Clinton. Dann fügte er hinzu: „Manches davon kann man sich wirklich kaum ausdenken.“ Clinton beließ es nicht beim Spott.
Mit Blick auf die politische Entwicklung der vergangenen Jahre warnte er vor einer Politik, bei der der Gewinn der einen Seite zwangsläufig den Verlust der anderen bedeuten müsse. „Ich glaube, dass wir uns zum 250. Jahrestag dieses Landes keine Politik leisten können, die von Nullsummendenken bestimmt wird: Damit ich gewinne, musst du verlieren“, sagte er laut ABC News.
Vorwurf: Zwei verschiedene Regeln
Noch deutlicher wurde Clinton bei seiner Kritik an den derzeitigen Machtverhältnissen. „An manchen Tagen kann ich kaum glauben, was in diesem Land geschieht, das ich so sehr liebe“, sagte der frühere Präsident.
Die Verantwortlichen hätten „eine Reihe von Regeln für sich selbst und eine andere für alle anderen“ geschaffen. Clinton warf der Regierung den Angaben zufolge außerdem vor, staatliche Macht für persönliche Abrechnungen einzusetzen, politische Gegner strafrechtlich zu verfolgen und die Meinungsfreiheit einzuschränken.
Zugleich kritisierte er Verbindungen zwischen politischer Macht und finanziellen Interessen. Die Regierung habe den Staat nach seiner Darstellung zu einer Einnahmequelle für sich selbst und Verbündete gemacht. Clinton erklärte, dies verletze Geist und Wortlaut der sogenannten Emoluments Clause der US-Verfassung, die finanzielle Interessenkonflikte von Amtsträgern begrenzen soll, hieß es.
Kritik auch an der eigenen Partei
Clinton sparte den Angaben zufolge allerdings auch Teile der Demokratischen Partei nicht aus. Angesichts der Erfolge demokratischer Sozialisten und progressiver Kandidaten bei Vorwahlen sprach er von konkurrierenden Vorstellungen darüber, welche Rolle der Staat wirtschaftlich spielen solle.
„Soll es Sozialismus für alle geben, oder nur für die Reichen und gut Vernetzten?“, fragte Clinton dem Bericht zufolge. Damit richtete er seine Kritik zugleich gegen politische Positionen am linken Rand seiner Partei und gegen Vorteile für Wohlhabende.

Trotz seiner düsteren Beschreibung schlug Clinton am Ende auch optimistischere Töne an. Hoffnung gebe ihm unter anderem öffentlicher Widerstand gegen staatliches Handeln sowie Entscheidungen demokratischer Institutionen, sagte er nach Angaben von ABC News.
Auch Trumps wiederholte Versuche, seinen Namen mit dem Kennedy Center zu verbinden, stellte Clinton als Nebensache dar. Entscheidend sei nicht, wessen Name an einem Gebäude stehe. Wichtiger sei, „was in dem Gebäude und außerhalb davon geschieht“. Quellen: ABC News, nif/red.