Bis zu 40 Grad und Tropennächte: Italien ruft höchste Warnstufe für 25 Städte aus

Stand: 05.08.2026, 13:42 Uhr

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Italien bleibt unter dem Einfluss eines afrikanischen Hochdruckgebiets. In 25 Städten gilt die höchste Hitzewarnstufe – und die Nächte bringen kaum Erholung.

Rom – Die Hitzewelle, die Italien derzeit fest im Griff hat, lässt nicht nach. Auch am Montag (3. August) rief das Gesundheitsministerium für 25 der 27 überwachten Städte die höchste Alarmstufe aus, die rote Warnstufe. Sie weist auf ein hohes Gesundheitsrisiko hin – nicht nur für besonders gefährdete Menschen, sondern für die gesamte Bevölkerung – und erfordert besondere Vorsicht im Alltag.

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Dieser Artikel von Euronews entstand in Kooperation mit Euronews

Ausgenommen bleiben lediglich Messina und Reggio Calabria, wo die Werte etwas niedriger liegen. Im übrigen Land halten jedoch außergewöhnlich hohe Temperaturen und eine drückende, anhaltende Schwüle an, die vor allem in dicht besiedelten Regionen zu Belastungen führen und die Zahl hitzebedingter Notfälle steigen lassen.

Italien bleibt unter dem Einfluss eines afrikanischen Hochdruckgebiets.

Italien bleibt unter dem Einfluss eines afrikanischen Hochdruckgebiets. © IMAGO / Anadolu Agency

Parallel dazu gab der Zivilschutz für Teile der Abruzzen, Umbriens und Siziliens eine gelbe Gewitterwarnung heraus. Am Nachmittag können sich dort örtlich kräftige Gewitter entwickeln, begleitet von Starkregen und Böen. An der insgesamt vom afrikanischen Hochdruckgebiet geprägten Wetterlage ändert das jedoch wenig, da die Schauer meist nur kurzzeitig Entlastung bringen.

Subtropisches Hoch blockiert kühlere Luft

Nach den jüngsten Wetterprognosen bleibt Italien noch mehrere Tage unter dem Einfluss eines kräftigen subtropischen Hochdruckgebiets, das weite Teile des Mittelmeerraums erfasst. Das stabile Hoch verhindert, dass kühlere Tiefausläufer vom Atlantik vordringen, sodass sich die Folge sonniger, aber extrem heißer Tage nahezu ununterbrochen fortsetzt und viele Regionen an die Belastungsgrenze bringt.

Die Temperaturen liegen weiterhin deutlich über dem jahreszeitlichen Durchschnitt und überschreiten vielerorts frühere Rekordwerte. In den inneren Regionen Mittelitaliens und in weiten Teilen der Poebene werden verbreitet Höchstwerte von 38 bis 39 Grad erwartet, was die Infrastruktur und das Gesundheitswesen zusätzlich beansprucht. In besonders hitzeanfälligen Gebieten sind Werte nahe 40 Grad möglich.

Besonders betroffen sind die Ebenen der Emilia-Romagna, das südliche Venetien, der Südosten der Lombardei, Umbrien sowie die Binnenregionen der Toskana und Latiums. Dort wird die Hitze durch die hohe Luftfeuchtigkeit besonders belastend, da die gefühlte Temperatur weiter in die Höhe schnellt und der Körper über das Schwitzen kaum noch für Abkühlung sorgen kann.

Überhitzte Meere verschärfen die Lage

Die außergewöhnlich warmen Meere rund um Italien verschärfen die Lage zusätzlich und wirken wie ein Wärmespeicher. Vielerorts liegt die Wassertemperatur über 28 Grad, teilweise sogar noch darüber. Dadurch gelangt kontinuierlich feuchte Luft in die Küstenregionen und Ebenen, was die Luft schwer und stickig macht.

Das Ergebnis ist zunehmende Schwüle: Der Hitzeindex liegt deutlich über der gemessenen Lufttemperatur und lässt die Bedingungen subjektiv noch extremer erscheinen. Die Nächte bleiben tropisch, das Thermometer sinkt kaum unter 25 Grad, was den Organismus kaum zur Ruhe kommen lässt. Weil zudem wenig Wind weht und die warme Luft anhält, können Gebäude kaum abkühlen; besonders in Großstädten verstärkt das die Belastung spürbar.

Das Gesundheitsministerium erinnert daran, dass die Warnstufe 3, gekennzeichnet durch Rot, eine akute Gefahrenlage beschreibt, die ernst genommen werden muss. Gesundheitsprobleme können demnach auch bei jungen und körperlich fitten Menschen auftreten, etwa Kreislaufstörungen oder Dehydrierung, wenn sie sich zu lange der Hitze aussetzen.

Empfehlungen für Bevölkerung und Risikogruppen

Die Behörde empfiehlt, körperliche Aktivitäten im Freien während der heißesten Stunden des Tages deutlich einzuschränken und wenn möglich auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu verlegen. Zudem sollten die Menschen ausreichend trinken, auf leichte Mahlzeiten achten und direkte Sonneneinstrahlung meiden, insbesondere bei Arbeit im Freien oder auf Baustellen.

Besonders aufmerksam sein sollten Angehörige und Nachbarn gegenüber älteren Menschen, Kindern sowie anderen gefährdeten Gruppen wie chronisch Kranken oder Personen mit Herz-Kreislauf-Leiden. Empfohlen wird, sie regelmäßig zu besuchen oder anzurufen, auf Anzeichen von Erschöpfung oder Dehydrierung zu achten und bei Bedarf frühzeitig ärztliche Hilfe zu organisieren.

Lokale Gewitter statt flächendeckender Abkühlung

Die einzige Unterbrechung der stabilen Wetterlage könnten die für den Sommer typischen Wärmegewitter sein, die sich aus der aufgeheizten Luft entwickeln. In den Mittags- und Nachmittagsstunden können sich örtlich kräftige Schauer über den Alpen, den Voralpen und einzelnen Abschnitten des Apennins bilden, begleitet von Blitzschlag und heftigen Böen.

Diese Gewitter bleiben jedoch räumlich begrenzt und dauern meist nur kurz, sodass sie nur punktuell für Entlastung sorgen. Eine vorübergehende Abkühlung ist vor allem in den Bergregionen möglich, wo die Luft nach den Schauern zeitweise frischer wirkt. In den Städten und Ebenen dürfte sich dagegen wenig ändern: Dort bleibt die Hitze das bestimmende Wetterthema und setzt sich nach kurzer Pause rasch fort.

Leichte Abschwächung frühestens Mitte nächster Woche

Für eine spürbare Entspannung braucht es wohl noch einige Tage, wie Meteorologen betonen. Die wichtigsten europäischen Wettermodelle deuten derzeit darauf hin, dass das afrikanische Hochdruckgebiet um den 8. oder 9. August schwächer werden könnte und seine Blockadewirkung nachlässt, wodurch kühlere Luftmassen eine Chance erhalten.

Dann könnten instabilere Luftmassen vom Atlantik Norditalien erreichen und zeitweise für wechselhafteres Wetter sorgen. Möglich wären verbreitetere Gewitter und ein erster, wenn auch noch moderater Temperaturrückgang. Noch ist diese Entwicklung jedoch unsicher; für den Großteil der Woche bleibt die extreme Hitze auf fast der gesamten italienischen Halbinsel das vorherrschende Wetterphänomen und verlangt der Bevölkerung weiter viel Anpassung ab.