AUDIO: Neue Flora auf Europas Gipfeln (1 Min)
Vegetation
Stand: 17.08.2026 13:42 Uhr
Die Erderwärmung geht nicht an den Hochgebirgen des Kontinents vorbei, beeinflusst die Vegetation fundamental. Doch örtlich gibt es Unterschiede.
Wiener Forscher haben auf 53 Gipfel europäischer Berge von den Pyrenäen bis zum Kaukasus geschaut. Und dabei festgestellt: In den Höhen Europas hat sich über die letzten zwei Dekaden die Flora fundamental verändert. Lokal gibt es dabei Unterschiede.
Temperaturanstieg allein erklärt Veränderungen nicht ausreichend
"Unsere Daten belegen eindeutig, dass sich die Vegetation auf europäischen Berggipfeln verändert und wärmeliebende Arten an Bedeutung gewinnen", erklärt der Biodiversitätsforscher Johannes Hausharter von der Universität Wien, Erstautor der Studie. "Doch die Geschwindigkeit dieser Veränderungen hängt offensichtlich nicht allein von den steigenden Temperaturen ab."
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Der Temperaturanstieg in den Gebirgen hat wärmeliebende Arten aufblühen lassen. Für die Studie analysierte das internationale Forschungsteam Daten von 724 Dauerbeobachtungsflächen, verteilt über alle wichtigen europäischen Gebirgsregionen. Diese Flächen wurden über 21 Jahre hinweg untersucht.
Thermophilisierung unterscheidet sich von Berg zu Berg
Was die Wissenschaftler feststellten, war eine "komplexe Lage": Der Temperaturanstieg auf den Bergen erklärte die neue Flora auf den Gipfeln nicht allein. "Wie die alpine Vegetation auf den Klimawandel reagiert, hängt nicht nur davon ab, um wieviel Grad es wärmer wird, sondern auch davon, ob bereits andere wärmeliebende Arten vorhanden sind", erklärt Projektleiter Stefan Dullinger von der Universität Wien.
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Diese sogenannte Thermophilisierung, also die Ausbreitung wärmeliebender Arten, hängt also davon ab, ob es lokal eben solche wärmeliebenden Arten gibt. "Fasst man die Daten auf einem größeren räumlichen Maßstab zusammen, dann sieht man deutlich: in Gebirgen, die sich stärker erwärmt haben, zeigt die Gipfelvegetation im Durchschnitt auch eine stärkere Thermophilisierung" erläutert Hausharter, "sprich: mehr Erwärmung bedeutet tendenziell mehr wärmeliebende Arten, aber im Einzelnen reagiert jeder Gipfel etwas anders."
Zukünftig brauche es dauerhafte, langfristige Programme zur Überwachung in den Hochgebirgen, damit die Folgen der Erderwärmung besser erfasst werden können.
jar/pm