In Paris ist ein Teil des Nachlasses von Brigitte Bardot unter den Hammer gekommen. Der Erlös überstieg die Erwartungen deutlich. Besonders überraschend: was für zwei Hundehalsbänder gezahlt wurde.
22.09.2026, 07.18 Uhr
Zeichnungen und Gemälde, die Brigitte Bardot zeigen
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Sabine Glaubitz / dpa
Erinnerungsstücke der französischen Filmdiva Brigitte Bardot haben bei einer Auktion in Paris deutlich mehr eingebracht als erwartet. Die Versteigerung von über 280 Gegenständen aus ihrem Besitz brachte am Montag insgesamt 953.531 Euro inklusive Gebühren ein, wie das Auktionshaus Millon mitteilte. Die Summe entspreche fast dem Zwanzigfachen des im Vorfeld geschätzten Werts.
»Brigitte Bardot hat sich erneut als bemerkenswerte Alchemistin erwiesen«, sagte Auktionator Alexandre Millon. »Sie verwandelte einen Schätzwert von rund 50.000 Euro in fast eine Million Euro, Gebühren inklusive.«
Schätzpreise bei Weitem übertroffen
Die Auktion im Hôtel Drouot dauerte knapp neun Stunden. Schon in den Tagen vor der Versteigerung kamen rund 15.000 Besucher ins Auktionshaus, um die persönlichen Gegenstände der 2025 gestorbenen Schauspielerin zu besichtigen.
Unter den Gegenständen waren persönliche Erinnerungsstücke aus Bardots Häusern La Madrague und La Garrigue in Saint-Tropez sowie aus ihrer Pariser Wohnung. Versteigert wurden unter anderem Gemälde, eine mechanische Olivetti-Schreibmaschine, auf der Bardot den zweiten Band ihrer Memoiren verfasste, Repetto-Ballettschuhe, Porträts, Plüschtiere und kleine Alltagsgegenstände.
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Die Schätzpreise hatten zwischen 20 und 10.000 Euro gelegen, viele waren auf weniger als 100 Euro taxiert worden. Viele der Gegenstände brachten ein Vielfaches ihres Schätzpreises ein.
Eine Handtasche etwa wurde für 1500 Euro versteigert, deren Schätzpreis bei 60 bis 80 Euro gelegen hatte. Zwei Hundehalsbänder, die mit einer Marke mit Bardots Kontaktdaten versehen waren, wurden für 7100 Euro verkauft – ausgegangen war man von 30 bis 50 Euro.
Kritik vom Witwer
Der Erlös kommt der Brigitte-Bardot-Stiftung, die sich für den Tierschutz einsetzt, und Bardots einzigem Sohn Nicolas-Jacques Charrier zugute. Bardots Witwer Bernard d’Ormale, 85, hatte die Auktion als »skandalös« kritisiert. Es handle sich um »intime Objekte«, deren Verkauf das Gedenken an Bardot missachte. Er selbst sei vor vollendete Tatsachen gestellt worden.
Ein Sprecher der Brigitte-Bardot-Stiftung erklärte dagegen, die Versteigerung sei im Juni vom Verwaltungsrat der Stiftung einschließlich d’Ormale beschlossen worden.
Bardot, die mit Filmen wie »Und immer lockt das Weib« international bekannt wurde, starb am 28. Dezember 2025 im Alter von 91 Jahren. Mitte der Siebzigerjahre zog sie sich aus dem Filmgeschäft zurück und widmete sich dem Tierschutz. 1986 gründete sie die Fondation Brigitte Bardot. Politisch rückte Bardot nach rechts außen und wurde mehrfach wegen rassistischer Äußerungen zu Geldstrafen verurteilt.
bbr/dpa/AFP