Bruch mit FamilientraditionBushs Bruder Neil wählt Demokraten in Texas
22.10.2026, 08:23 Uhr
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Die Familie Bush ist durch und durch republikanisch. Doch angesichts von Trump und dessen in Verruf geratenen Kandidaten in Texas macht Neil Bush nun gleich mehrere Dinge, die er noch nie getan hat.
Der Unternehmer Neil Bush, Bruder des früheren republikanischen US-Präsidenten George W. Bush, hat bei den Midterms entgegen der Familientradition für einen Demokraten gestimmt. Zum einen halte er den von Präsident Donald Trump unterstützten republikanischen Senats-Kandidaten Ken Paxton im Bundesstaat Texas für ungeeignet, schrieb Bush auf Facebook. Zum anderen bewundere er "den Charakter und die Prinzipien" des demokratischen Bewerbers James Talarico.
Die Midterms finden am 3. November statt, doch in vielen Bundesstaaten ist die Stimmabgabe bereits jetzt möglich. Texas gilt eigentlich als republikanische Hochburg, doch Umfragen zufolge zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Paxton und Talarico ab. Talarico wäre der erste demokratische US-Senator aus Texas seit über drei Jahrzehnten. Besonders kritisch äußerte sich Bush darüber, dass Paxton als Texas' Generalstaatsanwalt im Jahr 2020 Trumps Niederlage bei der Präsidentenwahl angefochten und seine - mehrfach widerlegte - Betrugsthese gestützt hatte.
Das sei "ein Affront gegenüber unseren demokratischen Institutionen" gewesen, und sowohl Trump als auch dessen Unterstützer hätten der Republikanischen Partei enormen Schaden zugefügt. "Ich mache mir Sorgen um eine politische Kultur, in der die Loyalität gegenüber einer Person Vorrang vor der Loyalität gegenüber Prinzipien hat und in der diejenigen, die Macht innehaben, allmählich glauben, sie müssten niemandem mehr Rechenschaft ablegen", schrieb Bush. Er habe noch nie einen politischen Beitrag auf Facebook gepostet, so Bush. Doch jetzt breche er mit dieser Tradition wegen seiner "tiefen Besorgnis".
Schwere Vorwürfe gegen Paxton
Wegen Vorwürfen von Korruption und Amtsmissbrauch musste sich Paxton bereits einem Amtsenthebungsverfahren stellen. Im vergangenen Jahr verließ ihn zudem seine Frau, die ihm Untreue vorwarf - nicht nur im konservativ geprägten Bundesstaat Texas kann so etwas zum Problem für einen Politiker werden.
Trump hatte sich erst kurz vor der Vorwahl in Texas für Paxton ausgesprochen und den republikanischen Senator John Cornyn fallengelassen. Die Entscheidung sorgte auch unter Republikanern in Washington für Unverständnis. Zu den Erfolgschancen Paxtons und seiner Vita sagte Cornyn Ende September: "Es ist schwer, sich all dieser Altlasten zu entziehen."
Neil Bush stammt aus einer republikanischen Präsidentenfamilie. Sein Bruder George W. war von 2001 bis 2009 Präsident. Sein Vater George H. W. hatte das Amt von 1989 bis 1993 inne.
Quelle: ntv.de, ghö/dpa