Die norwegische Firma Bulk Infrastructure hat ihr geplantes Seekabel Project Leif Erikson genannt: Es folgt der historischen Route der Wikinger über den Atlantik nach Kanada, ohne das Gebiet der USA zu berühren.
Der norwegische Betreiber von Glasfasernetzen und Rechenzentren, Bulk Infrastructure, sucht nach einem kanadischen Partner, um ein Datenkabel ohne Verbindung in die USA von Europa direkt nach Kanada zu verlegen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf einen Prospekt, der im September auf dem Investitionsgipfel der kanadischen Regierung in Toronto internationalen Investoren vorgestellt wurde.
Das Seekabelprojekt, benannt nach dem nordischen Entdecker und Wikinger Leif Erikson, verspricht demnach eine "direkte, sichere Datenübertragung mit hoher Kapazität für KI-, Telekommunikations- und Hyperscale-Märkte".
Das Seekabel soll von Nordeuropa durch den Atlantik führen und in Happy Valley-Goose Bay in Neufundland und Labrador (Kanada) anlanden. Von der Küste plant man eine rund 1.900 km lange Erdkabel-Trasse durch Quebec nach Montreal. Weder das Seekabel noch die terrestrische Anbindung berühren US-Territorium oder dortige Netzwerkknoten.
Das Projekt ist auf rund 620 Millionen US-Dollar angesetzt. Bulk sucht derzeit gezielt nach einem kanadischen Partner, der die Mehrheit der Eigentumsrechte übernimmt.
EU-Kanada-Gipfel Ende Oktober in Montreal
Bislang läuft ein Großteil des kanadischen Daten- und Sprachverkehrs über Glasfaserkabel der USA. Auf einem EU-Kanada-Gipfel Ende Oktober in Montreal stehen Förder- und Durchführbarkeitsstudien für direkte Seekabelverbindungen zwischen Europa, Kanada und Asien oben auf der Agenda.
"Es muss ein kanadisches, souveränes Kabelsystem sein", sagte Peder Nærbø, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Bulk, laut Bloomberg. In den vergangenen 15 Jahren hat Bulk rund 10.000 Kilometer Glasfaserkabel sowohl unter Wasser als auch an Land verlegt.
Trump will Kanada unterjochen
Wichtig sind die bestehenden Verbindungen zu BGO US Real Estate, einer Tochtergesellschaft des kanadischen Unternehmens Sun Life Financial, das über zwei Fonds einen Anteil von 65 Prozent an Bulk hält.
In den Sicherheits- und Handelsdoktrinen der Trump-Regierung wird Nordamerika unmissverständlich als US-Einflusszone definiert, in der Nachbarn wie Kanada strategisch untergeordnet werden sollen. Kanadas Premierminister Mark Carney sagte, dass die USA versuchten, Kanada wirtschaftlich "zu brechen" und als eigenständige Nation unterzuordnen.
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