Bundespräsidenten-Nachfolge SPD-Vize pocht auf Frau als nächstes Staatsoberhaupt
Berlin · Bei der Suche nach dem nächsten Bundespräsidenten kursiert laut einem Medienbericht in der Union der Name von Ministerpräsident Rhein. Nun reagiert einer aus der SPD-Führung.
05.08.2026 , 07:44 Uhr
Fingerzeig aus dem Hintergrund: SPD-Vize Schweitzer (r.) hat klare Vorstellungen, wer auf Bundespräsident Steinmeier folgen sollte
Foto: Thomas Banneyer/dpa
In der SPD-Führung wird die Haltung bekräftigt, dass eine Frau die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier antreten sollte. „Die Zeit ist reif für eine Bundespräsidentin“, sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Alexander Schweitzer dem „Spiegel“. In der politischen Mitte herrsche eigentlich große Einigkeit darüber. „Es befremdet mich, dass nun einige aus der Union an diesem Konsens rütteln“, sagte er. „Die CDU droht, in Verhaltensmuster zurückzufallen, die die Gesellschaft längst überwunden hat.“
Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) hatte hingegen gesagt, auch ein Mann müsse im Amt möglich sein. Es spreche zwar einiges für eine Frau, aber nicht unumstößlich. „Wir sollten da offen rangehen“, sagte er dem Sender Welt-TV. Die »Bild„-Zeitung hatte am Wochenende berichtet, dass in Regierungs- und Parteikreisen der Union der Name des hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein (CDU) immer häufiger genannt werde.
Die Union beansprucht das Vorschlagsrecht für das Amt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will die Frage mit den Vorsitzenden von CSU und SPD nach den Landtagswahlen im September klären. Er hatte vor einem Jahr gesagt, er könne sich eine Bundespräsidentin sehr gut vorstellen. Vor einer Woche nun sprach er von einer herausfordernden Zeit, zu der ein Staatsoberhaupt etwas sagen können müsse. «Das ist der Maßstab.“
Die Wahl von Steinmeiers Nachfolger steht am 30. Januar an. Steinmeier selbst darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.
© dpa-infocom, dpa:260805-930-485369/1
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