CDs und Schallplatten werden wieder beliebter: Was steckt hinter dem Retro-Trend?

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Während Streaming-Dienste weiterhin den Musikmarkt dominieren, verzeichnen physische Tonträger einen überraschenden Aufschwung. Auch ältere Handy- und Kameramodelle gewinnen wieder an Beliebtheit.

Von Noëlle Bölling

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CD-Umsätze legen in den USA um fast 60 Prozent zu: Was steckt hinter dem Retro-Trend?

CDs und Schallplatten gehen in den USA wieder öfter über die Ladentheke. (Foto: Octavio Parra / Shutterstock)

Die CD erlebt in den USA ein Comeback. Laut einem aktuellen Bericht der Recording Industry Association of America (RIAA), dem Interessenverband der US-Tonträgerindustrie, wurde mit physischen Medien im ersten Halbjahr 2026 ein Umsatz von 171,1 Millionen Dollar erzielt – ein Plus von fast 58,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch die Beliebtheit von Vinyl hat in den vergangenen Jahren wieder deutlich zugenommen.

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Streaming erzielt den Großteil der Umsätze

Apps wie Spotify, Deezer oder Apple Music sind praktisch. Sie ermöglichen sofortigen Zugriff auf riesige Musikbibliotheken – ganz ohne CD-Regale und das ständige Wechseln von Datenträgern. Zudem sind sie günstiger: Ein Abo ist oft schon ab zwölf Euro erhältlich und gewährt Zugriff auf Millionen Titel, während eine einzelne CD oft mehr kostet. Tatsächlich machen Premium-Abonnements inzwischen mehr als die Hälfte der Musikumsätze in den USA aus.

Laut dem Report gibt es weit über 106 Millionen dieser Abonnements, die zusammen mehr als 6,4 Milliarden Dollar generieren. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Umsätze aus Premium-Abonnements um 6,8 Prozent gestiegen und machen jetzt 55,3 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Physische Musikträger liegen mit 12 Prozent weit dahinter. Im laufenden Jahr könnten die Umsätze durch kostenpflichtige Abonnements noch höher ausfallen, denn im ersten Halbjahr generierten diese laut RIAA schon 3,4 Milliarden Dollar.

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CDs und Schallplatten werden wieder beliebter

Trotzdem haben physische Tonträger nicht an Bedeutung verloren – im Gegenteil. Laut dem aktuellen RIAA-Report hat die Zahl der verkauften Tonträger zuletzt deutlich zugenommen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres stiegen die mit Schallplatten erzielten Umsätze um 17,7 Prozent. Die Umsätze durch CDs nahmen sogar um 58,6 Prozent zu. Dieses Wachstum erfolgt vor dem Hintergrund eines neu aufkeimenden Interesses an einfacher Technik, darunter Dumbphones oder Polaroidkameras.

Vor allem die Generation Z gibt an, weniger Zeit online verbringen zu wollen. Genau das wird allerdings zunehmend schwieriger, da immer mehr Aktivitäten und Prozesse per Smartphone-App gesteuert werden. Laut einer Bitkom-Umfrage verbringen Menschen in Deutschland inzwischen durchschnittlich 180 Minuten pro Tag mit ihrem Smartphone. Das sind 30 Minuten mehr als noch im Jahr 2024. Bei den 16- bis 29-Jährigen liegt die Nutzungsdauer mit 216 Minuten täglich sogar noch höher.

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Weniger Online-Zeit dank einfacherer Technik

„Das Smartphone ist für viele längst die Fernbedienung des Alltags“, erklärt Bitkom-Experte Sebastian Klöß. „Gerade Jüngere organisieren Kommunikation, Unterhaltung und viele Erledigungen fast komplett über das Gerät.“ Das gilt auch für das Hören von Musik. Junge Nutzer:innen sind mit der hohen Bildschirmzeit aber zunehmend unzufrieden. Eine Umfrage der FOM Hochschule ergab, dass sich 37 Prozent der Generation Z für das Jahr 2026 vorgenommen haben, ihre Smartphone-Nutzung zu reduzieren. Bei den Babyboomern sagten das nur 16 Prozent. Eine Lösung dafür sind CDs: Mit ihnen lässt sich das Lieblingsalbum ungestört genießen, ohne dass beim Wechseln des Songs der Blick jedes Mal aufs Smartphone fällt.

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