Spitzenspiel in der Regionalliga
Stand: 08.10.2026 07:38 Uhr
Das Spitzenspiel in der Regionalliga zwischen dem Chemnitzer FC und Rot-Weiß Erfurt ist auch das Duell der besten Defensive gegen die beste Offensive. Beim CFC ist die Marschroute vor mehr als 10.000 erwarteten Zuschauern klar: kompakt verteidigen, schnell umschalten und auf Sieg spielen.
Benjamin Duda hat derzeit gut lachen. Sowohl in der Liga als auch im Pokal ist der Trainer mit dem Chemnitzer FC auf Kurs. Es ist bislang eine Saison wie aus dem Bilderbuch, mit der im Vorfeld nur wenige gerechnet hatten. Einzig die 0:1-Niederlage gegen den SV Babelsberg Mitte September ist ein kleiner Makel - und auch ein Grund, weshalb der CFC mit 26 Punkten nicht vom Platz an der Sonne grüßt, sondern der um einen Zähler bessere FC Rot-Weiß Erfurt.
Das könnte sich allerdings schon am Sonntag (16 Uhr live bei SPORT IM OSTEN im MDR FERNSEHEN und Stream) ändern, wenn es zum Gipfeltreffen der beiden Teams kommt. "Die Vorfreude ist größer als die Anspannung. Dass wir am 12. Spieltag Teil eines Spitzenspiels sind, ist für uns in Chemnitz schon ein Erfolg", sagte Duda am Mittwoch (7. Oktober) im SpiO-Interview.
Offensivwucht gegen Defensivstärke
Der 38-Jährige weiß genau, welche Wucht auf seine Mannschaft zukommt. Erfurts Offensive pflügt mit bislang 36 Treffern durch die Liga, im Schnitt erzielt RWE mehr als drei Tore pro Spiel. Zuletzt drehte das Team von Fabian Gerber gegen Lok Leipzig binnen 20 Minuten ein 1:3 in ein 4:3. "Wir müssen die Sterne vom Himmel verteidigen", formulierte es Duda wie einst Jürgen Klopp. "Das wird die Basis sein. Gleichzeitig brauchen wir eigene offensive Umschaltaktionen, um torgefährlich zu werden."
Während Erfurt in dieser Saison vor allem mit Offensivpower glänzt, liegt der Trumpf der Chemnitzer in der Defensive. Fünf Gegentreffer nach elf Ligaspielen sind einsame Spitze. Mittelfeldmann Andreas Geipl weiß, warum: "Jeder ist für jeden da und haut sich in die Zweikämpfe rein. Wir stehen hinten stabil und haben in Slamar (Dennis Slamar, Anm. d. Red.) und 'Löh' (Jan Löhmannsröben, Anm. d. Red.) zwei extrem erfahrene Spieler, die die Viererkette leiten."
Video: CFC-Mittelfeldspieler Geipl: "Beeindruckend, wie schnell wir zusammengewachsen sind" (3 Min)
Mehr als 10.000 Zuschauer erwartet
Geipl, der im Sommer von Jahn Regensburg kam, ist "beeindruckt", wie schnell die Mannschaft in der Vorbereitung zusammengewachsen ist. Sportdirektor Chris Löwe hat gemeinsam mit Duda ein funktionierendes Kollektiv geformt, das neben Kompaktheit vor allem durch Umschaltaktionen und mentale Stärke glänzt. Rund um den Verein ist eine seit Jahren nicht gekannte Euphorie entstanden: Am Sonntag werden weit mehr als 10.000 Zuschauer im Stadion an der Gellertstraße erwartet.
"Die Fans kommen wieder mit Begeisterung ins Stadion", freute sich auch Mittelfeldmann Tom Baumgart. "Für einige Spieler wird es vor so einer Kulisse ein besonderes Spiel. Wir müssen einen klaren Kopf bewahren und dürfen uns nicht von der Atmosphäre leiten lassen."
Video: CFC-Mittelfeldspieler Baumgart: "Die Fans kommen wieder mit Begeisterung ins Stadion" (4 Min)
Duda fordert Seriosität im eigenen Ballbesitz
Entscheidend für den Spielausgang wird auch die taktische Disziplin sein. Duda fordert von seinen Schützlingen in erster Linie Seriosität im eigenen Ballbesitz und Organisation in der Restverteidigung. Angesichts der aktuellen mentalen Verfassung nehme man sich aber fest vor, auf Sieg zu spielen.
Die Gedanken an das letzte Pflichtspiel gegen Erfurt, das vor heimischer Kulisse mit 0:4 verloren ging, wischte Duda schnell beiseite. "Das spielt gar keine Rolle. Die Spiele kann man nicht miteinander vergleichen. Unsere Mannschaft hat jetzt ein ganz anderes Gesicht." Vielmehr freue sich der Chemnitzer Trainer auf "ein Fußballfest" - an dessen Ende vielleicht wieder sein Team auf Platz eins steht.
akü/jsc
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