China baut US-Flugzeugträger in der Wüste nach: „Fokus auf potenzielle Gegner“
Stand: 22.08.2026, 20:09 Uhr
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Ein Schienensystem transportiert die Attrappen durch die Wüste – und macht sie dabei zu beweglichen Zielen für Chinas Raketentests.
Peking – China probt den Angriff auf US-Flugzeugträger: In der Wüste der Alxa League in der Inneren Mongolei liegt die Kontur eines der amerikanischen Riesenschiffe, maßstabsgetreu in den Sand gebaut. Nicht für den Ozean gebaut – sondern als Zielscheibe. Laut Dagens Nyheter betreibt China solche Übungsgelände in seinen Wüsten seit über 20 Jahren.

Die schwedische Tageszeitung hat eigens beim US-Unternehmen Planet Labs neue Satellitenbilder in Auftrag gegeben. Die neuen Bilder vom Freitag (21. August 2026) bestätigen: Peking hört nicht auf. Unter den neuen Fotos befindet sich sogar die Aufnahme einer Flugzeugträger-Attrappe. Bereitet China einen möglichen Krieg gegen den Westen vor?
Kriegsschiffe und Kampfjets für Chinas Übungen
Satellitenbilder, die The Telegraph im Juli ausgewertet hat, zeigten bereits die chinesische Praktik. In der Taklamakan-Wüste in Xinjiang steht seit Frühjahr 2026 ein dreidimensionaler, lebensgroßer Nachbau eines Arleigh-Burke-Zerstörers – eines der wichtigsten Kriegsschiffe der US‑Marine. Auf einem 37 Kilometer langen Schienensystem fahren mobile Attrappen durch die Wüste, ausgestattet mit Technik, die die elektronischen Signaturen echter US‑Kriegsschiffe imitieren soll. Auf einem separaten Übungsgelände nordöstlich davon stehen Attrappen amerikanischer Kampfjets – darunter F-22-, F-35- und F-16-Modelle. In der Gobi-Wüste hat China zudem einen Nachbau des US-Marinestützpunkts Yokosuka in Japan errichtet – des größten amerikanischen Marinestützpunkts in Japan. Satellitenbilder zeigen Einschlagskrater neben den dortigen Schiffsattrappen.
Es bleibt nicht beim Aufbauen. Am Nachbau des taiwanesischen Marinestützpunkts Su‘ao wurden zwischen Januar und Februar 2022 Teile eines Piers durch einen Raketeneinschlag zerstört. Damien Symon vom KI-Analyseunternehmen The Intel Lab, der mehrere der Modelle zuerst identifizierte, sagte gegenüber Business Insider: „Die Präzision der Nachbauten zeigt einen hochspezifischen Fokus auf potenzielle Gegner – das ist kein allgemeiner Kapazitätsaufbau.“ Und: „Das sind keine Nahbereichs-Demonstrationen unter kontrollierten Bedingungen. Hier reden wir von Raketenabschüssen aus Kilometern Entfernung – das allein belegt eine glaubwürdige Langstreckenfähigkeit.“
Für Thomas Shugart vom Center for a New American Security ist die strategische Absicht eindeutig. Laut Business Insider sagte der frühere US-Marineoffizier: „China sendet eine Botschaft an Japan: ‚Wenn es zum Kampf kommt, bist du dabei.‘ An die USA: ‚Wenn ihr eingreift, treffen wir eure Stützpunkte.‘ Und an Taiwan: ‚Wir üben, eure Hauptstadt einzunehmen.‘“ Im Hintergrund steht die Taiwan-Frage: Peking beansprucht die Insel als eigenes Territorium. Auch Taipeh selbst ist in der Wüste der Inneren Mongolei nachgebaut – Straßen, Stadtblöcke und Regierungsgebäude inklusive. (Quellen: Dagens Nyheter, Business Insider/The Telegraph) (cgsc)