China hat bei Elektro-Lkw klar die Nase vorne

E-Autos

China hat bei Elektro-Lkw klar die Nase vorne

Der chinesische Markt hat Prognosen aus dem Jahr 2024 um 150 Prozent übertroffen

Ein Elektro-Lkw wird an einer Ladestation mit einem blauen Ladekabel aufgeladen. Im Vordergrund ist der Ladeanschluss zu sehen, im Hintergrund der Frontbereich des Lkw mit Scheinwerferdetails.
Schon heute wären strombetriebene Lkw wettbewerbsfähig.

Der Markt für Elektro-Lkw boomt, wenn auch von sehr niedrigem Niveau ausgehend. "Der globale E-Lkw-Markt ist seit 2021 um 1800 Prozent gewachsen, während der Markt für Diesel-Lkw um 17 Prozent zurückgegangen ist. China dominiert mit 95 Prozent Elektro-Marktanteil, während Europa ins Hintertreffen gerät", so das Beratungsunternehmen PWC. Schon heute wären strombetriebene Lkw wettbewerbsfähig, allerdings bremse insbesondere fehlende Ladeinfrastruktur den Hochlauf.

Der chinesische Markt habe Prognosen aus dem Jahr 2024 um 150 Prozent übertroffen. In Europa zeige sich hingegen das gegenteilige Bild: Der Markt bleibe 80 Prozent hinter der Vorhersage zurück. In den USA liege diese Lücke sogar bei 95 Prozent. "Europäische Hersteller müssen jetzt über das Fahrzeug hinausdenken und integrierte Ökosysteme aus Lkw, Ladeinfrastruktur, Softwarelösungen und Serviceangeboten aufbauen", meint PWC.

20.500 Dollar Förderung je Lkw

China forciere den Markt durch ein Zusammenspiel aus Kaufanreizen von umgerechnet rund 20.500 US-Dollar pro Lkw sowie bevorzugtem Zugang zu Einsatzgebieten, in denen derartige Lastwägen besonders zuverlässig funktionieren. Dazu zählten Häfen, Minen oder Industrieareale mit planbaren Routen und zentral organisierter Ladeinfrastruktur.

"China überträgt sein E-Auto-Erfolgsmodell aktuell auch auf den Logistikbereich. Dabei profitiert das Land von Skaleneffekten, aufgebautem Spezialwissen und Lieferkettenkompetenz, die über Jahrzehnte herangewachsen sind", so Jörn Neuhausen, Senior Director bei PWC. Die wirtschaftlichen Vorteile der Elektro-Transporter würden auf der Hand liegen. "BETs (Battery Electric Trucks, Anm.) können bei den Gesamtbetriebskosten im Jahr 2030 in Europa im Schnitt rund 25 Prozent günstiger unterwegs sein als Verbrenner", so seine Einschätzung. (APA, 13.9.2026)

Die Kommentare im Forum geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Benutzer:innen können diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H. vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.