In Hamburg haben laut Polizei und Veranstaltern rund 300.000 Menschen am Christopher Street Day teilgenommen. Die Demonstration fand unter erhöhter Polizeipräsenz statt.
Quelle: DIE ZEIT, AFP,
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Aktualisiert am 1. August 2026, 17:09 Uhr
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408 KommentareIn Hamburg sind Hunderttausende anlässlich des Christopher Street Days (CSD) auf die Straße gegangen. Rund 300.000 Menschen nahmen an der Demonstration teil, wie Polizei und Veranstalter übereinstimmend mitteilten. Die Veranstaltung verlief demnach sehr friedlich.
Dem CSD-Veranstalter zufolge wurde damit ein neuer Besucherrekord aufgestellt. Polizeiangaben zufolge wurden allerdings auch Zuschauerinnen und Zuschauer in der Schätzung berücksichtigt. Im vergangenen Jahr hatten rund 260.000 Menschen teilgenommen. Vorab hatten die Veranstalter in diesem Jahr mit circa 250.000 Besucherinnen und Besucher gerechnet.
Die Kundgebung unter dem Motto »Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst« fand eine Woche nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD statt. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit einem erhöhten Sicherheitsaufgebot präsent. Die Polizei wollte nach dem Anschlag in Berlin rund doppelt so viele Sicherheitskräfte wie im Vorjahr einsetzen.
Die Veranstaltenden riefen die »gesamte Stadt« zur Teilnahme auf. Der Berliner CSD-Verein nahm mit einem eigenen Wagen an der Demonstration teil. Die Route der Demonstration führte durch die Hamburger Innenstadt, zudem gab es unter anderem ein Straßenfest.
Unter den Teilnehmenden waren auch Politikerinnen und Politiker aus Hamburg und dem Bund, darunter der SPD-Fraktionschef im Bundestag, Matthias Miersch, die frühere Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang und die Hamburger Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne).
Schweigeminute bei CSD in Bonn
Auf dem CSD in Bonn gedachten die Teilnehmenden der Opfer des Attentats in Berlin vor einer Woche. Das Bühnenprogramm auf dem Münsterplatz begann am frühen Samstagnachmittag mit einer Schweigeminute. »Ihr wisst alle, was in Berlin passiert ist. Das hat uns alle sehr geschockt«, sagte Vorstandsmitglied Claudia Brenig vom CSD-Veranstalter Rheinqueer. »Wir sind heute auch in Gedanken bei den Opfern, bei der verstorbenen Frau und bei allen, die verletzt wurden und in Berlin traumatisiert wurden.«
»Dieser Anschlag war ein Angriff auf die queere Community, auf die Demokratie, auf die Freiheit«, sagte auf dem CSD in Bonn die ehrenamtliche Bürgermeisterin Nicole Unterseh (Grüne). »Er trifft nicht nur die queere Community, er trifft alle.« Die Politikerin rief zum Zusammenhalt auf.
Niederländischer Ministerpräsident ruft zu Protest auf
Bei der Pride-Parade auf den Amsterdamer Grachten rief der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten junge LGBTIQ-Personen auf, sich offen zu bekennen. Ein Coming-out sei nicht einfach, »aber sobald man diesen Schritt gewagt hat, wird es nur noch besser«, sagte Jetten.
Zugleich sei es wichtig, gegen Anfeindungen zu protestieren. »Das hat man beim Anschlag in Berlin letzte Woche gesehen«, sagte er. Die Akzeptanz der LGBTIQ-Gemeinschaft stehe weltweit unter Druck, sagte Jetten. »Und es ist wichtig, das heute zu zeigen.«
Die CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar Stonewall Inn in der Christopher Street in New York stürmte. Das gilt als Geburtsstunde der modernen Lesben- und Schwulenbewegung.