Eisschnelllauf: Claudia Pechstein wird neue Eisschnelllauf-Bundestrainerin

Claudia Pechstein soll als neue Bundestrainerin deutsche Eisschnellläufer zu Höchstleistungen bringen. Die fünffache Olympiasiegerin hatte das Amt kommissarisch inne.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, SID,

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Aktualisiert am 2. August 2026, 16:54 Uhr

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Claudia Pechstein Bundestrainerin Eisschnelllauf DESG
Nach unruhigen Monaten hat die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) ihr Trainerteam neu aufgestellt. Eine der Bundestrainerinnen: Claudia Pechstein © Sebastian Gollnow/​dpa

Die fünffache Olympiasiegerin Claudia Pechstein ist neue Bundestrainerin Mehrkampf der Athletinnen und Athleten in der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG). Die 54-Jährige habe die bislang kommissarisch ausgeübte Tätigkeit zu Monatsbeginn komplett übernommen, teilte der Verband mit. Auch der Pole Paweł Abratkiewicz, dreimaliger Olympiateilnehmer, wurde als neuer Bundestrainer Sprint verpflichtet. Über die Laufzeit der Verträge machte die DESG keine Angaben.

Pechstein verfüge über eine außergewöhnlich langjährige sowie international herausragende Erfahrung im Eisschnelllauf, teilte die DESG mit. Hinzu kämen ihre ausgeprägte fachliche Verankerung in der Sportart sowie ihre langjährige Erfahrung im nationalen und internationalen Spitzensportumfeld sowie der erfolgreiche Abschluss eines Diplom-Trainer-Studiums an der Trainerakademie des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Bislang war Pechstein als Bundesstützpunkttrainerin in Inzell tätig. Das Amt als Bundestrainerin Allround besetzte die Berlinerin bislang kommissarisch.

Hoffen auf Erfolge nach Enttäuschung in Mailand

Die neuen Bundestrainer werden nach schwachen Leistungen mitten in einer Strukturreform im deutschen Eisschnelllauf berufen. »Wir wollen zurück an die Weltspitze, und wir schaffen dafür jetzt nicht nur die strukturellen, sondern auch die personellen Voraussetzungen«, sagte DESG-Präsident Matthias Große. »Unsere Athleten erhalten ab dem 1. August eine Betreuung auf absolutem Top-Niveau.« Pechstein ist seine Lebensgefährtin.

Nach den enttäuschenden Winterspielen von Mailand waren die bisherigen Bundestrainer Aart van der Wulp (Niederlande/Sprint) und Alexis Contin (Frankreich/Allround) in ihre jeweiligen Heimatverbände zurückgekehrt. Die DESG schrieb die Stellen öffentlich aus.

Zuletzt hatte die DESG mit seiner Strukturreform für Aufregung gesorgt. Diese sieht eine Konzentration der Bundeskader auf die Standorte Inzell für Mehrkampf und Langstrecke sowie Berlin für Sprint vor. Die beiden anderen Bundesstützpunkte in Erfurt und Chemnitz sollen nach Beschluss des DESG-Präsidiums »insbesondere im Nachwuchsbereich eine zentrale Rolle übernehmen«.

Fünf Goldmedaillen bei Olympia

Pechstein hatte 2025 ihre langjährige Profi-Karriere als Eisschnellläuferin beendet. 1991 bestritt sie ihr erstes Weltcup-Rennen. 1995 gelang ihr der erste von insgesamt 34 Siegen in der Serie, 2017 ihr letzter. Als einzige Frau startete sie seit 1992 bei acht Olympischen Winterspielen, gewann neun Medaillen, davon fünfmal Gold. Dazu kommen sechs WM-Titel sowie sechs Weltrekorde. Bei ihren letzten Olympischen Spielen 2022 in Peking belegte sie kurz vor ihrem 50. Geburtstag noch einmal den neunten Platz im Massenstart.

Ebenfalls im vergangenen Jahr hatte sich Pechstein nach einem jahrelangen Streit mit dem Weltverband ISU außergerichtlich geeinigt. In dem Rechtsstreit ging es um Schmerzensgeld und Schadenersatz in Höhe von rund 8,4 Millionen Euro. Pechstein hatte die ISU wegen einer 2009 ihrer Meinung nach zu Unrecht verhängten zweijährigen Doping-Sperre verklagt. Pechstein hatte wiederholt bestritten, gedopt zu haben – auch vor Gericht.