Kurz nach der überraschenden Trennung von Microsoft feiert Compulsion Games einen riesigen Erfolg: Ihr Action-Adventure „South of Midnight“ wurde als Game of the Year ausgezeichnet. Und die Dankesrede der Studio-Chefin lässt tief blicken.
Anfang des Monats verkündete die neue Xbox-Chefin Asha Sharma im Rahmen eines radikalen Umbaus die Entlassung von rund 3.200 Mitarbeitern, während man sich gleichzeitig von fünf Entwicklerstudios trennt. Dazu zählt auch Compulsion Games („We Happy Few“), die nach jahrelanger Zugehörigkeit zu den Xbox Game Studios nun wieder in die Unabhängigkeit entlassen wurden.
Und ausgerechnet jetzt feiert das Team einen großen Erfolg: Auf dem Games for Change Festival 2026 in New York sicherte sich ihr jüngstes Werk „South of Midnight“ die begehrteste Trophäe des Abends – den Titel als Game of the Year.
„Wachstum und Resilienz“: Emotionale Dankesrede der Compulsion-Chefin
2025 veröffentlicht, hatte das von US-Südstaaten-Folklore durchdrungene Action-Adventure bereits in den vergangenen Monaten viel Kritikerlob für seine Präsentation und die Story eingefahren und unter anderem den renommierten Peabody Award abgeräumt.
Dass man jetzt auch den Hauptpreis bei den Games for Change Awards einsacken konnte, unterstreicht die narrative und künstlerische Strahlkraft des Titels, der hauptsächlich durch seine einzigartige Optik im Stop-Motion-Look hervorsticht, noch einmal zusätzlich.
„In South of Midnight geht es darum, in schwierigen Zeiten über sich hinauszuwachsen, wenn es hart auf hart kommt; es geht um Wachstum und Resilienz“, so Compulsion-Chefin Geneviève Forget in ihrer Dankesrede (via Kotaku), die damit sowohl die Botschaft des Spiels als auch die emotionale Achterbahnfahrt des Studios auf den Punkt brachte.
Forget weiter: „Und das Wort ‚Veränderung‘ fühlt sich für uns gerade extrem passend an, da Compulsion Games wieder unabhängig wird. Das ist beängstigend, das ist aufregend. Wir – dieses Team – haben etwas Besonderes geschaffen, und ich weiß, dass unser Team, meine Freunde, unsere Freunde unseren Geist überallhin mitnehmen und ihn in der gesamten Branche verbreiten werden.“
Neuer Kurs, ungewisse Zukunft
Dass Compulsion nun unmittelbar nach der Xbox-Trennung mit einem Game-of-the-Year-Award geehrt wird, wirft natürlich unweigerlich ein gewisses Schlaglicht auf den nicht unumstrittenen Kurswechsel bei Microsoft.
Dazu kommt: Erst vor wenigen Monaten lobte Xbox Content Officer Matt Booty das Studio noch öffentlich für seine herausragende Handwerkskunst und die Fähigkeit, „bedeutsame, nachhaltige Geschichten“ zu erzählen. Doch unter dem neuen Kurs von Sharma und der Ausrichtung auf die ganz großen Blockbuster-Marken ist für Compulsion offensichtlich kein Platz mehr.
Wie es für das Studio jetzt weitergeht und welches Projekt man als Nächstes in Angriff nimmt, bleibt unterdessen abzuwarten. Zwar darf Compulsion die Markenrechte an seinen IPs behalten und erhält von Microsoft eine gewisse finanzielle Anschubfinanzierung für künftige Titel, doch der Schritt in die Selbstständigkeit zwang das Studio dennoch zu Entlassungen.
„South of Midnight“ wurde am 8. April 2025 zunächst für die Xbox Series X/S und den PC veröffentlicht, während am 31. März 2026 Umsetzungen für die PS5 und Switch 2 folgten.
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