Online seit heute, 19.52 Uhr
Ein Containerschiff ist bei der Fahrt durch die Straße von Hormus gesunken. Das teilte die Hafenbehörde in Singapur heute mit. Dieser zufolge wurden die „GFS Pride“ und ein weiteres in Singapur registriertes Schiff von unbekannten Geschoßen getroffen, während sie die Meerenge passierten.
Die „GFS Pride“ sei dabei beschädigt worden und habe Feuer gefangen. Inzwischen sei das Schiff gesunken. Die 21 Besatzungsmitglieder seien rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden, hieß es in der Mitteilung.
Berichte über Verletzte gebe es keine. Laut dem Schiffsortungsdienst Vesselfinder befand sich die „GFS Pride“ auf dem Weg zum Hafen Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Das zweite angegriffene Schiff, die „GFS Giselle“, habe Schäden am Schiffsrumpf erlitten, aber mit eigenem Antrieb einen sicheren Hafen erreicht, so die Mitteilung weiter. Die 22 Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit und unverletzt. Die singapurische Behörde verurteilte die Angriffe als „unprovoziert, nicht zu rechtfertigen und Verstoß gegen internationales Recht“.
Iran: Frachter fuhr auf Seemine
Auch die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die der Revolutionsgarde nahesteht, hatte über ein gesunkenes Containerschiff berichtet. Dieser Darstellung zufolge sei der Frachter in der Straße von Hormus auf eine Seemine gefahren. Nach iranischen Angaben waren 2.500 Container geladen.
Die iranischen Streitkräfte intensivierten ihre Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus in den vergangenen Tagen. Sie attackieren dabei in der Regel Tankschiffe und Frachter, die sich auf einer südlichen Route nahe der omanischen Küste befinden.
Seit mehreren Monaten begleitet die US-Marine dort zivile Handelsschiffe, um den Handel mit Öl und Flüssiggas wieder zu ermöglichen. Der Iran betrachtet die Route als „illegal“ und fordert die Passage entlang der iranischen Küste.
Der Iran blockiert seit Beginn des Krieges Ende Februar mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr weitestgehend. Auch das US-Militär attackierte wiederholt zivile iranische Schiffe. Die an ihrer engsten Stelle nur 35 bis 40 Kilometer breite Straße von Hormus wurde im Iran-Krieg zum zentralen Konfliktpunkt zwischen dem Iran und den USA.