Cordon bleu als Zigarre: Bruder von Kinga Mathe eröffnet besonderes Lokal in Traditionshaus in Oberbayern

Stand: 24.10.2026, 18:00 Uhr

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Verwandeln das Alte Fährhaus in ein modernes, kreatives Restaurant: Giovanni Orosz (li.) und Peter Dobo.

Verwandeln das Alte Fährhaus in ein modernes, kreatives Restaurant: Janos Orosz (li.) und Peter Dobo. © Arndt Pröhl

Ein Paar aus Bad Wiessee verwandelt das traditionsreiche Alte Fährhaus in Bad Tölz in ein Restaurant im Burlesque-Stil. Das Soft-Opening ist bereits für den 1. November geplant. Die gute Seele des Hauses ist Kinga Mathes Bruder Janos Orosz.

Bad Tölz – Zwei bekannte Gesichter aus dem Tegernseer Tal erweitern die Gastro-Szene in Bad Tölz um eine kosmopolitische Facette: Janos Orosz und Peter Dobó verwandeln das traditionsreiche Alte Fährhaus in das Restaurant „Amira‘s Isarlust“. Mit avantgardistischen Cordon-Bleu-Zigarren und elegantem Burlesque-Stil bringen sie großstädtisches Flair an die Isar.

Wer an die Gastronomie in Tölz denkt, verbindet damit vor allem Tradition: Holz, Brauhauskultur und bodenständige Küche. Diese Kulinariklandschaft bekommt nun Zuwachs von einem Projekt mit frischen, frankophilen Akzenten. An der Isarlust 1 – im Alten Fährhaus – entsteht ein Etablissement, das das gastronomische Angebot um eine kosmopolitische Nuance bereichert. Die Adresse hat eine glanzvolle Historie: Viele Jahre wurde das Haus von Sternekoch Erich Schwingshackl geprägt, zuletzt residierte hier der Edel-Italiener „Ca‘Leone“. Nun schlagen die neuen Betreiber ein ambitioniertes Kapitel auf.

Internationale Küche modern interpretiert

Die Macher hinter dem Vorhaben sind am Tegernsee bestens bekannt. Janos Orosz führte zuletzt die „Kinga Mathe“-Boutique seiner Schwester in Gmund, sein Lebens- und Geschäftspartner Peter Dobó stand am Tegernsee im Service und bringt internationale Gastronomie-Erfahrung mit – von Stationen in Budapest, London, Stuttgart und München bis zur Wiesn. Seit 23 Jahren gehen die beiden ihren Weg gemeinsam. Mit 61 Jahren wagt Orosz nun den Schritt in das eigene Herzensprojekt mit seinem Mann. Das Vorhaben trägt den Namen „Amira‘s Isarlust“, eine liebevolle Hommage an ihre 15-jährige Weimaraner-Hündin.

Französischer Einrichtungsstil

Mit dem großen Umbau der Räumlichkeiten entfaltet sich dieser Tage das Alte Fährhaus in einem vom französischen Moulin-Rouge-Stil inspirierten Einrichtungsraum. Orosz, der kreative Kopf hinter dem Interieur und die gute Seele des Hauses, setzt auf ein expressives, warmes Design. „Es wird alles in Bordeaux und olivgrünem Samt, Schwarz und Gold ganz nobel ausgestattet sein – ein Hauch Burlesque“, schwärmt er.

 Das Cordon bleu gibt es in Form einer großen Zigarre.

Trotz optischer Opulenz steht die Zugänglichkeit im Fokus: Das Haus soll ein offener Wohlfühlort für alle sein. „Wir haben hier so viele Möglichkeiten, im Sommer die tolle Terrasse, da soll jeder vorbeikommen dürfen, ob zum Frühstück, Mittagessen, Dinner oder einfach nur für ein Getränk“, betont das Duo. Für die wärmeren Monate ist zudem eine Strandbar geplant, die junge Leute für gemütliche Stunden an der Isar einladen soll. „Hier darf auch gefeiert werden“, sind sich die beiden einig.

Diese einladende Philosophie spiegelt sich auch in der Speisekarte wider. Mittags changieren die feinen, erschwinglichen Gerichte bereits ab 10 Euro. Am Abend startet das À-la-carte-Angebot bei 20 Euro und reicht bis zu 65 Euro für die exklusivsten Kreationen.

Wer das ganz besondere kulinarische Erlebnis sucht, darf sich aufs Frühjahr freuen: Dann entstehen separate VIP-Bereiche, in denen ein exklusives 6-Gänge-Degustationsmenü serviert wird. „Es soll ein Ort sein, an dem jeder das findet, was zu ihm passt“, sagt Dobó. Für das kulinarische Fundament zeichnet der renommierte Koch und Buchautor Maximilian Christian als Küchenleiter verantwortlich.

Hotelzimmer werden kernsaniert

Er fusioniert verschiedene internationale Aromen und Kochtechniken raffiniert miteinander – und interpretiert Vertrautes neu. „Das Cordon bleu gibt es in Form einer großen Zigarre“, verspricht Küchenchef Christian. Bewährte saisonale Gerichte warten auf die Gäste freilich auch, etwa ab Mitte November eine regionale Wildkarte mit Ente, Gans und Reh aus heimischen Wäldern.

Auch im oberen Stockwerk wird das Fährhaus mit viel Liebe zum Detail modernisiert. Wo früher klassische Gästezimmer waren, läuft aktuell eine umfassende Kernsanierung. „Alles kommt raus und wird neu gemacht, die Böden, die Heizung, ein neuer Anstrich“, erklärt Orosz. Es entstehen fünf individuell gestaltete Hotelzimmer im Boutique-Stil. „Die Zimmer bekommen dann auch Namen statt Nummern.“ Während das Restaurant bereits am 1. November ein erstes Soft-Opening feiert, folgt das Hotel zur großen Eröffnungsparty am 5. Dezember.

Standbar und Veranstaltungen geplant

Das finanzielle und emotionale Engagement ist für das Duo ein großer, mutiger Schritt. „Wir sind dabei sehr dankbar für die Unterstützung der Eigentümer.“ Bis zum Frühjahr stehen zudem weitere Umbauten im Außenbereich an, für die erst noch Baugenehmigungen eingeholt werden müssen. „Daher können wir noch keine Details verraten, aber es wird etwas ganz Besonderes“, verspricht das Duo.