Neue Covid-Variante greift weltweit um sich, nicht aber in Deutschland - „Sehen Beginn der Infektionswelle“

Covid-Kurven zeigen weltweit nach oben: „Sehen langsam den Beginn der Corona-Infektionswelle“

Stand: 01.10.2026, 19:31 Uhr

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Heisere Stimme? Die neue Corona-Variante XFG „Stratus“ breitet sich schnell aus. Kliniken berichten über typische Symptome

Heisere Stimme? Die neue Corona-Variante XFG „Stratus“ breitet sich schnell aus. Kliniken berichten über typische Symptome (Symbolfoto). © lev dolgachov/imago

Der Herbst ist da und die Covid-Zahlen schnellen in vielen Ländern in die Höhe. Auch in Deutschland zeigen sich erste Signale, besonders in Hessen.

Frankfurt am Main – Covid ist in Frankreich zurück. Seit Beginn des Schuljahrs hätten sich die Viren in Klassenzimmern, Büros und öffentlichen Verkehrsmitteln verbreiten, schreiben französische Medien. Der Anstieg der Viruskonzentration von SARS‑CoV‑2 ist im Abwasser deutlich abzulesen. Die Kurven zeigen in China, den USA und weiteren Teilen Asiens steil nach oben. „Steigend“ ist auch die Viruslast im Abwasser in Deutschland.

Der Pfeil auf der Webseite des RKI-Infektionsradars zeigt nach oben. Der Wert ist in den vergangenen vier Wochen gestiegen, ist dort zu lesen. Die im Abwasser gemessene Sars-CoV-2-Last sei weiterhin niedrig mit weiter leicht steigendem Trend, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) im aktuellen Wochenbericht mit (Stand: 29. September 2026). „Die Influenza-Viruslast ist ebenfalls niedrig.“

Corona-Variante XFG „Stratus“ in Deutschland dominant

Aktuell ist in Deutschland die Corona-Variante XFG dominant. XFG, auch als „Stratus“ bekannt, wurde erstmals am 27. Januar 2025 in Kanada registriert. XFG ist ein Mix aus zwei früheren Varianten: LF.7 und LP.8.1.2. Die Rekombination – auch gerne als „Frankenstein-Variante“ bezeichnet.

XFGOmikron Coronavirus-Variante
Spitzname: Stratus
erstmals 27. Januar in Kanada registriert
Mix aus: LF.7 und LP.8.1.2.
Variante unter Beobachtung (VUM)

„Auffällige Heiserkeit“ – Symptome von XGF

Bei den „Stratus“-Symptomen wird neben den typischen Erkältungssymptomen, trockenem Husten, Halsschmerzen, Durchfall und unerklärlicher Müdigkeit von einer auffälligen Heiserkeit berichtet. Nach der WHO-Klassifizierung von SARS-CoV-2-Varianten steht XFG unter Beobachtung (VUM) (Stand: 1. Oktober 2026).

In Hessen liegt die 7⁠-⁠Tage⁠-⁠Inzidenz derzeit am höchsten – bei 0,9 Fällen pro 100.000 Einwohner. Die Dunkelziffer gilt jedoch als höher, da kaum noch getestet wird.

„Dieses Jahr sehen wir langsam den Beginn der Corona-Infektionswelle. Hessen macht hier wohl den Anfang“, so Christian Sommerbrodt, Vorsitzender im Hausärztinnen- und Hausärzteverband Hessen e. V. auf Anfrage der fr.de von Ippen.Media. In den Herbstmonaten treten laut Sommerbrodt seit dem Ende der Pandemie regelmäßig Coronawellen auf und sie wird auch dieses Jahr kommen. „Wir erwarten in den Praxen in den kommenden Wochen auf jeden Fall wieder einen starken Anstieg an Infektfällen.“ Das Geschehen sei aber überhaupt nicht ungewöhnlich.

Mediziner Sommerbrodt empfiehlt Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, sich jetzt früh impfen zu lassen. Und nicht darauf zu warten, bis die Infektionswelle hoch ist und es zu einem „Wettlauf“ zwischen Infektion und Impfung kommt.

„Die Zahl der Atemwegsinfekte steigt unter Personal und Patienten“, schreibt Lungenfacharzt Cihan Çelik auf der Plattform X über die Lage in seiner Klinik in Darmstadt. „Und tatsächlich werden auch bereits wieder vereinzelt ältere und vorerkrankte Patienten mit COVID stationär aufgenommen. Kommen damit aber gut zurecht.“

Covid-Welle in Frankreich

Hinter der Infektionswelle in Frankreich steckt vor allem die Omikron-Variante NB.1.8.1, auch „Nimbus“ genannt, erklärt der Pariser Epidemiologe Prof. Antoine Flahault von der Universität Paris-Cité gegenüber der Paris Match. Die Variante NB 1.8.1 „Nimus“ ist erstmals im Januar 2025 aufgetaucht. Sie gilt als ansteckender und umgeht Immunbarrieren leichter.

„Nimbus“ breitete sich leichter aus als frühere Varianten, „weil Nimbus nicht die Hauptsymptome wie hohes Fieber oder anhaltenden Husten verursacht und infizierte Personen das Virus unwissentlich verbreiten“, schreibt der japanische Wissenschaftler Hiroshi Yasuda auf der Plattform X. „Nimbus breitet sich leise aus wie ‚Ninjas‘ (auf Deutsch bedeutet das übersetzt so viel wie ‚der Verborgene‘).“ Dabei berichteten einige Erkrankte von „rasierklingenartigen Halsschmerzen“ neben den typischen Corona-Beschwerden.

„Es gibt keine Hinweise darauf, dass NB.1.8.1 zu schwereren Verläufen oder anderen Symptomen führt als andere Varianten“, stellte RKI-Sprecherin Glasmacher klar. Das deckt sich mit der Einschätzung der WHO, die NB.1.8.1 lediglich als „Variante unter Beobachtung“ einstuft – mit geringem Risiko für die öffentliche Gesundheit.

Allerdings scheint „Nimbus“ in Deutschland aktuell keine Rolle zu spielen. Im Juni 2025 sah das in Deutschland noch anders aus. (Quellen: Hausärztinnen- und Hausärzteverband Hessen e. V., Santé publique France, RKI) (ml)