Stand: 02.08.2026, 17:45 Uhr
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Alle Konzerte des Dachauer Musiksommers 2026 waren ausverkauft. Selbst beim Auftritt von Element of Crime regnete es durchgehend – die Stimmung blieb trotzdem außergewöhnlich gut.
Dachau – Ausverkaufte Konzerte, Tausende Besucher und ein reibungsloser Ablauf lassen das Kulturamt eine positive Bilanz zum Dachauer Musiksommer 2026 ziehen. „Ein schöner Musiksommer mit keinerlei Zwischenfällen – ein Traum“, fasst es der Kulturamtsleiter Tobias Schneider zusammen.
Ein schöner Musiksommer mit keinerlei Zwischenfällen – ein Traum!
Zum Erfolg beigetragen habe die bewusst breit angelegte Programmgestaltung. „Wir versuchen beim Booking immer eine schöne Bandbreite hineinzubringen, sodass möglichst für jeden etwas dabei ist“, erklärt Schneider. Dieser Ansatz sei auch in diesem Jahr aufgegangen. So sprach Element of Crime vor allem Besucher ab etwa 50 Jahren an. Mit Royal Republic setzte der Musiksommer einen Akzent für das Hard-Rock-Publikum, während Von Wegen Lisbeth insbesondere jüngere Besucher begeisterte. „Jazz in allen Gassen“ und das Barockpicknick richteten sich generationenübergreifend an ein breites Publikum.
Bereits Anfang Juni war das Auftaktkonzert des Musiksommers von Element of Crime ausverkauft. Besucher reisten dafür aus einem Umkreis von rund 200 Kilometern nach Dachau. Schließlich handelte es sich um das einzige Bayern-Konzert der Kultband. Obwohl es während des gesamten Konzerts regnete, blieb die Stimmung bis zum Schluss außergewöhnlich gut. So bleibt Tobias Schneider auch der voll besetzte Rathausplatz im Regen als prägendstes Bild des Musiksommers 2026 in Erinnerung.
Mitte Juni mischte die Band Royal Republic aus Malmö 1200 Hardrocker auf, bevor Von Wegen Lisbeth vor ausverkaufter Kulisse gastierte. Kurz vor dem letzten Lied blickte Sänger Matze Rohde der Berliner Indie-Pop-Band über den Rathausplatz. „Das ist total besonders“, sagte er. Meist spiele die Band irgendwo am Stadtrand oder in Hallen, die überall ähnlich aussähen. „Hier stehen wir mitten in der Altstadt.“
Auch „Jazz in allen Gassen“ bewies erneut seine Anziehungskraft. Trotz kühler Temperaturen flanierten rund 7.000 Besucher durch die Dachauer Altstadt und genossen die musikalische Vielfalt von Blues, Latin, Bossa Nova und Swing bis hin zu Rockabilly.
Den stimmungsvollen Schlusspunkt setzte das ebenso bereits seit März ausverkaufte Barockpicknick. Rund 1.500 Besucher saßen Decke an Decke zwischen Apfelbäumen und Blumenbeeten im Schlossgarten. Die Dachauer Akustik-Folk-Pop-Band Garou sorgte für den musikalischen Rahmen. Kronleuchter und Lichterketten verliehen dem Abend eine besondere Atmosphäre.
Noch steht die Endabrechnung des Barockpicknicks aus. Nach derzeitigem Stand rechnet Tobias Schneider jedoch damit, dass das im städtischen Haushalt kalkulierte Defizit von bis zu 70.000 Euro deutlich unterschritten wird. Verantwortlich dafür seien die gut besuchten Rathausplatzkonzerte, die Künstler und Publikum anziehen und Eintrittspreise bis zu 50 Euro generieren. Die Eintrittspreise für „Jazz in allen Gassen“ und das Barockpicknick liegen mit zehn Euro deutlich darunter.
Organisatorisch ist der Dachauer Musiksommer für das Kulturamt längst Routine. Dennoch wachsen die Anforderungen. Vor allem „Jazz in allen Gassen“ erfordere mit seinen zahlreichen Spielorten, Straßensperren und Sicherheitsmaßnahmen einen hohen Personal- und Kostenaufwand, so Schneider. Bei Konzerten auf dem Rathausplatz oder beim Barockpicknick im ummauerten Schlossgarten bleibe der Aufwand überschaubar. Gleichzeitig werde es zunehmend schwieriger, Sponsoren für Kulturveranstaltungen zu gewinnen. „Beides erhöht den finanziellen Druck auf den Musiksommer“, erklärt der Kulturamtsleiter.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt dem Kulturamt nicht. Derzeit läuft die heiße Phase für das Booking des Musiksommers 2027. Mit Hubert von Goisern steht der erste Künstler bereits fest. Mit seiner „Zu laut!“-Tour kommt er am 19. Juni 2027 nach Dachau. Der Vorverkauf hat begonnen. Schneider rät Interessierten, mit dem Ticketkauf nicht zu lange zu warten.
Birgit Schnell-Muckel