Dampfkatapulte statt modernem System: Trump ordnet milliardenteuren Rückbau von Flugzeugträgern an

"Sie sind nicht gut"

Dampfkatapulte statt modernem System: Trump ordnet milliardenteuren Rückbau von Flugzeugträgern an

Der US-Präsident hält modernere elektromagnetische Systeme für zu wenig verlässlich – der Hersteller warnt vor Kosten und Zeitdauer des Rückbaus

Während an Bord mehrere US-Flugzeuträger offenbar für die dort stationierten Matrosen äußerst unangenehme Verhältnisse herrschen und der Unmut über die langen Einsatzzeiten wächst, hat sich US-Präsident Donald Trump am Donnerstagabend mit anderen Sorgen gewälzt. Er ordnete den Rückbau der US-Flugzeuträger zur Verwendung von Dampfkatapulten für den Start der Jets an – obwohl es eigentlich ein neueres, verlässliches System gibt, auf das die Megaschiffe zuletzt umgerüstet worden waren. Auf welche Argumente sich Trump bei seinem Befehl stützt, war vorerst unklar.

Flugdeckpersonal arbeitet auf dem Deck des Flugzeugträgers USS Theodore Roosevelt, umgeben von aufsteigendem Dampf aus einem Katapult, während F-18-Jets im Hintergrund stehen. Die Szene findet während der RIMPAC-Militärübungen südlich der Hawaii-Inseln statt.
Wenn es nicht ordentlich dampft, ist es für Donald Trump kein Flugzeugträger.

Trump habe ein entsprechendes Memorandum unterzeichnet, das weitreichende Änderungen für die Flotte vorsehe, so das US-Präsidialamt. Die Umrüstung betreffe die Flugzeugträger der "Gerald R. Ford"-Klasse, konkret das vierte Schiff dieser Baureihe, die "Doris Miller". Die Abkehr von dem elektromagnetischen Startsystem (EMALS) dürfte die Steuerzahler Hunderte Millionen Dollar kosten.

Weniger Ressourcenverbrauch

Trump hatte das elektromagnetische Startsystem der Marine in der Vergangenheit häufig kritisiert. Es sei teurer und weniger effektiv als die traditionellen Dampfkatapulte. "Sie haben Milliarden Dollar mehr für elektrische Katapulte ausgegeben, und sie sind nicht gut", sagte Trump im vergangenen Monat auf einem Verteidigungsgipfel in Pennsylvania. "Sie sind bei Weitem nicht so gut, zu komplex." Der Hersteller des EMALS-Systems, General Atomics, forderte eine sorgfältige Überprüfung der Entscheidung.

Da die Produktion bereits zu fast 50 Prozent abgeschlossen sei, berge ein Kurswechsel erhebliche Risiken für Kosten, Zeitplan und Integration, teilte das Unternehmen mit. Die Marine hatte sich 2009 für das neue System entschieden, da es wartungsärmer ist und die Flugzeuge beim Start weniger belastet. Auf dem ersten Träger der neuen Klasse, der "USS Gerald R. Ford", wurden laut Pentagon-Dokumenten bis März 2026 bereits 36.863 Starts mit dem System absolviert.

Lücken werden gefüllt

Die neue Anordnung erlaubt es zudem ausländischen Schiffbauern, die dauerhaft und in erheblichem Umfang in US-Werften investiert haben, vorübergehend bis zu zwei Schiffe in ihren Heimatwerften zu bauen. Damit sollen Lücken in der Flotte schnell geschlossen werden. Vor diesem Hintergrund hatte die australische Werft Austal am Dienstag mitgeteilt, dass der südkoreanische Hanwha-Konzern den Kauf ihres US-Geschäfts für bis zu 1,2 Milliarden Dollar angeboten habe.

Hanwha strebt eine Expansion auf dem US-Rüstungsmarkt an. Um die Reparaturkapazitäten für U-Boote und Flugzeugträger zu erhöhen, wies Trump den Verteidigungsminister ferner an, eine fünfte Marinewerft einzurichten. Die Aktien des Hauptauftragnehmers für die Ford-Klasse, Huntington Ingalls, legten im nachbörslichen Handel in New York leicht zu.

Zumindest für die Matrosinnen und Matrosen an Bord der USS Lincoln, über deren Probleme jüngst viel berichtet wurde, gibt es nun offenbar eine gütliche Lösung: Sie sollen in Bälde abgelöst werden, wurde berichtet. (red, Reuters, 14.8.2026)

Forum: 38 Postings

Ihre Meinung zählt.

Die Kommentare im Forum geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Benutzer:innen können diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H. vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.