Die Entscheidung über 800 m der Frauen verspricht Spektakel. Wird Broeders-Bol zur «Spielverderberin»?
14.08.2026, 07:49
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Es war ein Schreckmoment, der die ganze Leichtathletik-Welt in Atem hielt: Der Sturz von Audrey Werro im 800-m-Halbfinal. Beinahe wäre das Gold-Duell mit Lokalmatadorin Keely Hodgkinson geplatzt – für viele DAS Highlight dieser EM. Dank einem gutgeheissenen Rekurs darf die Freiburgerin aber starten.
Einem Showdown am Freitagabend steht also nichts mehr im Weg. Gemäss Angaben von Swiss Athletics habe sich Werro bei ihrem «Taucher» keine Verletzungen zugezogen und fühle sich gut. Was für zusätzliche Spannung sorgen wird: Aus dem Duell Werro vs. Hodgkinson ist längst ein Dreikampf geworden.
Broeders-Bol überrascht alle
Die Herausforderin der beiden Top-Favoritinnen heisst Femke Broeders-Bol. Die Niederländerin hat auf diese Saison hin von 400 m Hürden auf die 800 m gewechselt – und sich im Nu an der absoluten Weltspitze etabliert. Ihre Auftritte in diesem Jahr haben Fans und Experten gleichermassen beeindruckt.
Programmhinweis
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Verfolgen Sie den 800-m-Final der Frauen an der EM in Birmingham am Donnerstag ab 20:25 Uhr live bei SRF. Neben Audrey Werro sind mit Veronica Vancardo und Valentina Rosamilia zwei weitere Schweizerinnen vertreten.
Auch Léa Sprunger, ehemalige Trainingskollegin und mittlerweile eine enge Vertraute von Broeders-Bol, zeigt sich überrascht. «Ich dachte schon, dass sie mithalten und auch in der Diamond League laufen kann, aber dass sie gleich zu den Besten gehört, hat nicht nur mich, sondern auch sie selbst erstaunt», erklärt die 36-Jährige, die in Birmingham für RTS als Expertin im Einsatz steht.
Broeders-Bol, zweifache Weltmeisterin über 400 m Hürden, ist hinter Werro und Hodgkinson die drittschnellste Athletin in diesem Jahr. Ihre Bestleistung liegt bereits bei 1:55,60.
Sprunger hilft bei Entscheidungsfindung
Ganz unschuldig, dass Broeders-Bol neu über die zwei Bahnrunden gross auftrumpft, ist Sprunger nicht. «Ja, sie hat mich nach Rat gefragt und wollte meine Meinung hören», verrät die ehemalige Hürdenläuferin, relativiert aber sogleich: «Wir tauschen uns generell gerne aus, die finale Entscheidung hat sie aber mit ihrem Trainer getroffen. Es war offenbar die richtige.»
Sprunger sieht zwei Hauptgründe, weshalb die 26-Jährige bereits auf einem derart hohen Niveau performt:
- Der fehlende Druck: «Femke wusste: Wenn es ein Fehler gewesen wäre, auf die 800 m zu wechseln, hätte sie noch zwei Jahre Zeit gehabt, um im Hinblick auf Olympia 2028 etwas anzupassen. Sie hat so in ihrer ersten Saison keinen Druck und kann befreit laufen. Man sieht, dass sie Spass hat.»
- Die akribische Arbeiterin: «Sie ist eine Athletin, die viel analysiert. Sie möchte die Disziplin richtig verstehen und tut unheimlich viel dafür.»
Die bisherigen Auftritte von Broeders-Bol haben Eindruck hinterlassen. Mit zwei überzeugenden Leistungen hat sie sich für den Final qualifiziert. Ob dort bereits ihre Stunde schlagen wird? «Vor dem Halbfinal hätte ich auf Werro vor Broeders-Bol und Hodgkinson getippt. Jetzt müssen wir schauen, wie Audrey den Sturz wegsteckt. Ich freue mich auf jeden Fall riesig auf dieses Rennen», blickt Sprunger voraus.
Schlägt sie den Favoritinnen ein Schnippchen?
Femke Broeders-Bol.
imago images/IRIS VAN DEN BROEK
SRF zwei, sportlive, 13.08.2026, 11:25 Uhr