Davis-Cup-Duo: „Enttäuschung groß“: Doppel vergibt Titel und steht vor Ende

Tim Pütz richtete emotionale Worte an seine Familie in der Heimat und sprach nach dem geplatzten Traum vom US-Open-Titel über das mögliche Ende des Doppels mit Kevin Krawietz. Im fortgeschrittenen Tennisalter denkt der 38-Jährige über einen Rückzug als Vollzeitprofi in der kommenden Saison nach. Das verlorene Finale in New York könnte so der letzte Anlauf auf den ersten gemeinsamen Grand-Slam-Titel für das deutsche Davis-Cup-Duo gewesen sein.

„Es besteht eine gute Chance, dass ich nächstes Jahr nicht mehr voll weiter spiele und der Kevin sich einen neuen Partner suchen muss“, sagte Pütz nach dem 4:6, 6:7 (6:8) gegen Christian Harrison aus den USA und den Briten Neal Skupski. „Ich gehe langsam auf den Tennis-Ruhestand zu“, sagte Pütz, es sei aber „noch nicht in Stein gemeißelt“.

Zweite Niederlage im zweiten Finale bei den US Open

Das beste deutsche Doppel der vergangenen Jahre verpasste im zweiten US-Open-Finale erneut den großen Triumph. „Man lebt für den Sport und will natürlich den Titel gewinnen, da ist die Enttäuschung groß“, sagte Krawietz über die vertane Chance, „deswegen ist das ein bisschen kacke jetzt.“ In einem engen Tie-Break des zweiten Durchgangs vergab das deutsche Duo einen Satzball bei eigenem Aufschlag.

Der 34 Jahre alte Krawietz machte im Arthur Ashe Stadium danach noch Erinnerungsfoto mit seiner Frau und den beiden Kindern. Pütz richtete sich in der Ansprache bei der Siegerehrung an seine Lieben. „Ich habe meinen Kindern zuhause versprochen, "Hi" zu sagen. Ich vermisse euch. Ich freue mich darauf, bald wieder zu Hause zu sein“, sagte der Frankfurter.

Pütz: „Sehr viele Jahre meines Lebens geopfert“

Den möglichen Rückzug begründete Pütz deshalb auch neben seinem Alter mit privaten Gründen. „Ich habe sehr viele Jahre meines Lebens geopfert für das Tennis. Wir als Familie haben sehr viel Zeit geopfert“, sagte der 38-Jährige. „Jetzt haben wir langsam das Gefühl, dass wir genug Zeit geopfert haben und ich zu Hause sein will.“ Möglich sei, dass er weniger Turniere spiele.

Sein Doppelpartner berichtete, dass ein möglicher Rückzug seit längerem ein Thema sei. „Wenn der Pützi irgendwann sagt, er spielt keinen vollen Kalender mehr und nur noch reduziert, dann suche ich mir einen neuen Partner.“ Beide betonten, dass ihr Verhältnis und die sportliche Partnerschaft ungetrübt seien.

Eine halbe Million Preisgeld

Seit drei Jahren spielen beide dauerhaft zusammen, ihren größten gemeinsamen Erfolg hatten beide mit dem Titel bei den ATP Finals 2024 gefeiert. Mit seinem früheren Doppelpartner Andreas Mies hatte Krawietz zuvor zweimal den Titel bei den French Open gewonnen. Pütz holte mit der Japanerin Miyu Kato den Mixed-Titel 2023 in Paris.

Für den Finaleinzug von New York gab es für beide zusammen nun das stattliche Preisgeld von 500.000 US-Dollar. „Es ist ein schöner Trostpreis“, sagte Pütz. „Aber wahrscheinlich hätten wir lieber gewonnen ohne Preisgeld.“

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