Der Fall Caroline Wahl: Warum die Buchpreis-Jury Erfolg offenbar als Makel sieht
Stand: 15.08.2026, 17:29 Uhr
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Schon wieder fehlt Caroline Wahl auf der Buchpreis-Longlist. Warum Erfolg für die Jury ein Makel ist und wir einfach lesen sollten, was uns gefällt.
Berlin – Geht es Ihnen eigentlich auch so? Ich liege im Spätsommer ganz entspannt in der Sonne, hänge den letzten Urlaubstagen nach – und wumm! Reißt mich das Feuilleton rüde aus der Hängematte. Die Longlist für den Deutschen Buchpreis ist da. Und ich muss ehrlich gestehen: Diesmal habe ich mich beim Lesen so richtig geärgert.

Dass eine Caroline Wahl, der ich übrigens sehr dankbar bin, auf dieser Liste schon wieder komplett fehlt, ist für mich ein wenig unverständlich, möge sie auch die einen oder anderen Debatten erzeugt haben. Warum muss gute Literatur eigentlich immer erst wehtun, um als „wertvoll“ zu gelten? Klar, immerhin hat es Heinz Strunk mit „Memories of Heidelberg“ geschafft – ein kleiner Lichtblick für alle, die auch mal schmunzeln wollen. Aber dass eine Autorin wie Wahl eiskalt ignoriert wird, nur weil sie mit mitreißender Sprache Millionen Leser begeistert, macht mich schlicht wütend. Als wäre Publikumsnähe ein Verbrechen gegen die Hochkultur.
Feuilleton-Jubel vs. Couch-Frust
Stattdessen überschlägt sich die Kritik wieder bei Werken wie Die Holländerinnen von Dorothee Elmiger und feiert avantgardistische Sperrigkeit. Doch auf der Couch bleiben viele ratlos zurück: Für die meisten im Netz sind solche Texte einfach nur verkopft, anstrengend und inhaltlich dünn. Das Bittere daran: Durch diese massive Fixierung auf die 20 Jurylieblinge gehen hunderte andere, wundervolle Geschichten der Saison völlig unverdient im Wahrnehmungsschatten unter.
Schluss mit dem schlechten Lesegewissen!
Ich habe genug davon. Werfen wir dieses eingeredete schlechte Lesegewissen endlich über Bord! Lassen wir uns von elitären Debatten nicht diktieren, was auf den Nachttisch gehört. Ein gutes Buch muss nicht die Weltformel neu erfinden oder den Stempel einer Jury tragen. Es muss nur eines schaffen: uns im Herzen berühren und für ein paar Stunden aus dem Alltag entführen.
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Schalten Sie den elitären Lärm im Netz einfach stumm. Lehnen Sie sich zurück, greifen Sie zu dem Buch, das Ihnen echte Freude bringt – ob Longlist oder Bestseller. Eure Lesezeit ist dafür viel zu kostbar.
Welche Bücher abseits der großen Preise haben Sie diesen Spätsommer begeistert? Welche Themen sind Ihnen wichtig? Schreiben Sie mir. Die Kontaktmöglichkeit gibt es über das Autorenprofil oben. (str)