Die Karl-May-Spiele 2026 sind Geschichte. Winnetou und Old Shatterhand haben die Heimreise angetreten. Die über 400.000 Westernfans, die alljährlich zu den Spielen pilgern, würden sich sicherlich freuen, wenn sie ein Stück Wilder Westen das ganze Jahr über besuchen könnten. Genau das könnte schon 2028 nahe des Kalkbergs in Klein Rönnau Realität werden. Dort wird eine Westernstadt mit Saloon, Tipi-Dorf, Schwimmbad und Hotel geplant.

Seitdem das Hamburger Abendblatt die Pläne einer Investorengruppe aus Schleswig-Holstein öffentlich machte, sind die Investoren, Planer und Gemeindepolitiker aktiv geblieben, um das spektakuläre Projekt weiter voranzutreiben. Inzwischen liegt dem Kreis Segeberg eine Bauvoranfrage zur Prüfung und Genehmigung vor.
Westernstadt Klein Rönnau: Kreis prüft bereits eine Bauvoranfrage

Zehn Minuten entfernt von den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg liegt die Westernstadt und verfügt über Schwimm- und Reithalle, ein Tippidorf und einen Saloon.© Western City Klein Rönnau GmbH | TpB
„Wir sind gut davor und sehr zuversichtlich, dass dieses Projekt realisiert wird“, sagt Klein Rönnaus Bürgermeister Andreas Dankert. „Eine Westernstadt würde zu den Karl-May-Spielen passen wie die Faust aufs Auge.“
Die Gemeinde Klein Rönnau hat sich in den politischen Gremien schon mehrfach mit dem Projekt auseinandergesetzt. Eine Gruppe von Investoren aus Schleswig-Holstein hat die Western City Klein Rönnau GmbH gegründet und das Hamburger Architektenbüro TpB Architekt + Stadtplaner mit der Ausarbeitung eines Entwurfs beauftragt.
Inzwischen wurden das Amt Trave-Land und die Segeberger Kreisverwaltung eingeschaltet und mit den Plänen konfrontiert. „Nach meiner Wahrnehmung sind wir auf einem guten Weg“, sagt Bürgermeister Andreas Dankert, dem es gelungen ist, nahezu alle Gemeindevertreter von der Wichtigkeit des Projektes zu überzeugen.
Anwohner des Traveredders wollen keine Westernstadt
Noch nicht überzeugt sind indessen einige Bewohner Klein Rönnaus, zu denen vor allem die Nachbarn des Traveredders gehören. Von ihren Grundstücken aus blicken einige zurzeit auf idyllische Pferdekoppeln, auf denen nach den Plänen des Architektenbüros später eine im Anblick weniger idyllische Reithalle gebaut werden soll.
Bürgermeister Dankert geht davon aus, dass er die Mehrheit derjenigen, die dem Projekt skeptisch gegenüberstehen, überzeugen kann: „Eine Westernstadt ist wichtig für die Entwicklung unseres Dorfes.“
Westernstadt Klein Rönnau: Apartmenthotel, Schwimmhalle und Tipi-Dorf

So stellen sich die Investoren den Saloon der Westernstadt vor – auch hier half die KI bei der Visualisierung.© IKON NORD GMBH
Im Mittelpunkt der Anlage soll ein Apartmenthotel mit 75 bis 90 Zimmern stehen. Vorgesehen sind außerdem eine öffentliche Schwimmhalle, eine Reithalle mit Reitplatz, ein Saloon- und Gastrobereich, ein Tipi-Dorf nach dem Vorbild des indigenen Dakota-Stammes in Nordamerika, sowie ergänzende Freizeit- und Aufenthaltsbereiche.
Eine Westernstadt ist wichtig für die Entwicklung unseres Dorfes.
Andreas Dankert, Bürgermeister
Im Tipi-Dorf soll ein Gemeinschaftszelt als Treffpunkt für Familien aufgestellt werden. Diverse Freizeitaktivitäten könnten rund um einen kleinen, jetzt schon vorhandenen See stattfinden.
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Entgegen den ursprünglichen Plänen wurden nach den Worten des Bürgermeisters einige Änderungen vorgenommen. So wird die Schwimmhalle kleiner ausfallen als vorgesehen. Auch die Zahl der Apartments sei nach unten korrigiert worden.
In Segebergs Nachbardorf soll die siebente Westernstadt Deutschlands entstehen

Ein Vorbild: Das Westerndorf Pullman City im bayrischen Eging am See ist ganzjährig geöffnet und bietet zu jeder Jahreszeit Attraktionen.© FMG | Pullman City
In Klein Rönnau soll die siebente und nördlichste Westerncity Deutschlands entstehen. Ähnliche Wild-West- und Cowboyprojekte sind Pullman City Harz in Sachsen-Anhalt, Pullman City in Bayern, El Dorado Templin in Brandenburg, die Westernstadt im Erlebnispark Schloss Thurn in Bayern, Old Texas Town in Berlin sowie Siegtal City und Lingelcreek in Hessen. Überall kann in die Zeit von Cowboys, Saloons und Goldgräbern eingetaucht werden.
Pullman City Harz in Hasselfelde, unweit des Brockens, ist mit rund 200.000 Quadratmetern die größte Westernstadt in Deutschland. Die Anlage in Klein Rönnau soll nach den Plänen des Architektenbüros etwa 9000 Quadratmeter groß werden.