Es sollte ein Fest der Freiheit sein. Familien, Paare, Jugendliche: Hunderttausende feierten Vielfalt und Toleranz auf Berlins Straßen. Sie tanzten, lachten, trugen Fahnen. Es war ein Tag wie gemacht für diese Stadt. Dann fuhr ein Fahrzeug in die Menge.
Mindestens ein Mensch starb, 16 weitere wurden teils schwerst verletzt. Wo eben noch Musik war, standen Rettungskräfte. Die Feier endete zwischen Sirenen, Absperrbändern und bangen Stunden des Wartens.
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Es braucht nun eine lückenlose Aufklärung
Noch während die Rettungskräfte im Einsatz waren, begann die Suche nach Antworten. Die Ermittlungen laufen, der Tatverdächtige ist noch nicht gefasst. Erste Erkenntnisse deuten auf einen islamistischen Hintergrund hin.
Der Verdächtige war den Sicherheitsbehörden als Angehöriger des islamistischen Milieus bekannt und wurde erst im Mai aus dem Jugendarrest entlassen. Sollte sich bestätigen, dass er trotz dieser Erkenntnisse nicht ausreichend im Blick der Behörden war, wäre das ein schwerwiegendes Versagen. Gerade deshalb braucht es jetzt keine vorschnellen Urteile, sondern lückenlose Aufklärung.
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Die Antwort auf diesen Anschlag darf nicht Angst heißen
Denn was Berlin verloren hat, lässt sich nicht auf einen Abend reduzieren. Ein Mensch ist tot. Andere kämpfen um ihr Leben. Menschen, die friedlich zusammenkamen – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität – wurden Opfer eines gezielten Anschlags. Mitten in einer Stadt, die an diesem Tag für Freiheit stand. Das trifft nicht nur die queere Community. Es trifft uns alle.

Berlin kennt die Wucht solcher Bilder. Wer an diesem Abend dabei war, wird ihn nie vergessen. Umso wichtiger ist, dass die Antwort auf diesen Anschlag nicht Angst heißt. Die Stärke einer offenen Gesellschaft zeigt sich nicht an Tagen ohne Bedrohung. Sondern daran, dass sie sich von Terror nicht vorschreiben lässt, wie sie lebt.