Erst zwei Wochen sind seit der Europameisterschaft in Birmingham vergangen, schon steht das nächste Leichtathletik-Highlight vor der Tür. Diesen Sonntag (ab 12 Uhr) findet das jährliche Istaf im Berliner Olympiastadion statt – und der Zeitpunkt könnte kaum besser sein. Der deutsche Medaillenregen bei der EM hat zuletzt für eine regelrechte Leichtathletik-Euphorie in Deutschland gesorgt. An diese Begeisterung und das sportliche Hoch soll nun auch beim Istaf angeknüpft werden.
Leo Neugebauer, Niklas Kaul, Amadeus Gräber, Julian Weber, Gesa Krause, Gina Lückenkemper, Shanice Craft – sie alle und noch viele weitere Athletinnen und Athleten werden am Sonntag in ihren jeweiligen Disziplinen im Olympiastadion antreten. Der Austragungsort selbst sorgt dabei bereits für gute Stimmung. „Ich habe tolle Erinnerungen an Berlin. Ich finde, das Berliner Olympiastadion ist eins der schönsten der Welt, wenn nicht gar das schönste“, sagt die Europameisterin im 3000‑Meter-Hindernislauf, Gesa Krause, bei einer Medienrunde am Freitag.
Mit über 40.000 Zuschauern rechnen die Organisatoren am Sonntag, die Unterränge sind bereits vollständig ausverkauft. Meeting-Direktor Martin Seeber ist mit dieser Bilanz absolut zufrieden. Dabei betonte er, dass die einzelnen Leistungen der Leichtathleten bei der EM zwar nicht zwingend der Auslöser waren, aber einen entscheidenden Anteil an dieser positiven Bilanz geleistet haben.
Früher haben wir von den besten Deutschen gegen die Besten der Welt gesprochen. Eigentlich kann man das so nicht mehr sagen.
Istaf-Direktor Martin Seeber
Beim letzten Istaf im Juli 2025 kamen nur 28.500 Zuschauer in das Stadion. Das Interesse an Leichtathletik in Deutschland scheint seither deutlich zugenommen zu haben. Seeber teilt diese sportliche Euphorie: „Über fast alle Disziplinen hinweg haben wir Weltklasse-Athleten aus Deutschland am Start. Früher haben wir von den besten Deutschen gegen die Besten der Welt gesprochen. Eigentlich kann man das so nicht mehr sagen, denn die besten Deutschen sind die besten der Welt.“
Diesen Erfolg wollen sie am Sonntag im Stadion präsentieren. Es soll ein großes Fest der Leichtathletik gefeiert werden.
Leo Neugebauer startet im Dreikampf
Auch Leo Neugebauer fiebert dem Istaf entgegen. „Nur die deutschen Fans und ein gefülltes Stadion zu haben – diese Atmosphäre möchte ich nochmal richtig genießen“, sagt der 26-jährige Weltmeister. Neugebauer wird am Sonntag im Dreikampf antreten. Die Vorbereitungen darauf findet er vergleichsweise angenehm, da die Disziplinen technisch nicht allzu anspruchsvoll sind.

© imago/Andreas Gora
Neben dem 100‑Meter-Sprint und dem Diskuswurf gehört der „geliebte 1500‑Meter-Lauf“, wie es Martin Seeber formuliert und dabei schmunzelnd zu Neugebauer schaut, ebenfalls zum Dreikampf. Neugebauer nimmt die Stichelei mit Humor. Doch zukünftig möchte der Zehnkämpfer nicht immer für solch dramatische Szenen kurz vor der Ziellinie sorgen wie bei seinem EM-Triumph.
Letztes Saisonhighlight für viele Athleten
Für eine gewisse Dramatik dürfte am Sonntag trotzdem gesorgt sein. Der Silbermedaillengewinner Niklas Kaul wird Neugebauer am Sonntag ein enges Rennen liefern. Neugebauer selbst sieht dem Duell gelassen entgegen: „Es wird eine echt enge Nummer, aber auch ein cooles Battle werden. Ich freue mich schon drauf“.
Bei Gesa Krause hingegen lief es zuletzt nicht ganz rund. Nachdem bei ihr eine Blockade aus dem Iliosakralgelenk gelöst werden konnte, fühlt sie sich nun bereit, am Sonntag anzutreten. Dort wird sie beim 2000‑Meter-Hindernislauf antreten, ebenso wie ihre deutsche Kollegin Olivia Gürth. „Ich habe noch zwei Tage, um zu regenerieren, deswegen glaube ich, dass dem Rennen nichts im Wege steht“, sagt Krause.
Die Athletinnen und Athleten dürfen sich jedenfalls darauf freuen, vor heimischem Publikum an den Start zu gehen und von den Zuschauern ein letztes Mal in diesem Jahr kräftig angefeuert zu werden.