Trainer-Flugparade der Super League: Wer heute schon zittert

Die Flugparade der Super League

Zwei Trainerstühle wackeln schon jetzt gewaltig

Acht von zwölf Klubs der Super League haben im letzten Jahr den Trainer gewechselt. Blick tippt, wen es als Nächstes treffen könnte.

Publiziert: 17:55 Uhr

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Aktualisiert: 19:38 Uhr

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft

  • Stephan Lichtsteiner (42) unter Druck: FCB-Trainer braucht sofort Resultate
  • In Luzern und Thun müssen Neulinge beweisen, dass sie Profifussball können
  • In der Ostschweiz und im Tessin sind die Trainerstühle am stabilsten gebaut

Auf dem Schleudersitz

1. Stephan Lichtsteiner (42), Basel

Das Frühjahr hat null Argumente geliefert, warum es mit Stephan Lichtsteiner und Basel gut kommen sollte. Trotzdem hat FCB-Präsident David Degen (43) an ihm festgehalten. Eine Vorbereitung mit schwachen Resultaten (0:3 gegen Yverdon) hat vorhandene Zweifel nicht gemindert. Lichtsteiner muss von Anfang an gewinnen, sonst kann es ganz schnell gehen in Basel. Das in einem extrem nervösen Umfeld mit einem Team mit acht Neuen und einem Xherdan Shaqiri (34), dessen Einfluss nicht zu unterschätzen ist, wenn er seinem Trainer gegenüber kritisch eingestellt ist.

2. Peter Zeidler (63), Grasshoppers

Die Klubbesitzer, die ihn eingestellt haben, sind weg. Der Sportchef, der ihn zu den Grasshoppers geholt hat, auch. Das ist grundsätzlich eine schwierige Position für einen Cheftrainer. Auch wenn der neue Präsident Ludovic Deléchat behauptet, er habe Peter Zeidler als Trainer schon immer gemocht. Kommt dazu, dass GC derzeit eine Mannschaft hat, die noch schwächer besetzt ist als jene, die zuletzt mit Ach und Krach den Abstieg verhindert hat. Bei einem schwachen Saisonstart dürfte interne Unruhe rasch nach aussen dringen.

Müssen liefern

3. Gerardo Seoane (47), Young Boys

Die Klubbosse haben noch einmal nachgebessert und mit Cédric Zesiger (28) und Isaac Schmidt (26) zwei Ex-Nati-Spieler für die Abwehr geholt. Günstig war das nicht. Dafür müssten die Young Boys jetzt eigentlich bereit sein, um wieder an der Spitze mitzuspielen. Gelingt es, ist alles gut. Stottert der Berner Motor aber weiter, wird selbst Seoane unter Druck geraten. Auch wenn er noch immer von seinen drei Meistertiteln (2019, 2020, 2021) zehrt und eine Freistellung wegen seines hohen Lohnes sehr teuer würde.

4. Luka Elsner (43), Lausanne

Lausanne-Sport mit seinen Verbindungen zu Manchester United hat höhere Ziele als bloss Rang neun wie letzte Saison. Der Slowene Luka Elsner muss also junge Spieler fit machen für den Transfer in eine grössere Liga und gleichzeitig um die Top sechs mitspielen. Letzte Saison verzieh Sportchef Stéphane Henchoz (51) seinem damaligen Trainer Zeidler einen schwachen Saisonstart wegen der Erfolge in der Conference League. Elsner wird sofort liefern müssen. Und das, ohne grosse Kenntnisse der Liga.

5. Jocelyn Gourvennec (54), Servette

In der Deutschschweiz mögen es nur wenige mitbekommen haben. Aber die Genfer starten mit Ambitionen in die Saison. Mit dem Engländer John Williams ist ein neuer Sportchef am Ruder, was für einen Trainer immer zusätzlichen Druck bedeutet. Jocelyn Gourvennec hat sich in Genf trotz dem Sturz in die Abstiegsrunde den Ruf eines fähigen Trainers erarbeitet. Aber jetzt sind die Top sechs offizielles Ziel.

6. Jörg Portmann (49), Luzern

Luzerns Sportchef Remo Meyer (45) hat bei Mario Frick (51) bewiesen, dass er einen Trainer in einer Krise stützt. Wobei Frick ein gestandener Profitrainer ist. Jörg Portmann aber hat nie höher als in der dritthöchsten Liga gearbeitet. Beim FCL verantwortete er die U18, die U19 und die U17. Sein Bonus ist, dass er schon lange im Klub arbeitet. Umgekehrt dürfte sein Lohn bei einer Freistellung kein Loch ins Budget reissen. Und was, wenn ein Gericht Bernhard Alpstaeg (80) wieder zum Mehrheitsaktionär macht? Dann wäre wohl die ganze FCL-Führung weg – mit Portmann.

Starten mit Goodwill

7. Marcel Koller (65), Zürich

Eigentlich müsste Marcel Koller bombenfest im Sattel sitzen. Frisch eingestellt, sein Berater Dino Lamberti (57) ist gleichzeitig Sportchef-Berater von Präsident Ancillo Canepa (73). Dazu sein Lebenslauf: Meistertrainer, afrikanischer Champions-League-Sieger, Nationaltrainer, Aufstiegstrainer, Cupsieger. Aber Koller arbeitet beim FC Zürich, dem Klub, bei dem «absolute Wunschkandidaten» auch mal nach elf Spieltagen entlassen werden. Bekommt die Beziehung zwischen Präsident Canepa und Berater Lamberti Risse, könnte auch Kollers Sitz wackeln. Selbst wenn eine Entlassung teuer würde.

8. Gian-Luca Privitelli (48), Thun

Saison eins nach einem Sensationstitel, ein Team, das durch Abgänge (Bertone, Rastoder, Imeri, Meichtry) geschwächt ist, die Belastung durch den Europacup: Eigentlich kann der Nachfolger von Strahlemann Mauro Lustrinelli (50) nur scheitern. Das weiss auch die Thuner Klubführung. Was Gian-Luca Privitelli etwas Luft verschafft, der noch nie in einer höchsten Liga gearbeitet hat. Andererseits hat Präsident Andres Gerber (53) schon bewiesen, dass er rasch reagiert, wenn ein Trainer nicht funktioniert: Ciriaco Sforza (56) musste 2016 nach bloss zehn Ligaspielen gehen.

9. Didier Tholot (62), Sion

Ein Trainer des FC Sion auf Rang zwei der dienstältesten Trainer der Super League? Für Didier Tholot müsste eine Statue vor dem Tourbillon errichtet werden. Über drei Jahre dauert nun sein viertes Engagement als Sittener Trainer schon. Und noch nie wirkte Präsident Christian Constantin (69) derart unaufgeregt. Vor dem Start der letzten Saison stand Tholot noch auf Rang 2 der Blick-Flugliste. Heute scheint es sogar denkbar, dass der Franzose das Ende seines aktuellen Vertrags im Wallis erlebt. Und der läuft immerhin bis Sommer 2029.

Sicher im Sattel

10. Marc Schneider (45), Vaduz

Erst hat er den Klub vor dem Abstieg gerettet, dann hat er ihn innerhalb von zwei Saisons in die Super League geführt. Die Brüder Burgmeier als Klubführung wissen, was sie an Marc Schneider haben. Und sie wissen auch, dass dem FC Vaduz kein Stammplatz in der höchsten Schweizer Liga garantiert ist. Beste Voraussetzungen, um an einem Trainer auch dann festzuhalten, wenn die Mannschaft am Tabellenende festkleben sollte.

11. Enrico Maassen (42), St. Gallen

Von Rang drei der Blick-Flugparade in der Vorsaison runter auf Rang elf. Das sagt alles über die Standhaftigkeit der St. Galler Führung unter Präsident Matthias Hüppi (68). Und über die sportliche Entwicklung unter Enrico Maassen. Cupsieg und Rang zwei ergeben viel Kredit für den Trainer. Kader und Klub wirken, als könnten sie auch mit der europäischen Mehrfachbelastung zurechtkommen. Derzeit wirkt es wahrscheinlicher, dass der Deutsche selbst den Weg in eine grössere Liga sucht, als dass er entlassen wird.

12. Mattia Croci-Torti (44), Lugano

Fast fünf Jahre ist er im Amt und hat dabei schon mehrere schwache Phasen überstanden, ohne dass sein Stuhl je auch nur ansatzweise gewackelt hätte. Mit einer geduldigen Klubführung im Rücken und seiner lokalen Verwurzelung wirkt es, als könne sich Mattia Croci-Torti höchstens selber entlassen. Zumal er mit seiner Mannschaft bislang nach jeder Resultatkrise wieder zurückgekommen ist. Mit dem neuen Stadion wird seine Motivation, endlich den ganz grossen Schritt zu schaffen, sicher nicht kleiner.

Mannschaft

SP

TD

PT

1

FC Basel

FC Basel

0

0

0

1

FC Lugano

FC Lugano

0

0

0

1

FC Luzern

FC Luzern

0

0

0

1

FC Sion

FC Sion

0

0

0

1

FC St. Gallen

FC St. Gallen

0

0

0

1

FC Thun

FC Thun

0

0

0

1

FC Vaduz

FC Vaduz

0

0

0

1

FC Zürich

FC Zürich

0

0

0

1

Grasshopper Club Zürich

Grasshopper Club Zürich

0

0

0

1

FC Lausanne-Sport

FC Lausanne-Sport

0

0

0

1

Servette FC

Servette FC

0

0

0

1

BSC Young Boys

BSC Young Boys

0

0

0

Meisterschaftsrunde

Abstiegsrunde