Volleyball | Bundesliga
Stand: 03.08.2026 22:15 Uhr
Es kribbelt wieder in den Fingern: Sowohl der VfB Suhl als auch der Dresdner SC starten in die Saisonvorbereitung. Der Doublesieger aus Thüringen geht dabei als großer Gejagter in die neue Spielzeit.
von Sebastian Bondrea
Die Goldmedaillen aus der vergangenen Fabelsaison, an deren Ende das Double aus Meisterschaft und Pokal stand, sind verstaut – nun beginnt beim VfB Suhl LOTTO Thüringen erneut die Schinderei. Zum Start der Saisonvorbereitung hielt sich die Begeisterung von Laura Berger und Emma Sambale in Grenzen. "Es gibt angenehmere Trainingsperioden", sagte Sambale lächelnd. Berger wurde noch expliziter: "Die Vorbereitung ist immer scheiße, weil es richtig anstrengend ist." Vor allem die Arbeit auf dem Beachvolleyballfeld zehrt an den Kräften – denn im Sand springt es sich deutlich schwieriger. Doch die Mittelblockerin kennt den Lohn: "Sobald du wieder in der Halle bist, denkst du, du fliegst."
Die Erfolge der Vergangenheit gewinnen keine Spiele
Abheben wollen sie in Thüringen auch in der neuen Spielzeit. Doch Trainer Laszlo Hollosy weiß: Pokalsieg und Meisterschaft helfen dann nicht mehr. "Was wir letzte Saison erreicht haben, war historisch. Aber die Goldmedaillen werden uns dieses Jahr keine Spiele gewinnen", sagte er im Interview mit SPORT IM OSTEN. Sein Team dürfe Selbstbewusstsein daraus ziehen, müsse aber demütig bleiben: "Die Saison startet bei null."
Kaderumbruch mit vielen neuen Gesichtern
Sieben Spielerinnen sind neu im Kader. Dass es da manchmal mit der Kommunikation hapert, ist klar. Verständigt werde sich auf Englisch, sagte Sambale: "Und ansonsten hat man ja Handys mit Übersetzer." Viel Zeit mit der Eingliederung sollte man sich bei den Wölfen allerdings nicht lassen, denn erstmals wartet die Champions League. Für Berger "eine tolle Gelegenheit, sich zu zeigen". Doch was dort möglich ist, sei vor dem Zusammenfinden des Teams kaum zu prognostizieren.
Dass man in Suhl die Titel natürlich gerne verteidigen würde, daraus macht Trainer Hollosy keinen Hehl – ob das angesichts der Konkurrenz aus Schwerin und Stuttgart aber realistisch sei, müsse man abwarten. Der Fokus des Ungarn liegt dementsprechend auf der Entwicklung statt auf dem finalen Ergebnis. "Das Wichtigste für mich ist es, dass wir uns individuell verbessern. Dann taktisch – und wenn alles gut ineinandergreift, müssen wir als Team den nächsten Schritt gehen." Die neue Rolle des Titelverteidigers nimmt der Coach dennoch gern an: "Nun sind wir die Gejagten. Wir werden bereit sein für den Kampf."
Auch in Dresden ist Trainingsbeginn
Mehr Geld, mehr Möglichkeiten, aber weiterhin die "Dresdner DNA": Mit dieser Formel startet der Dresdner SC in die Saisonvorbereitung. Acht neue Gesichter stehen im Kader, zugleich setzt der Verein auf den eigenen Nachwuchs. "Der Etat wurde erhöht", erklärte Geschäftsführerin Sandra Zimmermann, da man in der sächsischen Landeshauptstadt den "Wettbewerbsdruck" durchaus spürt. Die eigene Identität solle dennoch bewahrt werden. So will der DSC in der Champions League und der nationalen Meisterschaft "angreifen".
Video: DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann: "Der Wettbewerbsdruck ist groß" (2 Min)
Trainer Alexander Waibl bremst trotz des größeren Etats die Euphorie. "Von Schwerin und Stuttgart sind wir noch weit weg", sagte er im Interview mit Sport im Osten. Um Titel wolle Dresden dennoch mitspielen. Wichtig sei dafür auch die Entwicklung junger Spielerinnen. Viel Lob erhielt Emilia Schaarschmid, die aus dem Nachwuchs in den Profikader rückt. Die 19-Jährige habe "ein gutes Gefühl für den Ball" und bringe sich gut ins Team ein.
Video: DSC-Trainer Alexander Waibl: "Potenzial bedeutet viel Arbeit" (4 Min)
Für Schaarschmid geht mit dem ersten Profivertrag ein Traum in Erfüllung. "Das Herzklopfen ist schon sehr groß und ich stehe hier mit einer riesigen Vorfreude." Besonders die Champions League hat es der 19-Jährigen, die als Backup-Libera in die Saison geht, angetan. Aus dem europäischen Spitzenwettbewerb könne "das Team viel mitnehmen". Zugleich hat sie aber auch die nationalen Titel im Blick und verweist auf das "große Potenzial" im Kader.
Video: Emilia Schaarschmid (Dresdner SC): "Das Herzklopfen ist sehr groß" (2 Min)