Die Macher im Hintergrund: Was die Ehrenamtlichen leisten, damit der Ahauser Herbst reibungslos funktioniert

Stand: 23.10.2026, 20:00 Uhr

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Die Orientierung beim „Ahauser Herbst“ fällt besonders Ortsunkundigen nicht immer leicht. Infotafeln und der Infostand von Claudia Grieger beseitigen Fragen.

Die Orientierung beim „Ahauser Herbst“, wie hier 2025, fällt besonders Ortsunkundigen nicht immer leicht. Infotafeln und der Infostand von Claudia Grieger beseitigen Fragen. © ULLA HEYNE

Parkplätze organisieren, Besucher beraten, Aussteller betreuen, Essen vorbereiten: Hinter dem Ahauser Herbst stehen zahlreiche Ehrenamtliche, die mit Herzblut im Einsatz sind. Drei von ihnen sind Maik Kitzmann, Claudia Grieger und Jan-Ole Otterstedt. Sie erzählen, warum sie ihre Zeit investieren und was sie motiviert.

Ahausen – Ein dreitägiger Kunsthandwerkermarkt, der den gesamten Ort zur Erlebnismeile macht, rund ein Dutzend Austragungsorte und mehr als 150 Aussteller, Künstler, Musiker und Gastronomen – und das alles professionell organisiert, aber ohne professionellen Veranstalter. „Eine Kraftanstrengung“, weiß Carsten Kaßburg, der Kopf des Veranstaltungsteams. „Ohne viele engagierte Ehrenamtler würde das nicht funktionieren.“

Einer von ihnen ist Maik Kitzmann. Wie bei vielen ehrenamtlich Engagierten ist sein Einsatz für den Ahauser Herbst über die Jahre gewachsen. 2019 zugezogen, war der Heimatverein für den heutigen zweiten Vorsitzenden ein Verein, bei dem „ich mich vielleicht sehen würde“. Erste Einblicke erlangte er im Amt des Kassenprüfers; über seinen ersten Ahauser Herbst bummelte er mit Besuch. „Eigentlich wollten wir nur etwas essen.“ Heute ist er verantwortlich für das Verkehrskonzept, koordiniert zahlreiche Parkplatzeinweiser, kümmert sich um Genehmigungen und Abstimmung mit den Behörden, um die Anlieferung der Verkehrsschilder durch eine Fachfirma und die Aufstellung durch einen per Lehrgang Befugten. Jedes Jahr werde etwas „nachgesteuert“.

„Zauberhafte“ Anblicke und Momente gemäß des diesjährigen Mottos, sind auch dank der ehrenamtlichen Helfer auch in diesem Jahr garantiert.

„Zauberhafte“ Anblicke und Momente gemäß des diesjährigen Mottos, sind auch dank der ehrenamtlichen Helfer in diesem Jahr garantiert. © ULLA HEYNE

Bereits sechs bis acht Wochen vor der Veranstaltung holt der Mitarbeiter eines Katasteramts Genehmigungen und Angebote ein, spricht Bekannte und Interessierte für die Parkeinweiserschichten am Wochenende an. „Viele fragen aber auch von selbst.“ Auch viele Landwirte böten ihre Flächen mittlerweile von selbst als Parkplätze an. Für deren Einrichtung, das Anbringen von Trassierband und die Aufstellung der 40 Schilderfüße an 30 Orten nimmt sich der Wahl-Ahauser Urlaub. Am Wochenende ist er mit dem Rad unterwegs von Parkplatz zu Parkplatz und koordiniert: „Wo sind noch Parkmöglichkeiten? Wo muss noch nachgesteuert werden?“ Und auch die ein oder andere Fundsache werde dem Besitzer zugeführt.

Noch länger als der 47-Jährige im Team ist Claudia Grieger. Sie betreut gemeinsam mit Mitstreiterin Bärbel Thiede den Infostand an der Hauptstraße. Wo sind die Toiletten, wo finde ich Künstlerin xy, wie komme ich mit Auto und Rollator möglichst nah an die Kettensägerin? Diese und andere Fragen klären die beiden genauso wie den Klassiker: Was ist in diesem Jahr neu und besonders? „Dafür müssen wir uns natürlich zwischendurch selbst einen Eindruck verschaffen“, erzählt die Ahauserin schmunzelnd.

Es ist schön, in zufriedene Gesichter zu sehen – außerdem: Wenn keiner was macht, ist hier auch nichts los.

Viel Zeit dazu bleibt jedoch nicht, gilt es doch, den Besuchern, die sich nicht auskennen, auf der A1-Schautafel die Wege zu erklären, Flyer mitzugeben oder den Tipp, es beim „süßen Nachtisch“ doch mal bei den Landfrauen zu versuchen. Wer denkt, dass die Arbeit der beiden erst am Samstag beginnt, irrt: Nebenbei kümmern sie sich nämlich auch um die Fahrschule als Ausstellungsort. Schon am Donnerstag wird geputzt, ab Freitagmorgen werden Bilder gehängt. Dass Grieger die Künstler dabei unterstützt, ist ebenso selbstverständlich wie die Versorgung mit Kaffee und Snacks am Wochenende.

Für die Verpflegung zeichnet auch Jan-Ole Otterstedt verantwortlich – allerdings im ungleich größeren Stil. Er bekocht die Kunsthandwerker am Samstagabend beim Ausstellertreffen. Eine dreistellige Zahl an Essen – im Vorjahr bei seiner „Feuertaufe“ gab es Suppe – ist für den gelernten Koch keine nennenswerte Herausforderung. „Das mache ich mit links“ – keine Angeberei, sondern einfach eine Feststellung. Früher hatte er bereits als Koch im Ahauser Hof Berührungspunkte mit dem Ahauser Herbst. Seit letztem Jahr bringt sich der „Youngster“ im Heimatverein ein und kümmert sich als Ansprechpartner um die Fragen der Aussteller auf dem Heimathausgelände.

Ein zentraler Anlaufpunkt mit vielen Ausstellern ist traditionsgemäß das Heimathausgelände. Jan-Ole Otterstedt sorgt mit dafür, dass alles rund läuft.

Ein zentraler Anlaufpunkt mit vielen Ausstellern ist traditionsgemäß das Heimathausgelände. Jan-Ole Otterstedt sorgt mit dafür, dass alles rund läuft. © ULLA HEYNE

„Man lernt viele tolle Leute kennen, aus dem Dorf und von außerhalb“, so der 26-Jährige, „und man kriegt ein tolles Feedback!“ Das bestätigt auch Grieger. Den „einen“ glückseligen Moment beim Ahauser Herbst gibt es für sie nicht: „Man führt so viele tolle Gespräche – viele Gäste kommen sogar zurück, um sich bei uns zu bedanken oder uns zu erzählen, was sie Tolles erlebt haben.“ Das bestätigt auch Kitzmann, der sich gern für das Dorf engagiert: „Es ist schön, in zufriedene Gesichter zu sehen – außerdem: Wenn keiner was macht, ist hier auch nichts los.“

Für viele der Ehrenamtler ist am Sonntag, wenn die letzten Spezialitäten und Leckereien vertilgt sind, die letzten Töne verklungen und Waren und Stände verpackt, noch lange nicht Schluss. Kitzmann sorgt, im vergangenen Jahr dankenswerterweise mit Unterstützung der Gemeindemitarbeiter, für den Rückbau der Schilder, Grieger hilft beim „Räumen“ der Fahrschule, Otterstedt koordiniert Abbau und Abfahrt auf dem Heimathausgelände. In wenigen Stunden steht er wieder in der Küche im „Cafésito“ – frei hat er am Montag nämlich nicht.